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10.5.17

MeMadeMittwoch am 10.5.2017

Die Bilder heute sind von Sonntag. Da hatte ich eines meiner Konzertkleider an, zu dem ich noch nie gebloggt hatte.


Das Kleid habe ich für ein Konzert im letzten September genäht. Da hatte ich an meinem Geburtstag die Gelegenheit, Marcello Oboenkonzert zu spielen und das kann man schliesslich nicht in alten Fummeln tun.
Für solistische Auftritte muss ein Kleid gleichermassen bequem wie kleidsam sein, Zuppelkleider verbieten sich in jeglicher Form. Das letzte was man braucht, wenn man da vorne vor den Augen der Zuschauer steht ist das Gefühl noch dringend den Rock oder die Ärmel runter ziehen zu müssen oder den Ausschnitt nach oben... Kneifen oder spannen geht auch nicht, als Bläser muss man atmen können. Tatsächlich finde ich auch Ärmel grundsätzlich tendenziell unbequemer als ärmellos, die Haltung mit Oboe verlangt ein bisschen Bewegungsfreiheit in der Armkugel, schulterbedeckt muss aber schon sein. Im konkreten Fall war es ein Kirchenkonzert, da ist es eher nicht zu warm im September, auf Bühnen sieht das schon anders aus.
Jedenfalls habe ich mich eins meiner Lieblingskleider als Basis genommen, dieses hier, ein Knipschnitt.


Überschnittene Schultern als Ärmel, ein hübscher aber bedeckter Ausschnitt, überhaupt eine Oberteilform die mir gut steht. Dazu ein glatter, langer Rock, den habe ich mehr oder minder ohne Schnitt genäht.


Die Stoffe hierfür habe ich im örtlichen Einzelhandel erstanden, das mache ich fast nie, dafür waren sie dann auch nicht billig. Aber ich bin ganz zufrieden mit der Wahl.


Das Oberteil ist aus einem schwarzen Stretchstoff mit Webmuster, für den Rock habe ich einen schwer fallenden Stoff mit ganz dezentem Glanz genommen. Damit man das Muster überhaupt erkennen kann gibt es das Foto vom Kleid mit original Nachkonzert-Taschen-Knitter...
Auf den Fotos finde ich den Rock einen Tick zu kurz, aber evt. war der Stoff zu knapp, weiss ich nicht mehr. Ich trage das Kleid sehr gerne und für unsere Sinfoniekonzerte passt es auch ohne solistischen Auftritt gut.
Alle anderen MeMade-Trägerinnen finden sich hier auf dem MMM-Blog, heute mit Nina die einen echten Knaller trägt!

13.4.16

MeMadeMittwoch am 13.4.2016

Die Bilder die ich Euch heute zeige sind vom letzten Samstag, entstanden nach getaner Arbeit. Fix und fertig aber zufrieden nach 5 1/2 Stunden Tristan und Isolde.


Das Kleid habe ich extra für die Premiere genäht. Für ein eher kleines Haus wie unseres ist so eine Wagner-Oper kein Alltag und ehrlich gesagt habe ich mich bisher so gut es geht um Wagner gedrückt. Wenn man sich ein bisschen mit der Person Wagner beschäftigt sinkt der Sympathiegrad reichlich nach unten, die Musik ist groß aber auch schwer und lang. Naja, das führt jetzt hier zu weit. Diesmal kam ich jedenfalls nicht drum rum und hatte großen Respekt vor der Aufgabe. Als Oboistin muss ich vor allem eins sagen: Anstrengend!! Wagner mochte die Oboe offensichtlich gern, man hat ständig zu spielen. Reine Musik sind das hier 4 1/4 Stunden, etwa doppelt so lang wie normale Opern. Da muss man regelrecht trainieren um durch zu kommen. Andere Instrumentengruppen tauschen nach zwei Akten einfach die Besetzung aus...

 

Für die Premiere darf es gern ein bisschen festlicher sein, deswegen habe ich einen sehr edlen Wollcrepe angeschnitten, den ich als Rest ergattert hatte. Die Spitze hatte ich mal von jemandem geschenkt bekommen. Im Orchestergraben (oder auf einer Bühne) kann es ganz schön warm sein, vor allem wenn die Klimaanlage nicht richtig funktioniert wie bei uns zur Zeit (yeah....), Wolle ist zwar warm, kann aber viel Feuchtigkeit aufnehmen, ich finde das eigentlich ganz angenehm als Arbeitskluft. Wie gesagt, Oboe spielen ist anstrengend.
Das Oberteil habe ich gefüttert, direkt auf der Haut mag ich die Wolle dann doch nicht. Das Futter habe ich am Armausschnitt von Hand befestigt, innen ist hier also alles sehr ordentlich.


Dafür hat er eine kleine Beule bekommen, vielleicht hätte ich die Schulternaht noch besser anpassen sollen. Aber vielleicht fällt das nur mir auf.
Der Schnitt ist aus der Fashion Style aka Knipmode, ich glaube das Novemberheft 2015. Das war ein Baukastenkleid, ich habe dieses Kleid genommen und die engeren Dreiviertelärmel dazu. Die Rocklänge orientierte sich dann eher an der verbleibenden Stoffmenge.
Ich habe dämlicherweise die vordere Naht in der Mitte vergessen (beim Zuschneiden), den Schlitz habe ich also so reingefriemelt, der ist jetzt eher etwas empfindlich. Das kann ich nicht empfehlen.


Ob die anderen Mittwochsdamen auch feierliche Anlässe für Ihre gezeigten Klamotten haben, könnt ihr hier sehen.