16.4.14

MeMadeMittwoch am 16.4.2014

Heute zeige ich Euch mein ersehntes 40er Jahre Umstandskleid. Ich trug es gestern trotz der Kälte. Heute werde ich den ganzen Tag in der Kirche sitzen und proben, dafür ist es dann doch nicht geeignet. Ich habe einen sehr dünnen, fliessenden Viskosestoff verwendet (war mal ein Schnäppchen bei Zauderino-Stoffe), dadurch fällt es ganz wunderbar, ohne Unterkleid geht es allerdings nicht weil der Stoff leicht durchsichtig ist.


Im Prinzip passt es sehr gut und ist bequem (absolutes Ausschlusskriterium zur Zeit, daß man da soviel mehr empfindlich ist, komisch), das Oberteil ist aber ein bisschen sackig, beim Nächsten werde ich noch ein Stück an der Seite wegnehmen. Eigentlich ist dieses Kleid ein Probekleid für einen absoluten Traumstoff, es gibt bei uns eine Familienfeier im Mai, da lohnt sich ein Anlasskleid.


Hier kann man die Tulpenärmel erahnen, der Ärmel besteht aus einem an den Enden ausgebeulten Streifen (weiter unten gibt es ein Foto von der Schnittumschlagrückseite, da kann man das besser sehen) der übereinandergeschlagen und gekräuselt als Ärmel angenäht wird. Finde ich sehr hübsch!


Es gibt eine Weitenregulierung in der Taillennaht mit drei Druckknöpfen auf jeder Seite, das habe ich auch bei einem anderen 40er Jahre Umstands-Schnitt so gesehen. Die dadurch entstehende Falte formt auch den "Sozusagen-Brustabnäher", der natürlich so ungenäht etwas strukturlos bleibt. Aber wie gesagt, bequem ist es.


Wahrscheinlich sollte der Gürtel das verdecken, aber der bleibt natürlich nicht da wo er hinsoll. Macht nix, ich finde die Druckknöpfe fallen in dem Muster eh kaum auf. Im mittleren Rockteil sind Falten abgenäht, Tucks wie der Engländer sagt.


Am Halsausschnitt ist eine Kräuselung von einem Abnäher oberhalb der Brust bis zur Schulternaht. Wegen des ungewöhnlich aussehenden Schnittteils habe ich mich nicht getraut ganz soviel vom Armausschnitt wegzunehmen wie ich hätte müssen, ich hab später noch was weggenäht aber die Schultern sind immer noch ein Stück überschnitten. Jetzt bin ich zu faul das nochmal aufzumachen, ist ja nur ein Probekleid.


Hinten gibt es Schulterabnäher und eine Kräuselung in Taillenhöhe.


Die etwas überdimensionierten Schleifen am Ausschnitt habe ich weggelassen, die waren dann doch einen Tucken zu viel, ähem.


Hier die Schnittteile auf dem Umschlagbild, die Schlange mit den zwei verschluckten Elefanten ist der Tulpenärmel. So eine Ärmelform hatte ich noch nirgends sonst gesehen.


Alle anderen finden sich im MMM-Blog bei der zauberhaften Lucy

15.4.14

"Untendrunter" Sew-Along Teil 1: WTF Wäscheindustrie??!!

Ein Unterwäsche-Sew-Along, das kommt mir doch wie gerufen! Danke an Cat für die Initiative.
Zum ersten Termin soll es auch um Lästereien gehen, leider kann ich hierzu fast nichts beitragen, ich habe nämlich keine gekauften Unterkleider oder Unterröcke, ich habe, ich gebe es zu, auch nie danach gesucht. Früher trug ich fast nie Unterhemden oder ähnliches, deswegen besass ich irgendwann keine mehr, heute habe ich zwei schlichte schwarze die ich nur aus Wärmegründen oder Kratzschutzgründen (Stichwort Wollstoff) trage:


Sie sind von Schiesser, aus nahtlosem, sehr flexiblem Baumwolljersey (dünner, weicher Interlock) und mit ganz schmalen Satinbändchen eingefasst. Sehr Schlicht, aber zweckmässig, ich habe daran eigentlich nichts auszusetzen.

Wozu brauche ich denn nun also Unterkleider?

Das Problem mit hochkrabbelnden Röcken habe ich komischerweise fast nie. Ich habe beim Lesen der anderen Posts überlegt, an was das liegen kann, zum einen trage ich viel Jersey, der ist schwer genug und krabbelt nicht. Kleider aus Webstoff füttere ich oft, da fällt das dann auch weg. Ich habe fast immer Leggings aus BW-Jersey an, ist der vielleicht weniger krabbelanfällig, weil er sich nicht statisch auflädt?

Ein anderes Problem was das Tragen von Unterkleidern erfordert kenne ich aber schon, und zwar die Durchsichtigkeit von vor allem hellen, dünnen Stoffen. So ergab es sich letztes Jahr daß ich für ein hellrosa Sommerkleid auf die Schnelle ein Unterkleid brauchte. Zu meinem Glück habe ich aus zwei Stoffpaketen die ich vor Jahren mal kaufte mehrere Stücke eines superdünnen, sehr elastischen Materials in meinem Vorrat, der sich nur für Unterwäsche eignet. Ich weiss leider nicht was es ist, es ist matt und sehr fein gestrickt, man kann die Maschen kaum sehen. Im besten Falle ist es Viskose, ich denke aber eher an Polyirgendwas mit viel Elasthan. 
Jedenfalls konnte ich dank des vorhandenen Stoffes binnen einer Stunde dieses Meisterwerk zusammentackern (irgendwann wanderten auch mal Spitzenpakete in meinen Bestand).
Ich habe einfach grob um meinen Basisschnitt drumrumgemalt, das ganze zum Kleid verlängert (Cat wäre es bestimmt noch zu kurz), unten Spitze und oben Wäschegummi angenäht und Trägergummi befestigt.


Toll ist es nicht, aber fürs Nötigste funktioniert es. Mit mittlerweile etwas mehr Kenntnis im Zusammenbringen von Spitzengummi und Stoff hätte ich die obere Kante anders vernäht, aber für auf die Schnelle ist es ok so, ich trage es ganz gerne, ich habe ja auch nur dieses.

Hier gäbe es also Nachholbedarf, ein schwarzes Unterkleid wäre schön, vielleicht noch ein irgendwie hautfarbenes (hellrosa habe ich noch in dem seltsamen Stoff). Eigentlich wäre es mein Traum, BHs mit angenähten Röcken zu haben. Dann würde man sich den Trägerwust auf der Schulter sparen. Das müsste sich mit BH-Schnitten eigentlich ganz gut selbst konstruieren lassen. Ob ich das allerdings gerade jetzt mit der großen BH-Größe angehen sollte, weiss ich nicht.

In meinem Schrank schlummern noch zwei Unterröcke, der erste ist der von meinem Brautkleid. Ich wusste erst nicht, ob es Sinn macht den zu zeigen, aber an sich ist er sehr gelungen. Er sollte damals dem Rock etwas Fülle geben und es mir gleichzeitig unter dem Kleid etwas luftiger machen, es war sehr heiss an dem Tag. Ich weiss noch, daß ich die Materialien für mein Hochzeitskleid z.T. bei einem Shop für historische Kostüme besorgt hatte, bei genauerem Hinsehen fiel mir aber ein, daß der Unterrock aus einer ganz dünnen Ikeagardine ist, halb BW, halb Poly. Das hat den Vorteil, daß er fast nicht knittert. Als Rüsche fürs Volumen habe ich Seidenorganza angenäht, in diesem Fall ganz spärlich mit Glitzersteinchen beklebt, daraus hatte ich auch eine Stola.
Ich denke, wenn ich einen Petticoat nähen würde, wäre das eine gute Vorlage, oben dünner Batist, unten irgendwas mit Stand (der Organza fasst sich wesentlich schöner an als Tüll, wen wunderts), für ein Petticoat natürlich eine wesentlich grössere Materialmenge für die Rüsche hier.



Den schwarzen Unterrock hatte ich für mein Weihnachtskleid genäht. Der Fehler hier ist die Spitze an der einen Stufe, die fällt nämlich nicht. Ansonsten ist der schon ok, er sitzt auf der Hüfte, ob ich das nochmal so machen würde weiss ich nicht. Ich habe hier Futterstoff gekräuselt und an eine 2cm breites Bundgummi genäht. Als Verschluss gibt es einen Druckknopf.


Ausser Unterkleidern hätte ich noch das große Bedürfnis nach einigen Sommer-Nachthemden, die können gerne wie Unterkleider aussehen, stilltauglich wäre das dann ja. Ausserdem brauche ich noch 2-3 BHs, das erwähnte ich schonmal. Und meine Leggings verabschieden sich auch gerade alle. Zugegeben, das ist sehr basic, aber wenn wir schonmal beim Thema sind sollte die Motivation bitte auch noch dafür reichen.
Letzte Woche habe ich schonmal ein Carepaket bei Wien2002 bestellt, das sollte ich das nötigste an Wünschen möglich machen. Ich habe u.a. dünne BW-Jerseys bestellt, vielleicht eine gute Alternative für die, die keine Kunstfaser verarbeiten möchten, ich werde berichten!

Alle anderen UnSA-Teilnehmer versammeln sich bei Allures-und-Coutures

7.4.14

Shelley die vierte


Kennt ihr das? Für eigentlich dringend benötigte Damengarderobenteile findet sich einfach kein Zeitfenster. Wahrscheinlich sollte ich eher sagen Lustfenster. Material war da, Schnitt auch und zudem schon erprobt, trotzdem hab ich es immer vor mir her geschoben, bis heute!

Seit ich drei selbstgenähte BHs (einen hab ich hier total unterschlagen...) genäht habe, trage ich die gekauften eigentlich nicht mehr (und wenn dann wundere ich mich, daß sie nicht passen), allerdings sind sie, vor allem der erste der zu Beginn schon etwas knapp war, aufgrund der veränderten Umstände einfach ein bisschen zu klein. Ich müsste also dringend 3-4 Neue haben, Material ist wirklich reichlich da, nur eben das mit der Zeit und der Lust ist so ne Sache.

Dringend benötigtes Nähen fühlt sich fast so an wie Nähen für Andere, (NfA), haben wir schon ein Kürzel für Nötiges? Dringend benötigtes? Vorschläge anyone? Ich bin jedenfalls sehr stolz auf mich und finde, ich habe ein paar Karmapunkte verdient.
Immerhin habe ich das ersehnte 40er Jahre Umstandskleid noch mal verschoben und werde mich stattdessen morgen in das oben abgebildetes Ensemble kleiden, ganz unbemerkt.

Da ich mit dem Schnitt sonst zufrieden bin habe ich jetzt einfach eine Größe größer abgepaust.
Der Schnitt heisst Shelley und ist eigentlich für eher feste Stoffe gedacht, ich habe hier recht dehnbare Stoffe verwendet und es geht auch. Das Unterbrustband habe ich komplett mit dem dünnen Futterzeug gedoppelt (Charmeuse? Aber es ist nicht elastisch.) damit es nicht nachgibt.
Für den Slip habe ich einen Schnitt aus einer älteren Ottobre verwendet, den verändere ich aber mit jedem mal nähen, ganz ideal ist er noch nicht.

Stoffe und Zutaten sind ein Materialpaket von Merckwaerdigh, den Shop gibt es bei Ebay und bei Etsy und er sitzt in Holland. Die Pakete (da ist wirklich alles drin, man braucht nur noch BH-Bügel in der gewünschten Größe, Garn und eine Stretch-Nadel) gefallen mir ganz gut, dämlicherweise reicht der Stoff eines Paketes bei mir für BH und zwei Slips (statt einem wie angegeben), aber die Gummibandzutaten nur für einen Slip. Blöd, weil es sich bei diesen Gummibändern eher um Centbeträge handelt. Vielleicht kann man das bei einer Bestellung auch als Sonderwunsch erfragen, ein halber Meter mehr dünnes Gummiband würde bei meiner Größe schon reichen.



Und jetzt muss ich Euch noch meine neueste Entdeckung zeigen. Meine überteuerte Hightech-Maschine hat die grandiose Angewohnheit Nahtanfänge zu fressen oder zu verhakeln, die werden nie schön. Ich weiss nicht ob es ein Transporteurproblem ist, der Vorgänger (auch Pfaff) hat das nicht gemacht, ich ärgere mich tierisch da drüber. Alle Tricks wie dünnere Nadel, Nähfussdruck auf fast garnichts mehr stellen bringen nur wenig Besserung, manchmal stecke ich große Nadeln quer in den Stoff und ziehe dann en denen (Ich mein, das kanns doch nicht sein, oder?) Auch schmale Bänder kann sie einfach nicht, meh.
Da bei einem BH sehr viele sichtbare Nähte sind (We need here a nice and even topstitching, à la GBSB) und auch einige die kaum 3 cm weit reichen kriege ich noch mehr graue Haare, wenn ich das einfach so hinnehme. Heute kam mir die Idee, einfach einen Streifen abreisebaren Stickvliessrest am Anfang mitzunähen. Tadaa, es funktioniert! Die Maschine transportiert tadellos und die Naht sieht gleich zu Beginn aus wie ne anständige Naht. Hach, ist das toll! In ganz heiklen Fällen kann man schon auf dem Stickvliess anfangen zu Nähen, dann kann wirklich nichts passieren. Anschliessend reisse ich das Stück einfach ab.
(Wer keine Stickvliessreste zur Hand hat und es auch mal probieren will: Man kann angeblich im Drogeriemarkt Vliesseinlagen für Stoffwindeln stattdessen nehmen. Vielleicht geht auch ein Stück Transparentpapier oder Küchentuch? Hauptsache es transportiert und lässt sich hinterher abreissen.)

Auf dem Foto sieht man übrigens einen schnell gemachten Fehler, das Band ist falschrum angenäht, aber das ist ein anderes Thema...

2.4.14

MeMadeMittwoch am 2.4.2014



Heute trage ich das zweite Kleid vom März, es handelt sich um ein abgewandeltes Butterick 6018.
Kann man das noch erkennen? Ich hatte mir schon bei Betrachtung des Schnittes gedacht, daß man das relativ einfach umstandstauglich weiten könnte, das Kleidoberteil endet im Prinzip noch auf dem Busen. Ich habe also vor allem die vorderen Rockteile weiter gemacht. Das mittlere habe ich angekräuselt, die beiden äusseren an das in der Seitennaht entsprechend geweitete Oberteil angesetzt. Um dem wachsenden Bauch gerecht zu werden aber nicht gleich in ein Zelt-Kleid gewandet zu sein habe ich schmale Bindebänder an der Seite angenäht, sie werden einmal vorne über den Bauch und dann hinten zu einer Schleife gebunden.


So hat man die Mehrweite gut unter Kontrolle. Das Kleid ist sehr bequem, ich war überrascht, bin ich ja sonst eher der Jerseykleid-Typ.
Die Ärmel habe ich ein Stück gekürzt, ganz ideal finde ich sie so noch nicht, vielleicht versuche ich bei einer nächsten Version doch mal die Originallänge mit dem Aufschlag.
Den Ausschnitt habe ich etwas nach unten verlängert, ein paar Zentimeter mehr lässt der Originalbeleg zu, und natürlich habe auch ich dass Kleid gekürzt, schon beim Zuschnitt habe ich einfach 10 cm weniger ausgeschnitten.
Die kleinen Knöpfe vorne habe ich weggelassen, ich hatte einfach keine passenden gefunden. Man hätte sie auf dem bunten Stoff aber wahrscheinlich eh kaum wahrgenommen. 
Apropos Stoff, er ist wunderschön frühlingshaft geblümt, aber eigentlich ein bisschen zu bunt für mich. 
Um die Sache mit der Schnittveränderung erstmal auszuprobieren war er jetzt gerade recht. Ein tragbares Probekleid, das ich getrost entsorgen kann nach der Geburt. Von der Qualität ist er eigentlich ganz schön, ein dünner Baumwollstoff mit ganz leichtem Glanz, gekauft letzten Sommer auf dem Maybachufermarkt in äusserst netter Begleitung.



Hier kann man gut sehen, daß ich demnächst auch am vorderen Rockteil etwas Länge zugeben sollte.
Evt. verlängere ich beim nächsten Mal noch das vordere Oberteil, im Original geht das Rockteil zur Taille noch mal zusammen, ein bisschen weiter runter könnte das Oberteil mit dem weiten Rock schon gehen, das kann man hier allerdings kaum sehen, weil die Bindebänder die Kräuselung auf Taillenweite halten.

Ob alle anderen auch den Frühling auf dem Kleid tragen könnt ihr hier auf dem MMM-Blog sehen.

1.4.14

Rückblick März

Wie schön, es ist endlich richtig Frühling! So langsam verschwinden die Stiefel bei den ungetragenen Schuhen und den Wollmantel brauche ich auch nur noch frühmorgens auf dem Rad, hoffentlich nicht mehr so oft.

Der Garten
Solange wohnen wir noch nicht im Haus, als daß ich nicht jedes Frühjahr glücklich die ersten Blüten im Garten bestaune. In einer tagelangen Aktion habe ich im Herbst mehrere Hundert Tulpen- und ähnliche Zwiebeln überall wo Platz war eingepflanzt, genau in diesen Tagen sind die ersten aufgegangen, welche Freude!
Und der vor eineinhalb Jahren gepflanzte Kirschbaum blüht dieses Jahr das erste mal, ich bin schon so gespannt! Der gleichzeitig gepflanzte Apfelbaum hatte letztes Jahr sogar schon getragen, immerhin 7 Äpfel, dieses Jahr gibt es also hoffentlich auch Kirschen.
Ausserdem versuchen wir zum wiederholten Male den Rasen irgendwie tauglicher und schöner zu machen, jedes Jahr wird er ein bisschen ansehnlicher, wahrscheinlich muss man Geduld haben, wir haben wie jedes Jahr vertikutiert und nachgesät, ausserdem Mittel zur Bodenaufbereitung aufgebracht. Genauso habe ich auch das erste mal den Komposthaufen verwertet, alles was wir rausholen kommt jetzt mal auf die Beete. Unser Garten ist durch jahrelange Nicht-Pflege etwas verhungert, aber wir unerfahrenen Gärtner müssen erst lernen was man da so tun kann. Kompost sieben finde ich jedenfalls eine sehr lohnende Angelegenheit.


Zuhause
Und dieses viele Gegärtnere lässt mich zu einem anderen Thema kommen, ich muss gestehen, daß das Familienleben samt der Hausarbeit usw. einfach wesentlich entspannter ist, seit ich komplett zu Hause bin. Auch wenn ich körperlich längst nicht so einsatzfähig bin wie sonst, ehrlich gesagt bin ich mindestens 2 Tage die Woche zu fast garnichts zu gebrauchen, es staut sich nicht so viel an und ich bin auch fast nie gestresst oder genervt. Wenn wir also auf die immer wieder hochschwappende Vereinbarkeitsdebatte schauen, es ist leider nicht zu leugnen, Eine(r) zu Hause: alles (relativ) easy.
Mal ganz abgesehen von der entspannten Situation (die ja nur dadurch zustande kommt, daß ich unfreiwillig nicht arbeite, ich erwähne es nochmal) geniesse ich es wirklich mit den Jungs soviel Zeit zu haben. Auch wenn sie 4 Tage bis 16 Uhr in der Schule sind, ich bin fast immer da, kann sie abholen, kann sie ins Bett bringen, kann sie zu Freunden und Nachmittagsterminen fahren, kann mit Julius Klavier üben, mit Leo Hausaufgaben machen. Oder einfach ein Eis essen gehen, ohne ständig im Kopf den nächsten Dienst zu bedenken, abends noch weg zu müssen. Das geniesse ich jetzt einfach! Mit Schulkindern Zeit zu verbringen ist auch eine ganz andere Nummer als wegen Babys zu Hause zu sein, sagen wir es mal wie es ist.

Schwangerschaft
Die Hälfte ist schon rum. Ich bin immer noch viel müde und nicht besonders belastbar, das ist dann wohl so. Ansonsten geht es mir gut, die Ärztin war beim letzten Termin auch sehr zufrieden.

Musik
Trotzdem habe ich natürlich ein paar musikalische Sachen zu tun, eine Musikerin kann ja garnicht ohne. Nach dem traditionell lauen Februar, da ist nie was los, startete der März mit einem schönen Kammerkonzert mit Kollegen und dann mit der ersten von drei Matthäuspassionen dieses Jahr, in Wiesbaden, eine ziemlich beeindruckende Stadt finde ich, mit einer exquisiten Solistenbesetzung. Ich hatte bei diesem Konzert einen entspannteren Part und konnte viel zuhören. Matthäuspassion (Bach selbstverständlich) ist eins der tränensichersten Stücke für kirchenmusikaffine Menschen, jetzt bin ich ja auch hormonell NOCH näher am Wasser gebaut als sonst, ich versuche dann immer die Deckenmalereien und die Emporen zu inspizieren, aber am liebsten würde ich einfach losheulen. Mein absolutes Highlight war Klaus Mertens mit "Mache Dich mein Herze rein", das gibt es mit ihm sogar auf Youtube, natürlich mit einem anderen Ensemble:



Gelesen
Vor allem die Beiträge zum leidigen Thema #selbstgeboren, gab es eigentlich auch Frauen, die die Aktion toll fanden? Kamen mir keine unter. Danke für Eure vielen lieben Kommentare zu meinem Post! Ich war von jedem einzelnen sehr bewegt. Ich kann noch sagen, daß ich ganz froh bin die zwei Geburtsberichte endlich mal aufgeschrieben zu haben!

Genäht
Von unserem Mini-Nähkränzchen mit Frifris bei Kleidermanie habe ich schonmal geschrieben, es war toll! Wie schön, dass es schon im Mai eine Fortsetzung an anderem Ort gibt. An der Nähmaschine sitze ich nicht ganz soviel wie ich gehofft hatte, genäht habe ich meinen Frühlingsmantel, zwei Kleider, ein T-Shirt für Leo, da folgen noch welche, und eine kleine Tasche für meine Nichte. Eins der Kleider zeige ich hoffentlich morgen, die Tasche für Jule muss ich noch fotografieren. 

Gestrickt
Die Frühlingsjacke ist fast fertig. Wenn ich Glück habe reicht die Wolle gerade so eben... Leider kam ich Sonntag nicht dazu sie zu bloggen, ich dachte ich stricke schnell noch die letzten Reihen.
Angefangen habe ich ein Tuch in Shetland Triangel Muster aus rosa Wolle.

Geschaut
Nachwievor bin ich ganz im Bann der zweiten Staffel von The great british sewing Bee, um die entstehenden Entzugserscheinungen bei nur einer Folge pro Woche zu mildern habe ich die verfügbaren Staffeln von der entsprechenden Back-Show "the great british bake-off" verschlungen. Große Liebe!

Gekauft
Seit ich schwanger bin durchforste ich ebay, etsy und co. nach Umstandsschnitten, vor allem Vintage-Ones. Das ist garnicht so einfach, wobei es eigentlich auch bei den modernen Schnitten keine wirkliche Auswahl gibt. Interessant ist dabei, wie in den verschiedenen Jahrzehnten mit dem Bauch umgegangen wurde. In den 40ern ist eigentlich kaum ein Unterschied in der abgebildeten Silhouette auszumachen. Ich habe diesen Schnitt erstanden, ich warte schon sehnsüchtig drauf, ihn endlich zu nähen, er hat einen hübschen Herzchenausschnitt (die Schleifen lasse ich jetzt erstmal weg, hüstel...) und die Mehrweite für den Bauch wird mit drei kleinen Druckknöpfen reguliert. Interessante Methode, da muss dann noch ein Gürtel drüber damit man die nicht sieht. Ich werde berichten, die Schnittmusterteile sind schon gebügelt, der Stoff liegt bereit.
Ausserdem habe ich via Etsy das erste mal in China einen Stoff bestellt, sehr spannend!


Mini-Exkurs zu Maternity-Patterns
In den 50ern trugen die Frauen kittelartige Oberteile, die monströs weit auf den Fotos aussehen, dazu einen schmalen Rock oder eine schmale Hose. Die Röcke sind mit einem u-förmigen Ausschnitt für den Bauch versehen, das finde ich eine sehr lustige Idee.


In den 60ern trug man der Mode gemäss schmal geschnittene, hochgeschlossene Kleidchen, hier immerhin mit einer verstellbaren Falte in der Seite


Und in den 70ern wurde es dann etwas verspielter, rüschiger, da gefallen mit die Schnitte wieder. Z.B. so was hier



Die Mehrweite durch ein Band aufs Nötigste zu beschränken finde ich einen guten Weg, vor allem für Baumwollstoffe, die ja immer ein bisschen Stand haben und sich bei viel Kräuseln gerne etwas plustern.
Die Schnitte der 80er und 90er, viel Stoff, hochgeschlossen und zeltartig gefallen mir garnicht.
Danach ist dann fast alles aus Jersey, wer hätte das gedacht.






29.3.14

Leider nicht #selbstgeboren? Eine Lanze für den ungewollten Kaiserschnitt.

Zwar ist das ein bisschen off-topic, aber wir hatten gestern auf Twitter eine kleine Diskussion zu #selbstgeboren. Und da ich sowieso und akut gleich nochmal betroffen bin möchte ich jetzt auch was zur Blog-Diskussion beitragen.
Meine zwei Söhne, 6 und 8 Jahre alt, sind beide mit Kaiserschnitt zur Welt gekommen, beide sogenannte sekundäre Sectios, also wegen Geburtsstillstand o.ä. irgendwann unter der Geburt entschiedene Kaiserschnitte.
Kaum habe ich das gegenüber anderen ausgesprochen, fange ich mich automatisch an zu rechtfertigen. In meinem persönlichen Umfeld möchte niemand einen KS, ich kenne keinen Fall von echtem Wunschkaiserschnitt, also ohne jegliche mdizinische Indikation. So sehr davon in den Medien die Rede ist, statistisch spielt das evt. keine große Rolle? Das vermute ich jedenfalls.

Ich kenne aber natürlich sehr viele Fälle von Kaiserschnitten, immerhin sind wir bei einem Anteil von knapp 40%, das ist mal locker jede dritte Geburt! Fast alle diese KS-enbundenen Frauen hadern mit ihrem "Schicksal", zumindest zu Beginn. Es scheint nicht in Ordnung zu sein, daß es dazu kommen musste, die meisten haben sich alles ganz anders vorgestellt und wie in der heutigen Zeit üblich hatte man sich auch entsprechend drauf vorbereitet, die Klinik ausgesucht, eine kompetente Hebamme gefunden, Literatur gelesen. Und trotzdem will es bei so vielen nicht klappen.

Und verhehrenderweise für diese eh schon traumarisierte Masse an Frauen wird durch so eine Aktion wie die mit dem Hashtag #selbstgeboren das ganze Elend nochmal aufgewühlt. Selbstbestimmt, kraftvoll, das hatten wir also alles nicht, aha. Wir hatten eine Geburt zweiter, dritter Klasse, wenn überhaupt? Das uns leider nicht vergönnte Geburtserlebnis ist tatsächlich so erstrebenswert? Und nur wenn ALLES natürlich war, gilt es auch? Und war dann also im Umkehrschluss der KS eine leichte, feige Alternative?
Entschuldigung, aber haben wir uns das denn so ausgesucht? Hatten wir überhaupt eine Wahl?
Ich bin mal ganz dreist, ich glaube mittlerweile, wenn man es geschafft hat, sein Kind ohne mehr Hilfe als nötig zur Welt zu bekommen, dann hat man einfach ganz großes Glück gehabt! Vielleicht hatte man nicht nur Glück mit seinem Körper, der Lage des Kindes und dem Verlauf der Geburt sondern auch noch ganz großes mit dem Personal, der Hebamme, der Wahl des Geburtsortes. Aber es ist Glück, und das lässt sich leider nicht einfach erzeugen!

Ich gönne das jeder Frau die es so erleben darf (und ein bisschen zwickt der Neid auch immer noch, aber kaum), aber es ist, sind wir mal bei der heutigen Realität, leider nicht mehr der Regelfall!
Woran das liegt kann ich als Laie nur vermuten, aber ich wüsste nicht, wie man das jetzt auf die beteiligten Frauen schieben könnte. Welche Frau, deren Ärztin/Arzt ihr ins Gesicht sagt, das Kind sei in Gefahr, es müsse jetzt sofort/wahlweise morgen früh/ am nächsten Montag geholt werden kommt denn auf die Idee zu sagen, nee, lassen sie es bitte drin, ich möchte keinen KS.
Wer kommt denn bei einer Schwangerschaftsvergiftung auf die Idee zu sagen, nein, kein KS, dann sterbe ich halt?
Wieviele Frauen haben nach 24/48/12 Stunden zermürbender, ineffektiver Wehentätigkeit noch die Kraft zu sagen, wir machen weiter, ich schaffe das?
Wer hat unter der Geburt bei akuter Bedrohung für das Kind Lust den Arzt/ die Ärztin davon zu überzeugen, die Notsectio sein zu lassen? Oder um eine zweite Meinung zu bitten wenn es um Minuten geht?
Das sind alles reale Szenarien, ich denke jeder kennt haufenweise solche Geschichten, ich habe alle schon gehört, z.T. im nächsten Familienkreis.
Ich kenne auch umgekehrte Fälle, stundenlange Pressphase mit einer unerfahrenen Hebamme die für die frischgebackene Mutter auf der Neurologie endeten, eine Hirnblutung und sie sah auf einem Auge nichts mehr (mittlerweile geht es ihr aber wieder gut).
An den Frauen kann es also nur zu einem kleinen Teil liegen, den Löwenanteil haben die anderen Faktoren wie medizinisches Personal usw. Ich denke auch der gewachsene medizinische Fortschritt im Hinblick auf die Pränataldiagnostik tut ihren Teil dazu, was man früher nicht erkennen konnte, in Vor-Ultraschall-Zeiten, hat auch zu keinen Diagnosen geführt. Dafür litten (starben?) aber vielleicht die Kinder?
Mein Mann kam (vor über 30 Jahren) drei Wochen nach Termin pumerlsgund normal auf die Welt. Solange wartet heute kein Arzt mehr, heute hört man lauter Geschichten von missglückten Einleitungen. Aber das hat sich auch keine dieser Frauen ausgesucht!

Sicher gibt es viele Faktoren, die man beeinflussen könnte und grundsätzlich bin ich kein Freund der Gerätemedizin. Es gibt sicher leichtfertig getroffene Entscheidungen zum KS und auch unnötige, aber wir schwangeren Frauen haben leider keine Möglichkeit, dies wirklich zu überprüfen. Die wenigsten von uns haben den medizinischen Background um überhaupt irgendeine Aussage des Arztes überprüfen zu können, Vertrauen ist da alles.

Wäre es nicht an der Zeit, den Kaiserschnittmüttern mal ein bisschen das Gefühl zu geben, sie haben nichts falsch gemacht? Wir hätten so gerne eine natürliche Geburt erlebt, es war uns nicht vergönnt, könnten wir nicht eher eine Extraportion Trost gebrauchen? Wenn ich lese, daß vielen KS-Müttern immer noch die Tränen kommen bei der Erinnerung an ihre traumatische Geburt, dann muss doch irgendwas falsch gelaufen sein bei der psychischen Geburtsbegleitung!
Auch fände ich ein besonders behutsames Wochenbett nicht zuviel verlangt, den Frust der Erstlingsmutter, deren Baby einfach zum Wickeln abgeholt wird kenne ich aus eigener Erfahrung.

Ich habe mich mit einer französischen Kollegin unterhalten, die fand, in Frankreich sei das alles kein Thema, ist das evt. typisch deutsch, dieses ewige vergleichen unter Müttern, nur der eine richtige Weg und immer für alles rechtfertigen müssen?

Meine beiden Geburtsberichte kommen jetzt, keine richtigen Horrorgeschichten, aber schön war es nicht. Mittlerweile habe ich meinen Frieden damit gemacht, nach dem zweiten KS, der von einem sehr verständnisvollen Arzt gemacht wurde, konnte ich mit dem Frust abschliessen. Jetzt kommt im Sommer Nummer drei als geplanter KS auf die Welt. Richtig freuen tue ich mich auch darauf nicht, aber ich sehe im Moment mal den Vorteil der "Planung", nicht völlig übermüdet und entkräftet zu sein z.B. hat ja vielleicht auch was.

Bei meinem ersten Kind hatte ich mir das alles (natürlich) ganz anders vorgestellt. Wir waren in einem Geburtshaus angemeldet, ich war felsenfest davon überzeugt, mit Geduld und Spucke geht das auf alle Fälle auf natürlichem Wege. Ich bin ja schliesslich nicht zimperlich und Klinikgeburt ist sowieso bäh. Dieses Geburtshaus liegt in unmittelbarer Nähe einer großen Klinik, das fanden wir für den (selbstverständlich nicht einzutretenden Notfall) sehr praktisch, ausserdem war es eine super Beruhigung für alle Verwandten, die nicht so auf Experimente stehen ("es kann garnichts passieren!").
Es kam wie schon erwähnt ganz anders. Einen Tag vor ET hatte ich nachts Wehen, die nicht mehr weggingen. Am späten Nachmittag sind wir dann gen Geburtsort aufgebrochen, nach einer ersten Untersuchung haben wir die nächsten Stunden dann spazieren gehend und frühstückend (Frühstück im Café mit Wehen, keine gute Idee) in der Stadt verbracht, gegen nachmittag sind wir schliesslich im Geburtshaus geblieben. Gemütlich war es da, mit beiden Hebammen (sehr nett) sassen wir auf dem großen Bett, mümmelten Knäckebrot, erzählten Geschichten und ich hatte halt Wehen. So hatte ich mir das vorgestellt, entspannt, der Natur ihren Lauf lassend, in freundlicher, vertrauter Atmosphäre. Leider bewirkten die Wehen nicht viel, es ging nicht richtig voran, das Kind kam nicht runter, der Muttermund ging nicht auf, so konnte das nichts werden in absehbarer Zeit.
Ich hatte großes Vertrauen zu den Hebammen, so war es total in Ordnung daß wir irgendwann beschlossen, daß wir nun besser in der Klinik "unter verschärften Bedingungen" weitermachten. Zum Glück hatte dort eine mit den Hebammen befreundete Kollegin Dienst, ich kam in gute Hände.

Abends um 21 Uhr waren wir dort, eine Klinik ist schon ein krasser Unterschied zu einem Geburtshaus, Wehenschreiber, Wehentropf, Kanüle in den Arm, Sauerstoff, Antibiotika, zack, da wird nicht lange gefackelt. Und wir haben alles versucht, die Hebamme war sehr erfinderisch, die diensthabende Ärztin auch sehr nett. Ich erinnere mich noch an das von Männern so gern belächelte Äpfelschütteln und sonstwelche Stellungen um dieses Kind dazu zu bewegen, daß es sich endlich mal gen Muttermund bewegt. Natürlich wurden mir die Wehen irgendwann zuviel und es wurde ein Anästhesist gerufen. Was einem als Erstgebärende auch nicht so klar ist, wie lange das dauern kann, bis so eine PDA dann mal liegt. Immerhin war es mittlerweile Nacht und der kommt nicht mal eben schnell mit der Kanüle durch die Tür gerannt.
Das Legen der PDA fand ich persönlich höchst unangenehm, ich erinnere mich immer noch ziemlich genau an das Gefühl der Kanüle ins Rückenmark, ein superekliges Gefühl für mich. Ausserdem muss man sich für die Prozedur tierisch zusammenreissen nicht unter einer Wehe zusammenzuzucken, schliesslich hatte der Anästhesist ja gerade die Passage der möglichen unerwünschten Folgen mit der Querschnittslähmung vorgelesen.
Dass der Anästhesist schlecht gelaunt war, konnte ich angesichts der vorgerückten Zeit nachvollziehen, aber irgendwie merkte ich auch, daß die Hebamme nicht ganz erfreut war, daß ausgerechnet der Dienst hatte. Nun gut, man kann ja auch nicht beim ganzen Personal Glück haben.
Als die PDA lag war alles gut, ich konnte mich ausruhen, die Hebamme konnte alles mögliche versuchen, wir hatten eine Verschnaufpause. Leider wirkten aber alle Anstrengungen die Geburt voran zu treiben nicht wirklich, auch unter stärkeren Wehen kam das Kind nicht in den Geburtskanal und der Muttermund ging nicht auf (besteht da ein ursächlicher Zusammenhang? Ich glaube ja).
Nach zwei Stunden (Ich hoffe ich rekapituliere das mit den Stunden richtig, ist immerhin schon fast 9 Jahre her) liess die Wirkung der PDA nach und die Hebamme bestellte den Anästhesisten zum Nachspritzen. Und dann passierte das unvorstellbare: Die ganze Flüssigkeit landete auf meiner Schulter, die Kanüle war verrutscht, das Medikament kam nicht dahin wo es sollte. Katastrophe!
Philip hat mir später erzählt wie sich die Hebamme entsetzt weggedreht hat als sie das gemerkt hat, großer, großer Mist! Nun hätte der gleiche unsensible Arzt eine neue Kanüle ins Rückenmark legen müssen, alles nochmal von vorn... Und da setzte es bei mir aus, das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, nicht nochmal diese fürchterliche Prozedur!
Die Ärztin hätte wohl schon noch eine Weile weiter den natürlichen Weg versucht, dem Kind (ich rede immer von Kind, daß es ein Sohn ist wussten wir erst als er draussen war) ging es gut, aber eine Garantie für Erfolg konnte sie natürlich auch nicht geben. Ich wollte in diesem Moment einen Kaiserschnitt. 
24 Stunden war seit Beginn der Wehen vergangen, ich war fertig, müde, extrem hoffnungslos, ich wollte daß das endlich ein Ende hat, es schien nicht anders zu gehen, es sollte wohl nicht sein. Immerhin hatten wir alles probiert für den Moment, erst ganz ohne Eingriffe, dann mit medizinischer Hilfe. Aber ich bin ehrlich, man ist unter der Geburt schon in einer Ausnahmesituation, so richtig zurechnungsfähig ist man nicht mehr, nach 24 Stunden Wehen. Hätte ich bei klarem Verstand anders entschieden, hätte ich den Mut fassen sollen, mich zusammenzureissen und noch mal eine PDA legen zu lassen? Ich weiss es nicht.
Für den Weg zum OP bekam ich dann Wehenhemmer, die bewirken netterweise daß das Herz anfängt zu rasen, ausserdem liessen sich die Wehen nicht komplett stoppen, nur dämpfen, man ist also noch längst nicht erlöst wenn die Entscheidung dann mal gefallen ist. Es ist schon erstaunlich, welche Naturgewalten ein gebärender Körper entwickelt. Im OP bekam ich dann als neue Narkose eine Spinalanästhesie, das Öffnen von Bauchdekce usw. ging schnell, das Kind wurde rausgeholt, das habe ich als Ruckeln in Erinnerung, die ganze OP fand ich eigentlich nicht schlimm. Später sagten sie uns, er hätte die Nabelschnur mehrfach um den Körper und Hals gewickelt gehabt. War das vielleicht der Grund dafür, daß es nicht gehen konnte? Was haben die Frauen vor 100 Jahren gemacht, bei denen das so war? Sicher gibt es auch Kinder die so auf natürlichem Wege geboren werden, oder? Diese ganzen Was-wäre-wenn Fragen, man stellt sie sich, sie lassen sich aber nicht befriedigend beantworten! Das ist frustrierend, man kann, nein man muss sich aber einfach irgendwann damit abfinden, man kann ja das Leben nicht zurück spulen. 
Man muss das Selbstvertrauen finden, daß man in dem Moment die richtige Entscheidung getroffen hat, und daß man bei einem eventuellen zweiten Mal vielleicht genauso entschieden hätte. Oder die betreuende Personalbesetzung.
Leopold wurde uns gezeigt und dann weggebracht, im OP ist es ja kalt (daran erinnere ich mich allerdings nicht, so durch war ich da schon), und Philip ist zu ihm gegangen. Er erzählte später, daß Leo sofort aufhörte zu schreien, als er Philips vertraute Stimme hörte, das hat mich sehr beeindruckt.
Als ich dann versorgt war und zu ihm gebracht wurde, war er leider schon angezogen, inzwischen war eine andere Hebamme da, die hat ihn dann wieder ausgezogen, damit er zum Kuscheln zu mir konnte.
Nach diesem Geburtserlebnis ging es mir wirklich nicht gut. Im Nachhinein war ich total überfahren davon, wie wenig das Passierte mit dem zu tun hatte, was wir uns vorgestellt hatten. Ein Kaiserschnitt war für mich im Vorfeld einfach überhaupt nicht in Frage gekommen! Ich hatte mich auch für den Notfall nicht mit dem Thema beschäftigt, das haben leider auch die Hebammen beim Geburtsvorbereitungskurs versäumt. Wir haben da kurz bei der Nachsorge drüber gesprochen, eine der beiden war noch jung, ich glaube es hat ihr zu denken gegeben. 
Ich persönlich hatte weniger das Gefühl "versagt zu haben", das höre ich häufiger von anderen, sondern daß mir meiner Meinung nach ein wirkliches Geburtserlebnis, was doch so viele in meinem Umfeld und vor allem eigentlich die komplette Generation meiner Mütter und Großmütter hatte,  geraubt wurde. Andere Frauen, die vielleicht garnicht so einen Wert drauf legten hatten das einfach so hinbekommen. Warum ich denn nicht?
Abgesehen davon hatte ich dann auch noch einen sehr heftigen PDA-Kopfschmerz, das ist eine mögliche Nebenwirkung der PDA, die Kanüle hat aus Versehen den Nebenbereich mit dem Hirnwasser getroffen und durch den Unterdruck wird das Hirnwasser aus dem Kanal abgesaugt, es fehlt also (korrigiert mich, wenn es nicht stimmt, so wurde mir das erklärt) und erzeugt Unterdruck auf das Gehirn. Als Ergebnis konnte ich tagelang unter Höchstmedikation von Schmerzmitteln nur Liegen und hab es trotzdem kaum ausgehalten, es war schrecklich! 

Natürlich klappte auch das Stillen nicht gleich, die Schwestern sagten mir alle was unterschiedliches, jede fingerte an meiner Brust und an meinem Sohn rum, die Finger der ersten stanken nach Zigaretten, die der zweiten nach Parfüm... Nachts wurde ich dazu aufgefordert, doch mein Kind endlich mal abzugeben, damit die anderen Frauen im Zimmer schlafen können (so sieht also Rooming-In bei Ihnen aus, aha). Zum Glück kam einmal am Tag meine vertraute Hebamme, das war wie ein Strohhalm an den ich mich klammerte. Und sie war wirklich toll! Sie kannte die Klinikbeschäftigten gut und hielt die in Schach, irgendwann kam sie mit einem Stillhütchen (verboten in der Klinik) um die Ecke, und dann konnte ich auch endlich stillen, allen Stillhütchenvorbehalten zum Trotz habe ich übrigens 8 Monate voll gestillt, wenigstens das hat geklappt wie ich es mir gewünscht habe!

Auch wenn ich das Gefühl hatte, "es ja wenigstens versucht zu haben" war ich über diese Geburt sehr unglücklich. Dazu kommt die lange Unbeweglichkeit nach einem KS, die Narbe habe ich bis zur zweiten Geburt immer gespürt (sie war geklammert worden, sah auch verheilt noch total hässlich aus), es blieb ein schlechtes Gefühl und die große Hoffnung, doch nochmal eine "richtige" Geburt erleben zu dürfen.

Ein Kaiserschnitt hindert ja nicht daran, das nächste Kind normal zu entbinden, beim zweiten mal meldeten wir uns in einer von vielen Seiten empfohlenen Klinik an, sehr natürliche Geburtsverläufe werden dort gewünscht, nur wenige medizinische Eingriffe vorgenommen, auch im Wochenbett wird sehr behutsam mit den Kindern umgegangen, die Vorbesichtigung war vielversprechend. 
Ähnlich wie bei der ersten Geburt gingen die Wehen wieder nachts los, mittags waren wir dann in der Klinik, sind erst nochmal spazieren gegangen, als die Wehen stärker wurden kamen wir wieder in den Kreissaal. Leider wollte auch diesmal das Kind nicht so recht runter kommen, der Muttermund ging nicht auf. Die Hebamme hatte mit uns vereinbart nach Möglichkeit auf eine PDA zu verzichten, wegen der Rupturgefahr wollte sie lieber den Schmerz nicht wegblenden. Nachdem sich auch nach Stunden nicht wirklich viel getan hat kam irgendwann der Arzt dazu, der finale Test war, daß er manuell den Muttermund aufschob und dann nach der nächsten Wehe prüfte, was sich getan hatte, leider war der MM aber wieder weiter zu gegangen, die Wehen schienen einfach nicht da anzukommen wo sie sollten, waren aber schon lange überhaupt nicht mehr auszuhalten. Irgendwas stimmte nicht!
Wieder mitten in der Nacht, wieder Kaiserschnitt, seltsam, diese Parallelen. Es dauerte dann noch einen Moment, weil just in dem Moment im Nebenzimmer eine Frau ihr Kind entband. Es war eine Beckenendlagengeburt, deswegen konnte der Arzt da nicht weg. Seltsame Ironie des Schicksals: Die Familie war eigentlich wegen der BE-Lage zu einem geplanten KS in einer ganz anderen Klinik angemeldet, hatte dann aber nach einem frühen Blasensprung das nächste Krankenhaus aufgesucht, was den erstaunten Eltern anbot, das Kind doch normal zu entbinden. So kann es also auch gehen!

Dieser zweite KS war supergrässlich. Irgendwie bekamen sie meine untere Körperhälfte nicht komplett schmerzfrei (später hat mir ein anderer Anästhesist erklärt daß es in seltenen Fällen zur Narbenbildung im Rückenmark kommen kann), und dann war es auch leider nicht mehr so einfach durch das inzwischen vernarbte Gewebe zu kommen, das Öffnen der Schichten dauerte also viel länger als beim ersten Mal. Ich war wirklich nicht mehr ganz bei mir, als das Kind dann endlich draussen war bekam ich eine andere Betäubung und ab da weiss ich nur noch schemenhaft was wie war. Als Julius geboren war war der schönste Moment als wir endlich erfuhren, daß es ein Junge ist und ich soll dann gesagt haben "Wieder kein rosa!". Ausserdem fanden sie, den könnten wir nächste Woche schon im Kindergarten anmelden, Julius wog 4500g und hatte ganz viele schwarze Haare, eine richtige Frisur. Im Gegensatz zu den meisten Neugeborenen die ich kannte war er schon ein richtiger kleiner Kerl!
Als ich dann wieder in den Kreissaal kam lag der nackte hungrige Junge auf Papas nackter Brust. Ich wollte ihn zunächst garnicht bei mir haben, ich hatte Schmerzen, glaubte die Operateure hätten irgendwas in meinem Bauch vergessen und außerdem würde ich sowieso demnächst sterben. Das waren Wahnvorstellungen von dem Betäubungsmittel die bald verschwanden, alles also halb so wild. Ich erzähle daß inzwischen eher amüsiert, ich weiss nicht ob es damals wirklich lustig war, aber diese Erinnerungen sind mir sehr lebhaft geblieben. 
Das Wochenbett dort war wirklich vorbildlich, zunächst hatten wir viel Zeit um mit dem Kind zu kuscheln, irgendwann wurde er dann doch mal gewogen und gemessen, alle Hebammen und Krankenschwestern dort sind sehr kompetent und es wird großen Wert darauf gelegt, daß das Kind immer bei seiner Mutter ist ("Wie, sie haben das Kind nicht bei sich im Bett? Kein Wunder daß es schreit!"). Ich hatte echte Hilfe beim Stillen (klappt auch beim zweiten Mal nicht auf Anhieb) und für mich sehr wertvolle Gespräche mit dem KS-Arzt, der mir alles haarklein erklärte und sehr freundlich war. Für mich war das Erlebte eine echte Grenzerfahrung, das von einem Fachmann bestätigt zu bekommen hilft wirklich beim Verarbeiten. Er hat mir sehr genau geschildert was er da in meinem Bauch wie vorgefunden hat, ob das jetzt am ersten KS lag kann man nicht genau sagen, ist letztlich ja auch egal. Die Gebärmutter hat sozusagen eine "dünne Stelle", an der die Muskeln nicht funktionieren. Es konnte nicht gehen!
Übrigens hat er die zweite Narbe (an der gleichen Stelle wie die erste, die hässliche wurde also sozusagen rausgeschnitten) ganz altmodisch genäht und man sah sie schon bald kaum noch. Gespürt habe ich sie schon nach der Wundheilung nicht mehr, kein Vergleich zu der ersten. Dankeschön!

Auch kamen dort jeden Tag Hebammen und nahmen sich Zeit für ein Gespräch, das fand ich sehr hilfreich und eigentlich nötig für jede frisch Entbundene.

Nach dieser zweiten Geburt war ich ziemlich zufrieden mit allem. Es ging nicht, ich hatte es zweimal versucht, das zweite Mal wirklich auf Biegen und Brechen, aber es gab leider keine Chance.
Ich weiss nicht ob es einfacher ist, wenn man "wenigstens" Wehen gehabt hat, ich möchte hier aber natürlich nicht werten, für mich war es gut zu wissen, daß es eine organische Ursache gibt und daß wir es wenigstens versucht haben. Meine Kinder waren allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr, das ist bei anderen Geburten ja z.T. ganz anders. 

Hiermit schliesse ich diesen langen Text, danke all denen die bis hierhin gelesen haben. Geburten bleiben ein spannendes Thema, auch wenn sie schon lange zurück liegen. Ich hatte meine zwei nie explizit aufgeschrieben, vielleicht war es an der Zeit dies mal nachzuholen.
Es wird Euch nach dem Bericht nicht wundern, daß ich auch für das dritte Kind in die Klinik von Julius (Kind Nr.2) möchte, vielleicht habe ich ja das Glück und darf zum selben Arzt!

Ich wünsche allen KS-Müttern, daß sie sich klarmachen, daß sie keine Schuld trifft und daß sie wirklich stolz auf sich sein können! Vielleicht lassen sich manche wenigen Entscheidungen nur in dem Moment wirklich rechtfertigen, aber das ist dann eben richtig so gewesen! 
Viel wichtiger als der angeblich missglückte Geburtsverlauf ist, daß wir unsere Kinder genauso in unserem Körper haben wachsen lassen, daß ein KS auch eine Geburt ist die erstmal durchlebt werden muss (!!), daß wir trotz nicht ganz so glücklichem Start alles getan haben um eine gute Bindung zum Kind zu bekommen und daß, sind wir mal ehrlich, der Löwenanteil der Erziehung, der Beziehungsbildung und dem Leben mit dem Kind sowieso erst in den Jahren danach kommt.

20.3.14

Frühlingsmantel Butterick 5966 mit Stickerei































Der Schnitt


Dieser tolle Mantelschnitt fiel mir beim Vogue-Butterick-McCalls-Sale vor ein paar Monaten ins Auge und ich war sofort sehr angetan. Schlicht, elegant und dank des ausgestellten Rocks mit einer guten Prise Retro, das würde mein Frühlings-Mantel werden. Laut dieser Website handelt es sich um ein Rip des Inaugurations-Coats der für ihren Stil allseits gerühmten Frau Obama, na dann, thank you, Mrs. Obama!



Der Schnitt hat vertikale Teilungsnähte über die Schulter, das lässt sich leicht anpassen. Ausserdem gibt es drei verschiedene Vorderteilpaare für unterschiedliche Oberweiten (!!!), wie toll ist das denn?
Angeboten werden zwei verschiedene Längen und ein optionaler kleiner Stehkragen, mir gefiel Michelle Obamas Version vom Schnittcover aber am Besten, ganz ohne Schnickschnack sollte er ein universelles Kleidungsstück werden. (Dachte ich zuerst...)
Übrigens hat Schildi den Mantel aus Wollstoff schon mal genäht, ansonsten habe ich noch keine weiteren Beispiele in der Blogosphäre gefunden.

Verwendet habe ich einen dunkelblauen Wolle-Leinen-Stoff der schon einzwei Jährchen in meinem Vorrat ist. Gekauft hatte ich den auf der schon lange geschlossenen Stoffresteseite von Stoffe.de (glaube ich). Ich habe dort öfters mehrere Stücke des gleichen Stoffes ergattern können, so auch hier, irgendwas über 3m hatte ich so insgesamt, verteilt auf zwei Stücke.


Der Zuschnitt klappte gut, ich habe mit der Größe etwas jonglieren müssen, mein Basisschnitt passt im Moment natürlich hinten und vorne, also eigentlich vor allem vorne, überhaupt nicht. Für den Bauch habe ich dicke Streifen an Breite zugegeben, vor allem am seitlichen Vorderteil. Insgesamt musste ich überall eine Größe zugeben, an der Brust hat das aber nicht so gut geklappt, da habe ich nicht genau genug gemessen, daher die Spannungsfalten. Aber die sind mir jetzt EGAL, und zwar sowas von!
Gefüttert habe ich den Mantel mit grünem Futter vom Betty-Barclay-Verkauf im Nusslocher Outlet.


Nähen liess sich der Mantel wunderbar, ohne Kragen, Manschetten und ähnlichen Zierrat ist er schnell und einfach genäht, wirklich! Ein paar Kleinigkeiten habe ich geändert, es ist kein Beleg für den rückwärtigen Halsausschnitt vorgesehen, das fand ich seltsam, mit Kragen geht das vielleicht noch eben so, aber ohne blitzt doch das Futter raus und es ist nicht stabil genug. Also habe ich auch dort einen Beleg erstellt. Ausserdem habe ich Gürtelschlaufen angenäht, ohne geht nicht, finde ich. Die Belege für die verdeckte Knopfleiste sind laut Anleitung aus Futter zuzuschneiden, das finde ich nicht schön, ist bei dünnerem Stoff auch garnicht nötig, meine sind auch aus dem dunkelblauen Aussenstoff.
In der Anleitung wird zunächst der Saum von Hand und dann das Futter am Saum wieder von Hand angenäht. Ich nähe in so einem Fall das Futter mit der Maschine an den Saum und säume dann die zwei Lagen mit der Hand, von innen. Dabei hat es sich netterweise ergeben, daß die noch nicht zugenähte verdeckte Knopfleiste hervorragend als Wendeöffnung geeignet ist.
Ausserdem hatte ich die Saumkante mit Vlieseline verstärkt, das ist jetzt allerdings einen Ticken zu steif, ich hoffe es hängt sich noch weicher oder wie man das nennen soll.
Wer genau hinsieht stellt vielleicht fest, daß die Knopfleiste auf der falschen Seite ist, tja... kurzer Aussetzer dank netter Gesellschaft, den Rumpf habe ich nämlich bei einem sehr netten Mininähkränzchen mit frifris und Kleidermanie am Samstag zusammengetackert.
Wenn ich den Schnitt nochmal nähe, was ich mir gut vorstellen kann, würde ich ihn ein Stück länger machen. Eine manuelle Sicherheitszugabe am Saum konnte wegen der begrenzten Stoffmenge nicht zugeben, er ist ok so, aber kürzer dürfte er wirklich nicht sein.

Die Stickerei

Wieder zuhause kamen mir immer mehr Zweifel, ob dieser sehr schlichte und nur dunkelblaue Mantel nicht doch ein bisschen ZU schlicht ist. Zugegeben, dunkelblau geht immer, ich liebe dunkelblau, aber genau deshalb habe ich schon einen dunkelblauen Übergangs-Mantel, der passt zwar nicht mehr so gut zu den Kleidern die ich jetzt trage, aber trotzdem. Und dann ist das schlichte an dem Schnitt vielleicht doch eher eine gute Unterstützung für einen in sich klein gemusterten Stoff wie auf dem Beispielbild. Aber einfach nur plan dunkelblau...?
Mir fiel mein Vogelkleid wieder ein, Stickerei auf Erwachsenenkleidung ist so ne Sache, aber da hatte es gut funktioniert und vielleicht wäre das ja auch eine Idee für hier. Nochmal Vögel wollte ich aber nicht, eine schicke Borte hatte ich nicht und dann kam ich recht schnell zu gestickten Blumen. Irgendwas mit Folklore hatte ich im Hinterkopf, dann war ich auch schon bei Osteuropäischen Stickereien, wie schnell ist man da in den Untiefen des Internets verschwunden, relativ bald hatte ich diese hübschen Dateien gefunden, aber ich konnte nicht länger ruhen als bis ich nicht ALLES gesehen habe. Um dann entnervt einzusehen, daß das zuallererst entdeckte das einzig wahre ist. Das geht mir immer so, auch bei Stoffen.
Nach ein bisschen Stöbern hatte ich gedacht, ich würde vielleicht irgendwo original ungarische Matyo-Stickereien (gebt das mal als Bildersuche bei G**gle ein) als Maschinenstick-Datei finden, das scheint es aber leider nicht zu geben.
Ich muss zugeben, diese Motive faszinieren mich schon sehr, vielleicht werde ich doch noch zum Pinterest-Nutzer, ich habe heute mal ein neues Board angefangen, aber da wird man ja ganz schnell süchtig nach Weitersuchen, sehr gefährlich.
Besonders interessant finde ich diese Seite von Kate&Rose, hier gibt es auch einige Handstickvorlagen und einen Blusenschnitt zu kaufen, vielleicht kommt da ja noch das eine oder andere interessante, dieses Kleid (das mittlere) finde ich nämlich wunderschön, aber bitte mit Stickerei.

Der Beschluss stand also fest, ich würde den Mantel besticken. Mein Sohn fand die Idee auch toll und so baute ich vor seiner Nase noch am Sonntag Abend die Nähmaschine um, lud die Dateien herunter, suchte die Farben raus und drückte, als alle Garnrollen gerichtet, der Mantelrumpf entsprechend  eingespannt, die Stickerei positioniert war mutig den On-Knopf.
So nebenbei stickt sich das übrigens garnicht, das sei allen Nicht-Stickmaschinenbesitzern zum Trost gesagt, es ist schon ein ganzes Stück Arbeit und auch Stress, weil schon mal was vermurkst werden kann, auf einem bereits zusammengenähten Kleidungsstück keine so schöne Vorstellung.



Insgesamt habe ich noch den ganzen Montag mit Sticken verbracht, allein die "Button Plackets" auf dem Ausschnitt haben je fast zwei Stunden gestickt. Und weil man alle 5 Minuten bis 3/4 Stunde die Garnfarbe wechseln muss und ab und an natürlich auch den Unterfaden, oder der Oberfaden verheddert sich und reisst, kann man die Maschine auch nicht ganz alleine machen lassen. Aufräumen, Bad putzen, Nudeln kochen, das kann man gut nebenbei. Also wenn das nicht verlockend klingt!?
Die Stickdateien haben sich sehr gut sticken lassen, ich hatte noch nie eine Datei diese Shops kann es jetzt nur empfehlen. Kein Zicken, keine Verknotungen an einer Stelle. Die Preise sind auch sehr fair, man bekommt sinnvolle Sets für den Preis von nicht mal zwei der Dateien, da sollten sich die deutschen Shops mal eine Scheibe...na lassen wir das.

Die Farben habe ich ein wenig reduziert, ich habe alle pink- und rosa-Töne weggelassen und für die Blüten nur rot und petrolblau verwendet. Das ergibt ein einheitlicheres Bild. Auf den Fotos erscheinen die Stickereien leider etwas zu grell, das grün ist etwas grüner, das rot nicht ganz so hell.


Bei dieser länglichen Datei, die ich in zwei Größen für den Rücken verwendet habe, habe ich mich erst über die vielen Farbwechsel gewundert, (warum stickt sie denn nicht erst das ganze grün sondern in Abschnitten?) beim Sticken fiel mir dann auf, daß zuerst der mittlere Teil gestickt wird und dann die zwei äusseren Elemente, so kann man den mittleren auch separat sticken, sehr schön! Das habe ich dann für die Ärmel genutzt.



Bei der zuallererst gestickten Datei unten am Rockschossende habe ich einen Fehler gemacht, die sitzen zu weit in der Mitte. Deshalb wird jetzt das eine Muster vom anderen z.T. verdeckt. An was man alles denken muss, ich muss noch viel lernen!
Insgesamt bin ich aber hochzufrieden mit dem Mantel. Er ist wirklich nicht sehr dick, es muss fast warm sein um ihn anzuziehen, aber das ist es ja jetzt gerade auch, hier bei uns zumindest.
Das Besticke macht schon ein bisschen süchtig, vielleicht gibt es ja bis Sommer noch ein passendes Kleid, wer weiss?

Bessere Tragefotos als die von gestern habe ich leider noch nicht, der Vollständigkeit halber hier also nochmal. MIT den schicken Spannungsfalten!


19.3.14

MeMadeMittwoch am 19.3.2014



Heute zeige ich euch ganz schnell meinen neuen, piroschkaesken Frühlingsmantel. Er ist kurz vor Abfahrt unter Hochdruck fertig geworden, eine ausführliche Beschreibung gibts deswegen erst morgen, das schaff ich heute nicht mehr. 
Es handelt sich um Butterick 5966, ein Michelle-Obama-Rip, das erkennt man aber mit dem bunten Blütendekor kaum. 
Darunter trage ich ein popeliges Jerseykleid nach Knip vom letzten Sommer ebenfalls dunkelblau (die Jerseykleider passen immer noch!!)
Der MMM ist auch ein gutes Stück Selbstdarstellung, macht ja nix, deswegen belasse ich es jetzt bei diesem rudimentären Informationsfluss und verweise auf die kommende ausführliche Mantelbeschreibung, bei der selbstredend auch auf die Spannungsfalten in Brusthöhe eingegangen werden wird. Wir lesen uns!


Ab zum MMM-Blog mit Meike in einem traumhaften Kleid, daß ich weil komplett babyuntauglich dieses mal besonders anschmachte, hach!

9.3.14

Frühlingsjäckchen-Knit-Along 2014 Teil 3 Erster Zwischenstand


Nach dem fertig gestellten Nuvem strickte sich das Deco-Jäckchen zunächst ziemlich schnell, Vorder- und Rückenteil werden in einem Stück gestrickt. Dann müssen nur die ziemlich schmalen Schulternähte geschlossen werden und die Ärmel werden in die Ärmelöffnung mit Hilfe von verkürzten Reihen eingestrickt (sic!).


 Verkürzte Reihen hatte ich vor meiner ersten (noch unvollendeten) Kate-Davies-Jacke noch nie gestrickt, sie sind wirklich genial. Auch Meike hat in ihrem tollen Brustabnäherpost davon geschrieben, ich stricke allerdings nach der japanischen Methode bei der man den Umschlag mit einem Halter (ich nehme ein Stück Wolle)markiert und erst kurz vor dem Zusammenstricken auf die Nadel zieht. Vielleicht eignet sich diese Methode besser für Fest-Stricker? Die andere sieht bei mir jedenfalls nicht schön aus.
Edit: Ohne Videos hätte ich nicht verstanden wie das gehen soll, diese zwei habe ich mir angeschaut: Eins von Carol Fellner und eins von Nancy Wynn.
Die eingestrickten Ärmel finde ich ziemlich toll, zum einen sieht es hübsch aus, zum anderen kann man so schon während des Strickens anprobieren. Ich habe ein höheres Armloch gestrickt als vorgesehen und daher auch eine größere Anzahl Maschen für den Ärmel, jetzt probiere ich immer an und schaue ob die Abnahmen so ok sind. Die Armkugel finde ich echt schick so.


Das "Deco-Pattern", also das mit den senkrechten Rippen, lässt das Strickstück ziemlich zusammenschnurren, ich war tatsächlich etwas im Zweifel ob es nicht zu eng wird. aber jetzt auf der Puppe sieht es gut aus. Halsbündchen und Knopfleiste werden bei dieser Jacke ziemlich breit gestrickt, das passt dann schon.
Das Strickbild finde ich ganz schön,. kannte ich aber ja schon von der roten Jacke. Ein kleines bisschen steif finde ich die glatt-rechten Flächen. Vielleicht sollte ich mich auf die Suche nach etwas dünnerer Wolle machen die ich mit der gleichen Nadelstärke stricken kann. 

Wie weit die anderen sind kann man hier nachlesen.

5.3.14

MeMadeMittwoch am 5.3.2014


Heute trage ich ein neues Jerseykleid nach dem Titelmodell der neuen "Meine Nähmode". Mit dem drapierten und geknoteten Vorderteil eignet es sich gut für Babybäuche, finde ich. Am unteren vorderen Rockteil habe ich einfach ein gutes Stück zugegeben und in Falten gelegt.


Ich habe Größe 40/42 zugeschnittenen, die fällt aber ganz schön groß aus. Ich habe ohne groß nachzumessen an den Schultern (der Ärmel hat dort eine Naht) ein Stück nach oben zugegeben, so wie ich es meistens machen muss. Nach Anprobe habe ich aber mindestens die gleiche Höhe wieder weggenäht und es ist immer noch etwas zu weit.


Dafür ist es jetzt sehr bequem und für den Sommer schon mal schön luftig. Den Jersey, einer von diesen etwas zu fluffigen Viscosejerseys, liegt schon eine Weile im Schrank und scheint auf den Schnitt gewartet zu haben. Mein Mann war ein bisschen irritiert bei dem Muster, ich habe nämlich aus einem ähnlichen Stoff einen Schlafanzug.


Die Anleitung finde ich grenzwertig aufwändig gehalten, zum einen soll ein Reissverschluss in die hintere Mitte eingenäht werden, wohlgemerkt ist der Schnitt "für dehnbare Stoffe wie Jersey" gedacht, für normale Jerseys braucht man den nun wirklich nicht. Zum anderen soll der Ausschnitt mit Schrägband verstürzt werden, das stelle ich mir garnicht schön vor. Ich habe natürlich weder Reissverschluss noch Schrägband verwendet, der Ausschnitt ist einfach versäubert, umgeklappt und festgenäht.


Nett finde ich, daß in der Anleitung eine Anprobe vorgesehen ist. Was ich allerdings überhaupt nicht leiden kann ist, wenn auf der Schemazeichnung der Schnittteile im Anleitungsheft die Passzeichen nicht vorkommen. So kann man beim Abpausen nur mühsam raten und kontrollieren, ob man bei dem Wust auf dem Schnittbogen alle (und hoffentlich die richtigen) gefunden und übertragen hat.
Trotzdem ist das Kleid schlussendlich schnell genäht, vor allem wenn man sich die Mühe mit RV und Schrägband spart.

Schnitt: Meine Nähmode 2/14 oder Simplicity 1653
Stoff: Viscosejersey mit Punkten vom Stoffmarkt
Schwierigkeitsgrad: leicht
Fazit: Sehr bequemes Sommerkleid
Würde ich nochmal nähen: Ja! Beim nächsten werde ich evt. das drapierte Vorderteil in der Seitennaht noch ankräuseln, damit es besser über den Bauch geht.

Alle anderen finden sich im MMM-Blog bei Julia, die heute auch ihrer Jerseykleidliebe frönt.