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25.12.14

Mein Weihnachtskleid 2014 WKSA-Finale in Simplicity 3749

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Euch von Herzen fröhliche und gesegnete Weihnachten!

Das WKSA-Finale ist ein gebührender Abschluss für ein schönes, ereignisreiches Nähbloggerjahr, war wie immer schön mit Euch! Habt ihr schon das Goodie für die MMM-Spendenaktion, die Weihnachtsgeschichte gehört? Ich bin noch nicht ganz durch, habe mich aber schon so daran gefreut, ich hoffe Euch gefällt sie auch.



Auch ich habe ein Weihnachtskleid!
Die letzten Jahre beim WKSA war immer mal wieder bei einigen zu lesen, daß sie das Weihnachtskleid mangels Zeit nur in einem Rutsch nähen konnten und deshalb die Teilnahme am Sew-Along etwas schwierig war. Irgendwie dachte ich da, so ein paar Minuten pro Tag kann doch jede erübrigen, oder? Tja, weit gefehlt, so war das dieses Jahr bei mir nämlich auch.


Im Prinzip wäre es ja durchaus drin gewesen, jeden Tag ein bisschen zu nähen, wäre da nicht am Anfang die große Hürde Zuschnitt! Nicht nur, daß das einer der ungeliebtesten Teile beim Nähen ist, ich brauche dafür auch noch einen leergeräumten Esstisch, mind. eine Dreiviertelstunde Zeit und Ruhe, die Kombi gibt es zur Zeit einfach fast nie. Bei den großen Rockteilen des 50er Jahrekleides scheut mich dann auch noch das auf dem Boden rumkreuchen, die passen nämlich nicht auf meine eine große Zuschneidematte. Das Zuschneiden verschleppte sich also nach dem erfolgten Ändern der Schnittteile immer weiter bis kurz vor dem Finale.
Fazit: Meine Zuschneidesituation benötigt dringend ein Update. Nehme ich mir für 2015 vor.
Eine weitere Zuschneidematte muss her, und vielleicht könnte ich mir irgendwo einen klappbaren Zuschneidetisch installieren? Mal sehen.


Zurück zum Kleid, das habe ich dann nach dem endlich erfolgten Zuschnitt in einem Rutsch am vierten Adventswochenende genäht.
In einem Kommentar wurde ich nach den Anpassungen gefragt, Jana schrieb:

Wie wendest du den Basisschnitt aus Baumwolle denn auf den Jersey an? Der Jersey dehnt sich doch noch und reagiert anders als die BW. Nimmst du da noch andere Änderungen vor?

Ich nehme für Jersey die gleichen Anpassungen wie für Webstoffe, im Zweifel nähe ich bei Jersey einfach noch was weg. Die wichtigsten Änderungen am Schnitt sind im Prinzip die, deren Änderung nach dem Zusammennähen schwierig bis unmöglich sind. Also alles, wo man erst ein Teil wieder abtrennen muss vor der Korrektur (die Ärmel für die Schulterweite) oder was zu klein gerät (bei mir die Schulterhöhe/Armloch). Das muss einfach vorher passen, da pfriemele ich ungern noch dran rum, wenn es schon genäht ist. Und Schulterbreite und Armloch sind bei Jersey und Webstoff bei mir zumindest fast identisch.

Und wie nimmst du Änderungen an einem fast fertig genähten Kleid vor? Mir fällt da nur die Änderung der Saumlängen unten und am Ärmel ein. Aber was macht man, wenn es auch sonst zu groß ist? Trennst du das Kleid dann wieder zum Teil auf?

Die Taillenweite lässt sich später noch ganz gut ändern, ein Stück Taille hat man schnell aufgetrennt um an der Seite was wegzunähen oder einen Abnäher zu korrigieren. Daher auch hier: Lieber ein Stück zu weit, weg geht immer noch.

Bei meinen Änderungen sind mir die Ärmel am Saum etwas zu weit geraten, da habe ich eine Falte eingelegt. Ausserdem war die Taille tatsächlich etwas grosszügig, wahrscheinlich bin ich da im Moment übervorsichtig. Ansonsten hat alles gepasst, das Oberteil musste ich nur zusammennähen, passt. Das Kleid ist oben komplett gedoppelt und für den Rock habe ich ein Futter aus dünnem Webstoff zugeschnitten. Die Taillenweite war durch den dünnen Stoff trotz drei Lagen noch sehr labbelig, ich habe das Futter einen Tick eingekräuselt und so die Naht eingehalten (die flutschige Taillennahtzugabe mit der gekräuselte Futternahtzugabe zusammengesteckt und genäht).
Den Rest erledigt der Gürtel (Apropos: Für den bin ich extra vorgestern nochmal in die Stadt getigert. In fünf Geschäften nacheinander gab es nur breite Gürtel mit vielen Nieten drauf, das scheint der neueste heisse Scheiss zu sein, habt ihr auch alle schon einen? Ich verstehe diese Klamottenläden nicht, überall gibt es dasselbe... Wahrscheinlich hypnotisiert man so die Kunden und im siebten Laden mit den gleichen Sachen kaufen die das dann einfach alles. Es muss ja gut sein, wenn es das überall gibt!?
Im O*say wurde ich dann fündig mit einem netten Dreierset schmaler Gürtel in beige, mittel- und dunkelbraun, sowas hatte ich schon lange gesucht!)


Das fertige Kleid hat mich dann erstmal ziemlich enttäuscht, es kam mir seltsam bieder vor, bestand trotz eines tollen Rockteils irgendwie nur aus Oberweite und sah aus wie ein Morgenrock (laut Schnitt ist es ja ein Hauskleid...) Ich dachte es liegt am Stoff oder am Muster oder an dem sehr gekürzten Oberteil, ich war jedenfalls reichlich genervt, bis mir der Verdacht kam, der Rock könnte ein Stück kürzer besser aussehen. Also, das fertige Kleid am nächsten Tag um den Saum gekürzt und neu umgenäht, siehe da, super! Der Gürtel tut auch noch seinen Teil, jetzt gefällt es mir sehr gut und die Proportionen zum Oberteil sehen ganz anders aus.
Ausserdem ist es sehr bequem, der Rock schwingt sehr hübsch und das Futter schützt vor allzuviel Abzeichnung. Der Schnitt (simplicity 3749) ist so toll, den werde ich noch öfter nähen.
Was man nicht sehen kann sind meine tollen Thermoleggings mit grauen Sternchen, hab ich in einem Ramschladen gefunden. Total warm und kuschelig. Schimpft mich Spätzünder, aber Thermoleggings sind meine Neuentdeckung der Saison. Und dann noch mit grauen Sternchen, wenn das nicht weihnachtlich ist!

Hier meine beiden anderen Teile vom diesjährigen WKSA:




Vielen Dank an Dodo und Juli, die den Sew-Along so schön moderiert haben! Alle anderen Finalisten finden sich hier zusammen.

8.12.14

WKSA Teil 3 und 4

Zuallererst möchte ich auch hier nochmal auf unsere Spendenaktion hinweisen, ich bin wie die ganze MMM-Crew total begeistert, daß ihr auch dieses Jahr so toll mitgemacht habt, Wahnsinn! Wir haben einvernehmlich beschlossen, bei dem guten Start das Spendenziel noch ein Stückchen hochzuschrauben, jeder Euro bringt uns näher an eine weitere Ausbildung einer Frau in Afghanistan, das ist super!!! Und lasst Euch überraschen, das Goodie wird glaub ich ganz toll.

In der letzten Woche habe ich vergeblich auf ein Zeitfensterchen gehofft um mit dem Weihnachtskleid weiter zu kommen, aber nix wars! Eingestiegen war ich erst zwei Tage vor dem dritten Termin, jetzt passt der nächste Zwischenstand halt zum vierten besser, also los!

30.11.: Ich bin in Stimmung, erste Nähte sind gemacht oder wahlweise Endlich hab ich angefangen

Hier passt das zweite ganz gut, den Anfang machte nämlich das Ankommen und für gut Befinden des Stoffes, der erfreulicherweise genauso aussieht wie auf dem Foto im Shop. Natürlich hätte er etwas dicker sein können, aber haben wir Viskosejersey schonmal dicker bekommen als erwartet? Eben. 




7.12.2014 WKSA Teil 4:
Uah, es passt nicht, das muss ich ändern / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin stolz wie Bolle! / Das sieht doch schon ganz gut aus, oder? / Ich hab ein Hängerchen und brauche Motivation!


Bei mir passieren die meisten Änderungen vor dem Zuschnitt, also im Schnittmuster. Dafür hatte ich mir mal einen Basisschnitt erstellt und korrigiere seitdem die Schnitte anhand dieser Schnittteile. Das funktioniert sehr gut und ich habe so eigentlich immer tragbare Ergebnisse, an denen ich kaum noch was ändern muss. Nach Kind drei habe ich eine Weile gezweifelt, ob der Basisschnitt schon wieder passt, aber ich habe ihn diesmal wieder benutzt. Da der Stoff dehnbar ist wird er die restlichen Zentimeterchen für den Stillbusen liefern können ;-)

Ich hab Fotos gemacht und zeige Euch hier mal wie ich vorgehe:



Zier Erinnerung, das ist mein Schnitt, ein als Housecoat deklariertes Kleid mit großem Kragen aus den 50ern, Simplicity 3749. Die Größe entspricht laut Maßangaben eigentlich nicht meiner bevorzugten Kleidergröße, 14 wäre eine Nummer zu klein, aber man weiss ja nie so genau wie es ausfällt.


So sieht das dann aus, wenn man einen Vintageschnitt auspackt, ein Häuflein in diesem Fall schon ausgeschnittener dünner Papierschnittteile, evt. schon seit Jahrzehnten nicht mehr aufgefaltet gewesen. Irgendwie immer wieder ein bisschen heilig, sowas auszubreiten...


Erstmal lauwarm bügeln, sonst wird das nichts.


Da ich an dem alten Schätzchen nichts rumschnibbeln möchte werden die relevanten Teile (Vorderteil, Rückenteil und Ärmel) erstmal 1zu1 abgepaust. Ich hab diesmal Papier genommen statt der dünnen Baumarktfolie, damit ich abgeschnittene Teilchen besser kleben kann.


Erster Blick mit dem darüber gelegten Basisschnitt (blau), ganz erfreulich, so weit weg ist es garnicht. An der Taille fehlt ein gutes Stück und die Schulterlinie muss ich korrigieren. Zu lang ist es auch, aber das ist ja ein kleineres Problem.


Hier habe ich vergessen ein Foto vom aufgelegten Basisschnitt zu machen, das ist das Vorderteil mit dem Kragen. (Den Basisschnitt sieht man untendrunter durchschimmern, allerdings verrutscht)
Das rote sind die Korrekturen, so werde ich also zuschneiden.
Wie erwartet war hier vor allem die Höhe des Armlochs ein Stück zu niedrig, das muss ich eigentlich immer ändern, hinten fiel es aber kaum ins Gewicht. Die Abnäher stimmen von der Weite fast überein, Taillenweite und Länge muss ich hier auch ändern. Ich habe also die Abnäherspitzen nach unten verlegt und dazu passend die Knopflöcher (die müssen zur Brust passen, sonst steht die Knopfleiste auf), der untere Abnäher könnte immer noch zu hoch sein, aber das prüfe ich am genähten Teil.
Ich habe den Kragen etwas nach aussen verlegt weil mir der Halsausschnitt zu eng vorkam, mittlerweile zweifele ich aber, ob ich wirklich soviel verschieben darf. Diese angeschnittenen Krägen sind eine typische 50er Jahre Schnittführung und nicht so einfach zu ändern wie z.B. die Taillenweite. Evt. probiere ich das mal mit einem Probestück. Ich hatte diese Änderung neulich an einem anderen Kleid und da war es nicht ganz so geworden wie gehofft.
Für diese Kragenform muss man aber auf jeden Fall das nach oben stehende Stück, was am Rückenteil den Kragen bildet, entsprechend dem vergrösserten Ausschnitt vom Rückenteil verlängern.

Wie man gut erkennen kann ist alles locker aus dem Handgelenk eingezeichnet, ich mache also kein Riesenaufhebens drum, mein Augenmass ist eigentlich ganz gut. Letzte Korrekturen muss ich eh am fertigen Kleid machen.


Bei der Schulternaht vom Rückenteil habe ich einen Teil der Höhe zugegeben der beim Vorderteil gefehlt hat, ich denke, sonst rutscht mir die Naht zu sehr nach hinten. Oder wäre das wegen des angeschnittenen Kragens notwendig? Das sind so Details, die ich noch nicht so raushabe.


Dann geht es weiter mit dem Ärmel, die Armkugel habe ich abgepaust. Die gemachten Änderungen an den Oberteilen habe ich abgemessen (so supergenau bin ich nicht, halt so pie mal Daumen) und an der Armkugel an mehreren Stellen die entsprechend nötigen Zugaben eingezeichnet.


Den Ärmel habe ich dann einfach an mehreren Stellen eingeschnitten, in der passenden Weite auseinandergezogen und aufgeklebt. Den unteren Teil habe ich erst dann drangezeichnet.

Jetzt kann ich die Belege an den neuen Oberteilen abpausen und die Rockteile mit mehr Weite versehen, dann sollte es eigentlich passen!

Wie weit alle anderen sind kann man hier nachlesen.

27.7.14

Ein Lebenszeichen und ein neues Kleid Simplicity 1028

Ja, ich lebe noch und das Baby ist auch noch nicht da! Könnte ja sein, daß man sich bei einer Schwangeren so seine Gedanken macht, wenn man ein paar Wochen nichts hört, war keine Absicht.
Wie schon erwähnt finde ich die Hitze nicht so toll und meiner sonst gewohnten Produktivität etwas hinderlich. Aber immerhin habe ich neben Kleinkram auch ein Kleid fertig bekommen.
Schon vor ein paar Wochen habe ich mir gedacht daß es jetzt mehr Sinn machen würde, Sachen für Wochenbett und Stillzeit zu nähen, also irgendwie vorne zu öffnen und überlege, welche Schnitte dafür in Frage kommen. Gerade für die erste Zeit nach der Geburt habe ich mir etwas gewünscht, was man schnell an- und ausziehen kann, um nicht den ganzen Tag im Nachthemd rumhängen zu müssen (Dafür wäre auch ein Morgenmantel toll, habe ich auch noch nicht). Es gab in den 40er und 50er Jahren sehr hübsche Hauskleider-Schnitte, im Prinzip wie Wickelkleider (dann gebunden) oder Hemdblusenkleider (geknöpft) geschnittene Kleider in der typischen Silhouette. 



Bei Etsy habe ich diesen Schnitt erstanden, Simplicity 1028, er ist laut einer Bleistiftnotiz von 1954.
Im Schnitt gibt es eine geknöpfte und eine gebundene Variante, weil ich das Kleid jetzt schon anziehen wollte, habe ich Bindebänder dran genäht.


Der Schnitt ist überhaupt nicht als Umstandsschnitt gedacht, deswegen sitzt es jetzt nicht perfekt. Das ändere ich lieber später nochmal wenn ich wieder eine irgendwie geartete Taille habe.



Aber grundsätzlich ist das Kleid recht bequem.

So sieht der Bauch inzwischen von der Seite aus. Das Kind darf noch zwei Wochen weiter wachsen, puh, inzwischen stört er auch beim Sitzen ein bisschen.

Der Kragen ist komplett angeschnitten und sitzt daher auch nicht so supertoll, das war damals aber ziemlich üblich, ich hatte schon einige solche Schnitte. Wahrscheinlich nähe ich noch später 2-3 Knöpfe dran, bisher ist der Ausschnitt mit einer schnöden Sicherheitsnadel gesichert.


Das Oberteil habe ich noch vor dem Zuschnitt einer ausgiebigen Änderung unterzogen, die Schulterpartie habe ich an meinen Basisschnitt angepasst, für die Brustabnäher habe ich mich an zahlreichen Messungen orientiert und eine FBA gemacht. Trotzdem saß es aus dem Originalstoff dann nicht, ich habe ordentlich an Weite wieder rausnehmen müssen. Vielleicht liegt das an der im Moment nicht vorhandenen Taille? Keine Ahnung. Guter Sitz ist es auch jetzt noch nicht, aber wie gesagt, das ändere ich lieber, wenn das Baby nicht mehr so "aufträgt".


Unter den senkrechten Brustabnähern habe ich im Rockteil kleine Fältchen eingebaut damit der Bauch jetzt besser reinpasst, sieht man leider auf den Fotos nicht so gut.


Die roten Paspeln gefallen mir gut, ganz schönes Gefummel die so um die Ecken des Kragens zu legen. Ich habe Fertigpaspel genommen die an den Ärmeln leider etwas knapp wurde. Da habe ich den Saum etwas einhalten müssen, damit es gerade so reicht. Dafür sind die Ärmelsäume jetzt etwas spack, tja, alles kann man nicht haben.
Die Ärmellänge habe ich pie mal Daumen abgeschnippelt, im Schnitt sind sie viel länger.
Die schrägen aufgesetzten Taschen musste ich der Stoffknappheit opfern, schade, die finde ich eigentlich schön. Vielleicht gibt es ja noch eine Variante!
Der Stoff ist von Karstadt, eine dünne Baumwolle vom Angebotstisch. Das Kleid ist mit dünner Ikea-Gardine gefüttert, sonst wäre es zu durchsichtig. 

So, liebes Kind, darf ich meinen Blogbesuchern denn bald mal Deine Sachen zeigen? Ein bisschen Umräumen im Nähzimmer und Suchen auf dem Speicher müssen wir noch, aber das meiste hat schon seine Runden in der Waschmaschine gedreht. Hach, diese winzigen Sächelchen!

7.5.14

MeMadeMittwoch am 7.5. im Schwänchenkleid

Wenn wir sonst am Mittwoch eher Alltagskleidung tragen und zeigen, ist ein Anlasskleid zwischendurch für diese Zeit vielleicht auch erlaubt, denn nach Ostern feiern viele Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Kommunion und Konfirmation. Eine willkommene Gelegenheit für ein besondereres Kleid, oder? Jedenfalls sind diese Bilder vom Sonntag, da wurde mein Neffe konfirmiert.


Für mich ist vor allem der Stoff besonders, der ist nämlich ein Traum! Ich habe ihn in China bestellt, über Etsy (bemüht Euch nicht, nachdem ich ihn bei Twitter gezeigt hatte war er ratzfatz ausverkauft...) Angeblich ist es eine Baumwolle-Viscose-Seide-Mischung, aus der Beschreibung wird man nicht ganz schlau und Zweifel sind sicher auch berechtigt. Aber der Stoff ist in echt genau so wie man sich einen Kleiderstoff wünscht, fliessend, nicht zu dünn und sehr weich auf der Haut. Den würde ich in allen Lieblingsfarben kaufen, wenn ich könnte.
Das Bestellen in China war problemlos, via Etsy geht die Konversation auf englisch und Bezahlen über Paypal, Zoll musste ich nicht zahlen, das Päckchen war innerhalb 2 Wochen da. So wünsche ich mir das! Als nächstes werde ich Indien testen, da gibt es eine Menge schön gemusterter Baumwollstoffe.


Den Schnitt hatte ich Euch hier schon gezeigt, es ist ein 40er Jahre Umstandsschnitt. Ich habe für das zweite Kleid das vordere Oberteil, vor allem die Schultern, verschmälert. Ausserdem habe ich mir die neckischen Druckknöpfe die die Weite regulieren sollen gespart und einfach leichte Abnäher genäht, den Rest macht der Gürtel.


Die Tulpenärmel habe ich ein Stück verlängert, die sind wirklich sehr bequem und hübsch. Ein bisschen Sonnenbräune an den Armen wäre allerdings nicht schlecht, naja.


Fotografiert habe ich im Haus meines Bruders, der hat einen Riesenspiegel direkt neben einem überdimensionierten Fenster, eher eine gläserne Hauswand, eine ideale MMM-Fotolocation für Selbstknipser.



Gestern zum Theaterbesuch bei meinen Kollegen durfte ich das Kleid dann gleich nochmal ausführen. Und für nächsten Frühjahr werde ich das Oberteil einfach in ein normales mit Abnähern umwandeln und die große Weite aus dem vorderen Rockteil nehmen. 



Alle anderen versammeln sich bei der hübsch rotröckig gewandeten Meike im MMM-Blog

16.4.14

MeMadeMittwoch am 16.4.2014

Heute zeige ich Euch mein ersehntes 40er Jahre Umstandskleid. Ich trug es gestern trotz der Kälte. Heute werde ich den ganzen Tag in der Kirche sitzen und proben, dafür ist es dann doch nicht geeignet. Ich habe einen sehr dünnen, fliessenden Viskosestoff verwendet (war mal ein Schnäppchen bei Zauderino-Stoffe), dadurch fällt es ganz wunderbar, ohne Unterkleid geht es allerdings nicht weil der Stoff leicht durchsichtig ist.


Im Prinzip passt es sehr gut und ist bequem (absolutes Ausschlusskriterium zur Zeit, daß man da soviel mehr empfindlich ist, komisch), das Oberteil ist aber ein bisschen sackig, beim Nächsten werde ich noch ein Stück an der Seite wegnehmen. Eigentlich ist dieses Kleid ein Probekleid für einen absoluten Traumstoff, es gibt bei uns eine Familienfeier im Mai, da lohnt sich ein Anlasskleid.


Hier kann man die Tulpenärmel erahnen, der Ärmel besteht aus einem an den Enden ausgebeulten Streifen (weiter unten gibt es ein Foto von der Schnittumschlagrückseite, da kann man das besser sehen) der übereinandergeschlagen und gekräuselt als Ärmel angenäht wird. Finde ich sehr hübsch!


Es gibt eine Weitenregulierung in der Taillennaht mit drei Druckknöpfen auf jeder Seite, das habe ich auch bei einem anderen 40er Jahre Umstands-Schnitt so gesehen. Die dadurch entstehende Falte formt auch den "Sozusagen-Brustabnäher", der natürlich so ungenäht etwas strukturlos bleibt. Aber wie gesagt, bequem ist es.


Wahrscheinlich sollte der Gürtel das verdecken, aber der bleibt natürlich nicht da wo er hinsoll. Macht nix, ich finde die Druckknöpfe fallen in dem Muster eh kaum auf. Im mittleren Rockteil sind Falten abgenäht, Tucks wie der Engländer sagt.


Am Halsausschnitt ist eine Kräuselung von einem Abnäher oberhalb der Brust bis zur Schulternaht. Wegen des ungewöhnlich aussehenden Schnittteils habe ich mich nicht getraut ganz soviel vom Armausschnitt wegzunehmen wie ich hätte müssen, ich hab später noch was weggenäht aber die Schultern sind immer noch ein Stück überschnitten. Jetzt bin ich zu faul das nochmal aufzumachen, ist ja nur ein Probekleid.


Hinten gibt es Schulterabnäher und eine Kräuselung in Taillenhöhe.


Die etwas überdimensionierten Schleifen am Ausschnitt habe ich weggelassen, die waren dann doch einen Tucken zu viel, ähem.


Hier die Schnittteile auf dem Umschlagbild, die Schlange mit den zwei verschluckten Elefanten ist der Tulpenärmel. So eine Ärmelform hatte ich noch nirgends sonst gesehen.


Alle anderen finden sich im MMM-Blog bei der zauberhaften Lucy

20.11.13

MeMadeMittwoch 20.11.2013




Endlich mal wieder ein neues Kleid! Wahrscheinlich denken wir das immer wenn wir was neues genäht haben.
Endlich trifft hier aber immerhin insofern zu, als ich neulich beim Verfassen des ersten WKSA-Posts festgestellt habe, daß ich den Schnitt schon für das letztjährige Weihnachtskleid in die engere Auswahl genommen hatte. Da wird es ja wirklich Zeit den Posten von der inneren To-Sew-Liste zu streichen. Damals hatte mich u.a. Julia mit ihrer Variante inspiriert, den letzten Schubser gab mir jetzt kürzlich Schnitte des Todes, die gleich zwei Knallerexemplare in den letzten Wochen genäht hat. Auch wenn gelb leider so garnicht meine Farbe ist, das ist ein echter Hingucker! Der Schnitt ist aus der 'meine Nähmode' 4/12. als Einzelschnitt heisst er Simplicity 2145.




Den Stoff habe ich vom Maybachufermarkt, ein sehr dünner und flutschiger Viskosejersey, eigentlich nicht ganz geeignet weil zu dünn. Aber ich fand das Muster so toll und das sollte ein Kleid werden!
Beim Zuschneiden wollte er erst garnicht reichen, ich habe mittendrin vor lauter Verzweiflung einfach aufgehört. Nach einigen Tagen enttäuschtem Häufleindaseins habe ich mir alles nochmal genauer angesehen und mithilfe eines ähnlich flutschigen Jerseys in uni-hellgrau einfach alle Dopplungen aus dem unifarbenen Stoff geschnitten und andere, schmalere Ärmel gewählt, jetzt hat es gerade so gepasst. Der Rock könnte einen Tick länger sein, aber hey, ich habe den Schnitt auf 2m gepresst, da sollte ich keine weiteren Ansprüche an irgendwelche Längen stellen.


Die schmäleren Ärmel in etwas kürzerer Länge habe ich mit einer abgenähten Falte am Saum aufgehübscht, siehe Foto.
Statt mit Belegen zu arbeiten habe ich denn grauen Stoff genutzt und das Oberteil komplett gedoppelt, so ist die Problematik des zu dünnen Stoffes gebannt.
Nähen lässt sich der Schnitt gut, die Anleitungen sind in der Meine Nähmode immer noch recht umfangreich (im Vergleich zu anderen Heften nämlich mit Skizzen ausgestattet!) und es passt prima.
Insofern, toller Schnitt, tolles Kleid, toller Stoff, mag es!

Alle anderen treffen sich wie jeden Mittwoch hier, heute trägt Melleni ein Kleid, was ich auch sofort nähen möchte, hach!


3.11.13

Kostüm-Sew-Along Teil 4 - Finale!

                         

Voilà, mein neues Konzert-Outfit, was bin ich glücklich über dieses Ensemble!! Ich bin auch froh, endlich fertig zu sein, es war schon ein Stück Arbeit, aber es hat sich sehr gelohnt, ich fühle mich pudelwohl darin!
           
                         

Nach dem letzten Termin, der ja schon ziemlich vielversprechend aussah, habe ich nach langem Zögern doch alle Taillenbänder wieder rausgetrennt, puh. Die waren eigentlich schon fix und fertig, gebügelt, getrimmt und abgesteppt, eigentlich war die Jacke ja schon fast fertig! 
Aber irgendwie wollte es einfach nicht so sitzen wie ich mir das vorgestellt hatte und außerdem schien es zu eng zu sein. Ich hatte zwar den Schnitt am Basisschnitt verändert, deswegen habe ich auch lange gedacht, es MUSS doch irgendwie passen, aber nach dem schlussendlichen Raustrennen habe ich dann festgestellt, dass sich der Wollstoff beim Bebügeln ein ganzes Stück zusammengezogen hatte und die Taille ein ganzes Stück zu eng gewesen war. 
Upps, da hätte wohl doch irgendeine Vorbehandlung dem Stoff gut getan, jetzt darf ich das gute Stück also lieber nicht waschen. Oder so.
          
                        
                 
     
                        

                        

Die Fotos sind vor dem Haus meiner Eltern fotografiert, draußen war es ganz schön windig, im Hof dafür etwas blaustichig. Kritisch gucken? Kann ich.

Jedenfalls habe ich neue Taillenbänder mit viiieeeeel Zugabe am Rand erneut bebügelt und eingenäht, jetzt würde die Jacke auch einem Vergleich mit dem Basisschnitt stand halten. Die kräuselungen musste ich noch ein stück mehr rauslassen, jetzt sieht man sie kaum noch, naja, so tragen sie immerhin auch nicht auf.    

                        

Außer den Taillenbändern habe ich die Schulterpolster eingenäht und die Manschetten angebracht.
Bei den Manschetten zweifle ich jetzt bei Betrachtung der Fotos ob ich den Schlitz an der richtigen Stelle positioniert habe. Naja, das wäre tatsächlich schnell zu ändern, die sind von Hand angenäht.

                         

                        
                           
Bis letzte Woche war ich ja auch noch unschlüssig was den Rockschnitt betrifft. Hier kam jetzt die wunderbare Bloggergemeinschaft zum Zug, Dodo empfahl mir einen von ihr und 700Sachen favorisierten Simplicity-Schnitt, den drehumdiebolzening. von 700Sachen gerade ausgeliehen bekommen hatte und mir, als sie damit fertig war dann zuschickte. Ich danke euch dreien!!!
Ich habe den Schnitt einfach unbesehen genommen, genausowas hatte ich mir eh vorgestellt und er passt perfekt zur Jacke! 



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Da ich wegen der vielen Teilungsnähte ein anpassen an den Basisschnitt zu umständlich fand habe ich einfach die der Hüftweite entsprechende Größe abkopiert und dann in der Taille einiges abgenäht, das hat gut funktioniert. Ich habe die Variante mit Taschen und sogar mit Riegeln gewählt, die Riegel passen gut zu der mit auffälligem Kragen und Manschetten ausgestatteten Jacke finde ich. Eigentlich hatte ich die kurze Variante abkopiert, der lange schien mir nicht kostümtauglich, aber sowohl beim abpausen als auch nochmal beim zuschneiden habe ich je einige Zentimeter an Länge zugegeben, soviel kürzer als der lange ist er jetzt wohl nicht mehr.

                       

                        

Dummerweise hatte ich vergessen ein Shirt einzupacken, für die Rockpräsentation wäre das vielleicht ganz nett gewesen, jetzt muss es so gehen. Ich hätte die Tascheneingriffsnaht mal noch Bügeln sollen, peinlich.

Hier nochmal die Details: 
Schnitt Jacke aus der neue Mode 1/1975
Schnitt Rock: Simplicity 2451
Stoff vom Maybachufermarkt, ein wollgemisch.
Änderungen: Nichts außer Passform und Saumlängen.


                       

Nachher werde ich noch bei den anderen vorbeischauen. Ich schiele ganz neidisch auf alle, die mehr als ein Kostüm fertig bekommen haben, ich bin ziemlich angefixt mit dem Thema. Danke an Cat für die Motivation, Kostüme sind toll!! Vielleicht wird mein Weihnachtsstücks ja dieses Jahr ein Kostüm statt ein Kleid, wer weiß. Stay tuned, der Weihnachtskleidsewalong startet noch vor Weihnachten!!!