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9.8.14

Die neue Schwimmbaddecke - ein schneller Quilt im Zickzackmuster - mit Anleitung für das Top


Seit einigen Wochen ist er schon fertig, unser neuer Schwimmbad- oder Gartenquilt. Sein Vorläufer (Anleitung dazu hier, hier und hier) ist immer noch in Benutzung aber um ehrlich zu sein war er mit schnell etwas zu pink und ich hatte Lust auf eine ernsthaftere Liegeunterlage. Abgesehen davon kann man solche großen Decken sowieso nicht genug haben, die Kinder spielen z.B. gerne damit da ist eine Zweitdecke nicht verkehrt.


Zickzackquilts haben mich immer fasziniert, einen kleinen Kinderquilt habe ich mal genäht (leider gibt es garkein Foto des fertigen Quilt auf dem Blog).


Die Stoffe sind wie beim ersten große Reste, eher sowas wie "Muss weg, hab ich keine spezifische Verwendung dafür"-Stoffe. Das blaugraue ist Ikea-Bettwäsche in der ich nicht schlafen kann, das dunkelbraune ein toller Uni-Quiltstoff in der falschen Farbe, das rotgemusterte secondhand-Bettwäsche und das türkisfarbene ein Ikeastoff der zu nichts passen wollte.


In Kombination gefällt mir das jetzt ausgesprochen gut.




Die Rückseite ist zusammengesetzt aus der Ikeabettwäschenrückseite und einer weiteren Secondhandbettwäsche (Bettwäsche vom Flohmarkt ist toll, aber man hat dann solche Mengen von dem einen Stoff, daß man sich echt Mühe geben muss, das wegzunähen)



Kaum fertig wurde er begeistert in Beschlag genommen.



Gequiltet habe ich mit etwas Abstand zu den Nähten mit türkisfarbenem Quiltgarn. Das Binding besteht wieder aus der blaugrauen Ikeabettwäsche. Ich bin immer wieder überrascht, was so ein schmaler Rand doch für eine Wirkung hat. Wäre der z.B. rot würde das ganz anders ins Auge stechen.  Ähnlich wie bei Paspel ist das trotz der Minifläche ein echter Akzent, den man gut überlegen muss. Ich wollte hier den Fokus lieber auf dem schlichten blaugrau haben.


Und so habe ich das Top genäht:


Erstmal die Stoffe raussuchen, ich habe vier verschiedene in leicht unterschiedlichen Mengen genommen. Man kann aber natürlich auch jede Reihe in einer neuen Farbe machen, für einen Quillt in der gleichen Größe bräuchte man dann acht verschiedene Stoffe.


Das Top und damit die Decke wurde etwa 1,8 x 2,4m groß. Ein Quadrat ist 30x30cm groß.
Dieses Schema habe ich mir aufgemalt, damit ich abzählen kann, wieviele Quadrate ich in welcher Farbe schneiden muss bzw. wie die dann zusammengenäht werden müssen. 
Pro Reihe werden von den zwei Farben je drei Quadrate zugeschnitten. (z.B. in der letzten Reihe je drei Quadrate von braun und rot)


Dafür habe ich mein großes Patchworklineal von 12,5 inch genommen. Das ergibt ca, 30cm im Quadrat plus umlaufende Nahtzugabe von 1/4 inch. Wer kein Lineal hat macht sich eine Schablone aus Pappe oder schneidet nach cm-Maß zu. Man kann mit dem Schneidemesser gut mehrere Lagen Stoff gleichzeitig schneiden.


Anschliessend kontrollieren, ob man genug Quadrate geschnitten hat. Hier ist der rote Stoff offensichtlich aus dem Bild gerutscht.


Jetzt die zueinandergehörenden Quadrate die zu einer Reihe vernäht werden zu Pärchen legen, rechts auf rechts. Es sind immer drei Paare pro Reihe, sie müssen genau aufeinanderliegen.


Mit dem Lineal und einem Filzstift (muss nicht unbedingt ein selbstlöschender sein, der Strich verschwindet später als Nahtzugabe auf der Rückseite) einen Strick quer durch das Quadrat malen.
Evt. reicht auch eine Reihe Punkte, ich finde es nicht so einfach auf Stoff zu malen.



Jetzt wird endlich mal genäht, einen 1/4 inch (6mm) neben dem Strich die Quadrate aufeinandernähen.


Am Besten einfach hintereinander weg, ein Sichern der Nahtanfänge ist unnötig. Die Quadrate hängen dann alle aneinander und bilden eine lange Kette.


Die wird dann einfach umgedreht und auf der anderen Seite des Striches nochmal genäht.


Anschliessend werden die einzelnen Quadrate auseinandergeschnitten und jedes Quadrat an der diagonalen Linie zwischen den Nähten durchgeschnitten, am einfachsten mit Rollschneider und Lineal.

Vom weiteren Verlauf des Zusammensetzens habe ich leider keine Fotos gemacht, aber es ergibt sich eigentlich von selbst:
Die geschnittenen Teile werden zu Quadraten aufgefaltet und die Nahtzugabe zu einer Seite, wahlweise der dunkleren gebügelt.
Anschliessend näht man die Quadrate dem Schema entsprechend zu Reihen aneinander, dann wieder die Nahtzugaben bügeln, ich habe hier schon auseinandergebügelt, damit es keine allzu großen Kollisionen gibt. 
Diese Reihen werden zum Top zusammengesetzt, auch danach werden die Nahtzugaben wieder gebügelt. Anschliessend alles nochmal gut bügeln, auch von rechts, und weiter zu einem Quilt verarbeiten. (Siehe z.B. die Anleitungen, die ich im oberen Teil verlinkt habe)
Wenn man vor dem Nähen immer mal wieder das Farbschema kontrolliert, kann da eigentlich nichts schief gehen. 

Die Rückseite habe ich aus zwei Stoffstücken zusammengesetzt, sie muss in alle vier Richtungen einige cm größer als das Top sein, das macht das Zusammensetzen einfacher.
Als Einlage habe ich ein großes Stück Frotteebettuch genommen (Eigentlich hatte ich eine dünne Fleecedece vom Möbelschweden nehmen wollen, aber entgegen meiner Vermutung hatte ich nicht genug im Haus).
Gequiltet habe ich mit Quiltgarn, das ist wesentlich reissfester als normales Nähgarn, und der Maschine. Ich habe mit dem Abstandshalter ein Stück neben den diagonalen Nähten die Zickzacklinien gequiltet, das ist supereinfach und benötigt keine vorherigen Malereien auf dem Top. In der Naht quilten finde ich nicht so schön, man sieht es nicht oder nur da, wo man daneben getroffen hat und es tut auch nichts für die Struktur des Quilts.

Wie ein Quilt weiter verarbeitet wird könnt ihr z.B. in der Anleitung zu meinem ersten Quilt hier: das Heften und hier: das Quilten nachlesen, allerdings habe ich es nie geschafft eine Bindinganleitung zu verfassen.
Hier gibt es zwei Anleitungen zum Thema Bindung (die Einfassung):

Neulich gab es übrigens auch auf Crazymomquilts ganz tolle Posts zum Thema Maschinen-Quilten:

Viel Spaß beim Nachnähen!

24.9.13

Aus Pulli wird Jacke - ein Tutorial

Genau wie ich mögen meine Kinder keine dicken Pullis. Auch im Winter gibt es selten Gelegenheiten, wo sie wirklich was dickeres als normalen Pulli über T-Shirt tragen. Ich selber kann das auch nicht haben, viel lieber mögen wir Jacken die schnell ausgezogen werden können. Und so versauern seit Jahren diverse durch Erbschaft und Flohmarkthamsterkäufe in unseren Besitz gelangte Kapuzenpullis in allen Größen im Kinderkleiderschrank. Gleichzeitig muss ich für die heissgeliebten Kapuzenjacken, die täglich in Gebrauch sind mühsam heimliche Waschmaschinentermine abpassen. 
Das brachte mich heute beim Ausmisten auf die Idee, einen Pulli probehalber mal "umzubauen", in der Hoffnung, die Jungs finden die Idee so genial wie ich.
Ich hab den Vorgang fotografiert und ein Tutorial geschrieben, vielleicht mag das ja jemand nachmachen dem es so geht wie uns.



Man braucht natürlich einen Pulli, der ausgesuchte hat den Vorteil, dass ich kein mittiges Druckmotiv durchschneiden muss, ich könnte mir aber vorstellen, dass das auch nicht wirklich schlimm wäre, das sehe ich dann beim nächsten Versuch.
Dann natürlich einen passenden oder zu langen teilbaren Reißverschluss (den auf dem Foto habe ich dann doch noch durch einen längeren ausgetauscht habe, nicht wundern) und einen Rest Jersey für die Kanteneinfassung. Ich habe dafür 1 Inch, also 2,5cm breite Streifen, länger als die jackenlänge, geschnitten.




Mitte der Pullivorderseite anzeichnen und durchschneiden. Netterweise passt meine kleinste Schneidematte genau in den Pulli. 




Jerseystreifen rechts auf rechts ein paar mm von der Schnittkante entfernt aufstecken, bündig zum oberen und unteren Ende der vorderen Kante ein Stückchen einschlagen. Mit schmalem Zickzackstich direkt auf der Schnittkante des Jerseystreifens feststeppen. Vorsicht bei den unvermeidlichen Stoffknubbeln an Quernähten usw., da lieber langsam machen.




Den Jerseystreifen nach innen umklappen und feststecken, dabei die Enden der Schnittkanten vom Pulli gut verstecken, ich hab den Jerseystreifen da innen so drüber gezogen, dass er nicht rausrutschen kann. Jerseystreifen im Nahtschatten von rechts mit Geradstich festgesteppen. Theoretisch könnte man hierbei schon den Reißverschluss annähen, wäre mir aber zu riskant, schöner wird es wenn man zunächst den Einfassstreifen festnäht.

Jetzt den Reißverschluss hinter die Kante stecken, genug Platz für den Zipper lassen, und mit einer Naht auf dem Einfasstreifen von rechts festnähen. Unten beginnt der RV bündig mit dem Pulliende, oben muss man die obersten 2cm bis zum Halsausschnitt unangenäht lassen, weil die RV-Enden innen angenäht werden müssen. 
Markiert das obere Ende der Naht auf dem zweiten RV-Band durch anhalten an das zuerst angenähte, damit der Halsausschnitt oben rechts und links die gleiche Höhe hat.
Ich habe vergessen, diesen Schritt zu fotografieren, wie das aussehen soll kann man zwei Fotos weiter unten sehen. Damit der Reißverschluss nicht wellig wird muss man die Stoffkante beim Stecken ein kleines bisschen einhalten so als wolle man das Reissverschlussband dehnen. Ich stecke die Stecknadeln im rechten Winkel zur Naht ein und nähe vorsichtig drüber.
Die untersten Zentimeter mit einer Extranaht sichern, da wird viel gezerrt und gezogen. 




Jetzt müssen noch die oberen Reissverschlusskanten versteckt werden. Mein Reißverschluss ist zu lang und hier bot es sich an, die abgeschnittenen Enden in die Absteppnaht vom Halsausschnitt einzufassen. Dafür hab ich den Reißverschluss mit dieser Naht bündig abgeschnitten.



Die muss natürlich aufgetrennt werden. Auf dem Foto ist der RV noch nicht abgeschnitten, die Reihenfolge ist ziemlich wurscht.



Die abgeschnittenen Enden habe ich unter ein Naht vom Halsausschnitt gesteckt und von rechts auf dem Jerseystreifen beginnend die Enden festgenäht, in die alte Absteppnaht hinein. 

Für die Reissverschlussenden muss man sich evt. was anderes überlegen, je nach Schnitt des verwendeten Pullovers. Zur Not kann man sie mit einem Stückchen Jersey einfassen und einfach festnähen. Wenn der RV nicht abgeschnitten werden muss hätte man selbstverständlich nicht so eine scharfe Kante, dann kann man ihn vielleicht einfach so innen festnähen.
Wer einen Reißverschluss mit richtigen Zähnen hat kann den mit einer Zange kürzen, die Zähne kann man einzeln abpflücken.


Fertig! Mal sehen wer ihn an sich reißt...