8.12.14

WKSA Teil 3 und 4

Zuallererst möchte ich auch hier nochmal auf unsere Spendenaktion hinweisen, ich bin wie die ganze MMM-Crew total begeistert, daß ihr auch dieses Jahr so toll mitgemacht habt, Wahnsinn! Wir haben einvernehmlich beschlossen, bei dem guten Start das Spendenziel noch ein Stückchen hochzuschrauben, jeder Euro bringt uns näher an eine weitere Ausbildung einer Frau in Afghanistan, das ist super!!! Und lasst Euch überraschen, das Goodie wird glaub ich ganz toll.

In der letzten Woche habe ich vergeblich auf ein Zeitfensterchen gehofft um mit dem Weihnachtskleid weiter zu kommen, aber nix wars! Eingestiegen war ich erst zwei Tage vor dem dritten Termin, jetzt passt der nächste Zwischenstand halt zum vierten besser, also los!

30.11.: Ich bin in Stimmung, erste Nähte sind gemacht oder wahlweise Endlich hab ich angefangen

Hier passt das zweite ganz gut, den Anfang machte nämlich das Ankommen und für gut Befinden des Stoffes, der erfreulicherweise genauso aussieht wie auf dem Foto im Shop. Natürlich hätte er etwas dicker sein können, aber haben wir Viskosejersey schonmal dicker bekommen als erwartet? Eben. 




7.12.2014 WKSA Teil 4:
Uah, es passt nicht, das muss ich ändern / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin stolz wie Bolle! / Das sieht doch schon ganz gut aus, oder? / Ich hab ein Hängerchen und brauche Motivation!


Bei mir passieren die meisten Änderungen vor dem Zuschnitt, also im Schnittmuster. Dafür hatte ich mir mal einen Basisschnitt erstellt und korrigiere seitdem die Schnitte anhand dieser Schnittteile. Das funktioniert sehr gut und ich habe so eigentlich immer tragbare Ergebnisse, an denen ich kaum noch was ändern muss. Nach Kind drei habe ich eine Weile gezweifelt, ob der Basisschnitt schon wieder passt, aber ich habe ihn diesmal wieder benutzt. Da der Stoff dehnbar ist wird er die restlichen Zentimeterchen für den Stillbusen liefern können ;-)

Ich hab Fotos gemacht und zeige Euch hier mal wie ich vorgehe:



Zier Erinnerung, das ist mein Schnitt, ein als Housecoat deklariertes Kleid mit großem Kragen aus den 50ern, Simplicity 3749. Die Größe entspricht laut Maßangaben eigentlich nicht meiner bevorzugten Kleidergröße, 14 wäre eine Nummer zu klein, aber man weiss ja nie so genau wie es ausfällt.


So sieht das dann aus, wenn man einen Vintageschnitt auspackt, ein Häuflein in diesem Fall schon ausgeschnittener dünner Papierschnittteile, evt. schon seit Jahrzehnten nicht mehr aufgefaltet gewesen. Irgendwie immer wieder ein bisschen heilig, sowas auszubreiten...


Erstmal lauwarm bügeln, sonst wird das nichts.


Da ich an dem alten Schätzchen nichts rumschnibbeln möchte werden die relevanten Teile (Vorderteil, Rückenteil und Ärmel) erstmal 1zu1 abgepaust. Ich hab diesmal Papier genommen statt der dünnen Baumarktfolie, damit ich abgeschnittene Teilchen besser kleben kann.


Erster Blick mit dem darüber gelegten Basisschnitt (blau), ganz erfreulich, so weit weg ist es garnicht. An der Taille fehlt ein gutes Stück und die Schulterlinie muss ich korrigieren. Zu lang ist es auch, aber das ist ja ein kleineres Problem.


Hier habe ich vergessen ein Foto vom aufgelegten Basisschnitt zu machen, das ist das Vorderteil mit dem Kragen. (Den Basisschnitt sieht man untendrunter durchschimmern, allerdings verrutscht)
Das rote sind die Korrekturen, so werde ich also zuschneiden.
Wie erwartet war hier vor allem die Höhe des Armlochs ein Stück zu niedrig, das muss ich eigentlich immer ändern, hinten fiel es aber kaum ins Gewicht. Die Abnäher stimmen von der Weite fast überein, Taillenweite und Länge muss ich hier auch ändern. Ich habe also die Abnäherspitzen nach unten verlegt und dazu passend die Knopflöcher (die müssen zur Brust passen, sonst steht die Knopfleiste auf), der untere Abnäher könnte immer noch zu hoch sein, aber das prüfe ich am genähten Teil.
Ich habe den Kragen etwas nach aussen verlegt weil mir der Halsausschnitt zu eng vorkam, mittlerweile zweifele ich aber, ob ich wirklich soviel verschieben darf. Diese angeschnittenen Krägen sind eine typische 50er Jahre Schnittführung und nicht so einfach zu ändern wie z.B. die Taillenweite. Evt. probiere ich das mal mit einem Probestück. Ich hatte diese Änderung neulich an einem anderen Kleid und da war es nicht ganz so geworden wie gehofft.
Für diese Kragenform muss man aber auf jeden Fall das nach oben stehende Stück, was am Rückenteil den Kragen bildet, entsprechend dem vergrösserten Ausschnitt vom Rückenteil verlängern.

Wie man gut erkennen kann ist alles locker aus dem Handgelenk eingezeichnet, ich mache also kein Riesenaufhebens drum, mein Augenmass ist eigentlich ganz gut. Letzte Korrekturen muss ich eh am fertigen Kleid machen.


Bei der Schulternaht vom Rückenteil habe ich einen Teil der Höhe zugegeben der beim Vorderteil gefehlt hat, ich denke, sonst rutscht mir die Naht zu sehr nach hinten. Oder wäre das wegen des angeschnittenen Kragens notwendig? Das sind so Details, die ich noch nicht so raushabe.


Dann geht es weiter mit dem Ärmel, die Armkugel habe ich abgepaust. Die gemachten Änderungen an den Oberteilen habe ich abgemessen (so supergenau bin ich nicht, halt so pie mal Daumen) und an der Armkugel an mehreren Stellen die entsprechend nötigen Zugaben eingezeichnet.


Den Ärmel habe ich dann einfach an mehreren Stellen eingeschnitten, in der passenden Weite auseinandergezogen und aufgeklebt. Den unteren Teil habe ich erst dann drangezeichnet.

Jetzt kann ich die Belege an den neuen Oberteilen abpausen und die Rockteile mit mehr Weite versehen, dann sollte es eigentlich passen!

Wie weit alle anderen sind kann man hier nachlesen.

Kommentare:

  1. Das sieht alles sehr kompliziert aus, aber du hast da ja sicher Routine drin. Deinen Stoff habe ich in Natura auf dem Stoffmarkt gesehen, er ist schon sehr dünn. Aber du machst das schon.
    Grüße Alexandra

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  2. Deine Änderungen und Anpassungen finde ich ganz toll und bestärkt mich (mal wieder) auch so einen Grundschnitt anzufertigen.

    Ob allerdings Viskosejersey die richtige Wahl ist..? Ich traue dem noch nicht so ganz, aber lasse mich mal überraschen! :)

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  3. Ich verfolge deine Nähprojekte schon länger und bin immer von deinen schönen Kleider begeistert. Zum Weihnachtsprojekt habe ich mal zwei Fragen:
    Wie wendest du den Basisschnitt aus Baumwolle denn auf den Jersey an? Der Jersey dehnt sich doch noch und reagiert anders als die BW. Nimmst du da noch andere Änderungen vor?

    Und wie nimmst du Änderungen an einem fast fertig genähten Kleid vor? Mir fällt da nur die Änderung der Saumlängen unten und am Ärmel ein. Aber was macht man, wenn es auch sonst zu groß ist? Trennst du das Kleid dann wieder zum Teil auf?

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du dazu was schreiben könntest. Was Sachen Nähen für mich selbst angeht, bin ich noch ziemlich am Anfang. Meistens profitieren die Kinder noch.

    Viele Grüße
    Jana

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