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17.6.15

MeMadeMittwoch am 17.6.2015

Dies ist der Post der heute im MMM-Blog erscheint, viel Spaß dort beim Lesen der ganzen verlinkten Beiträge!


Hallo und herzlich willkommen zum MeMadeMittwoch am 17. Juni. Ich heisse Katharina und blogge  sonst unter sewing addicted.


Eigentlich geht es am Mittwoch um Alltagskleidung, aber heute zeige ich Euch ein Anlasskleid (was ich sicher in Zukunft auch alltags tragen werde). Am Sonntag wurde mein jüngster Sohn getauft, was gibt es schöneres als dafür extra ein neues Kleid zu nähen!


Ich habe natürlich ein Weilchen nach einem passenden Schnitt gesucht, wollte ich doch auf jeden Fall einen Treffer landen. Beim Durchblättern durch meinen Blog fand ich, daß mir Kleider mit weitem Rock am Besten stehen und für den Sommer sollte es ohne Ärmel sein. Den Stoff hatte ich aus einem Carepaket aus Berlin bekommen, eine ziemlich fester BW-Stoff mit etwas Stretch, vielleicht eher geeignet für Hosen und leichte Mäntel. Große Rockmengen wären ein Risiko, dafür ist er zu steif, aber ein Tellerrock geht, der hat am Bund ja nur eine Schicht. Also das Coatdress von Gertie, diesmal ohne Ärmel.



Vielleicht ist das ein bisschen langweilig, aber erstens mag ich bewährte Schnitte, zweitens war das mit den weggelassenen Ärmeln ein Experiment.


Beim Zuschneiden habe ich dann das Rückenteil nicht gefunden und stattdessen das von einem Knipkleid genommen. Die Rockteile passten wie ich das letzte Mal nicht so richtig an das Oberteil, ich könnte mir wirklich mal die Änderungen notieren...
Große Schnittschlamperei also, aber wie auch immer, es passt jetzt. So langsam frage ich mich ob ich mich nicht doch mal trauen sollte, anhand meines Basisschnittes selbst zu gestalten. 


Ihr seht hier den Zustand nach der Feier, Falten vom Sitzen inbegriffen. Immerhin fast fleckenfrei. Nur die Abendsonne ist nicht so super geeignet zum Fotografieren.
Ich bin sehr glücklich mit dem Kleid, der weite Rock und das ärmellose Oberteil machen das Kleid trotz des eher steifen Stoffes sehr luftig, die helle Farbe ist sehr edel und nicht so alltäglich, trägt sich aber gut. Auf Taillenhöhe muss man das Kleid evt. noch mit einem Druckknopf versehen, ein Gürtel passt nicht dazu, hab ich ausprobiert.
Nach dem Fertigstellen des Kleides habe ich es angezogen und die vordere Öffnung mit Stecknadeln festgesteckt, dann die Lage der Knöpfe festgelegt, jetzt sitzt es wirklich gut. Das ist vielleicht der Vorteil dieser asymmetrischen Knopfleiste, wie weit die auf der Seite sitzt ist irgendwie doch wurscht.


Und welche Schlampereien haben Euch diese Woche zu schönen Kleidungsstücken verholfen?

18.3.15

MeMadeMittwoch am 18.3.2015

Mit diesem Beitrag führe ich heute die MMM-Riege an, wir lesen und aus dem MeMadeMittwoch-Blog!

Herzlich willkommen zum Frühlings... äh MeMadeMittwoch am 18.3.2015!
Ich bin Katharina und blogge unter Sewing addicted.


Hier in der Südpfalz ist es seit wenigen Tagen endlich wärmer geworden, die Natur spriesst noch zögerlich, aber unaufhaltsam hervor, hach, jedes Jahr ein Grund zum Aufatmen!
Endlich wieder ohne Jacke raus, das finde ich ganz wunderbar. Um nicht gar zu luftig angezogen zu sein, habe ich mir ein Mantelkleid, ein Coat dress genäht. Den Schnitt kennt ihr bestimmt, das ist letzte Modell aus Gertie Hirschs erstem Buch (die deutsche Ausgabe heisst Rockabella).


Schon nach meinem ersten Coat dress wollte ich unbedingt ein zweites. Das erste ist als Konzertkleid gedacht (leider passt es zur Zeit gar nicht, es saß von Anfang an etwas stramm) und ich fühlte mich so wohl darin, daß ich für alltags unbedingt auch eines haben wollte. Ich habe also hier und da nach passenden Stoffen Ausschau gehalten und auch ab und an einen bestellt. Aber irgendwie waren die dann als sie ankamen alle doch nicht so toll. Entweder zu dünn oder die Farbe war nicht so wie ich es gedacht hatte, was auch immer, manchmal klappt das ja nicht so mit den Internetbestellungen. Jedenfalls hatte ich dann einige Stücke in größerer Menge (3-4m) im Schrank für die ich irgendwie gar keine Verwendung hatte. Gut, aus vier Metern kann man auch gut zwei Kleider nähen, aber naja, das war ja nicht der Plan.


Als ich dann neulich meine Stoffvorräte mal wieder umschichtete auf der Suche nach etwas bestimmten, fiel mir zum wiederholten Male der rote Stoff, ein Leinenimitat, irgendwas mit Viskose, in die Hände. Die Farbe ist toll, ganz meins (wenn ich die Farbe sehe, kaufe ich sie sofort, große Stoffverarmungsangst in kirschrot. Dabei habe ich schon zwei Kleider und eine Jacke in dem Ton, die trage ich auch oft). Der Stoff hat eine leichte Struktur und einen guten Fall, eigentlich ist der doch garnicht so schlecht, warum hatte ich den für Coatdress-untauglich erklärt? Na egal, soll er halt jetzt vernäht werden.


Bei meinem ersten Coatdress hatte ich nicht nur mit den Tücken des Schnittes (über die nicht zueinanderpassenden Schnittteile wurde hie und da nach Erscheinen des Buches schon berichtet) sondern auch noch mit den Tücken meiner Abpausekunst und der damals noch mangelnden Anpassungskunst zu kämpfen.
Deswegen hatte ich den verwendeten Schnitt gleich danach schonmal umgestaltet, frei Schnauze. Was ich da gemacht habe, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen, irgendwie scheint der Kragen breiter und der Halsausschnitt weiter. Für die Ärmel habe ich gleich ein ganz neues Teil abgepaust.
Für das heutige Kleid habe ich diesen Schnitt dann noch der Prüfung durch meine Basisschnittteile unterzogen, dabei den Brustpunkt tiefer gelegt, die Schulter höher und die Taille mal sicherheitshalber weiter gemacht. Am Rücken nahm ich noch 2 cm weg und fertig.


Beim Zuschneiden stellte ich fest, daß es komischerweise in diesem Fall nur 3m Stoff waren. Damit die reichen, habe ich die Rockteile alle etwas zusammengelegen müssen, also Weite aus dem Saum genommen. Im Original ist das ein ganzer Teller, also tut das fast nicht weh. Danach hat es gerade so drauf gepasst, Taschen und Saumschrägband gab es aus anderen Stoff dazu. Die Knöpfe sind von einer aussortierten Jacke gerettet, eigentlich sind sie etwas zu dunkel, aber jetzt finde ich, das betont den Mantelcharakter ganz nett.



Bei den Nahaufnahmen ist die Kamera wohl von der tollen Farbe ganz überwältigt, es ist natürlich nicht pink.

Zu dem Buch wurde als es neu erschien einiges geschrieben, manche waren ziemlich erbost, daß die Schnitte so fehlerhaft konstruiert waren, auch sitzen die Modelle auf den Fotos an Gertie z.T. garnicht. Ich finde das schon auch schade, aber ich finde das Buch trotzdem sehr lohnend, fast unverzichtbar, wenn man auf Vintage-Look steht.
Von den enthaltenen Schnitten sind einige so toll, die findet man einfach nirgendwo sonst. Und wenn man solche als echte alte Schnitte entdecken würde wären sie nur in einer Größe und würden wahrscheinlich einzeln soviel kosten wie das ganze Buch. Die richtig coolen Vintage-Schnitte sind nämlich leider auch richtig teuer. Und Anleitungen hat man dann oft garkeine.
Soviel also dazu, klar hätte man sich einige Fehler durch sorgfältigeres Herausgeben sparen können, aber, sagen wir mal, das Buch ist halt leider nix für Anfänger. Ich möchte jedenfalls unbedingt demnächst mal die Kostümjacke nähen. Bei der war doch der Beleg zu schmal, gell?


Ich bin jetzt sehr glücklich mit dem Kleid, es ist sehr bequem und schick, der Stoff trägt sich wunderbar. Bei dem schönen Sonnenschein haben wir gestern nachmittag eine kleine Inspektionstour um das Gartenschaugelände gemacht. In meinem kleinen Provinzstädtchen wird nächsten Monat die Rheinland-Pfälzische Gartenschau eröffnet werden, dafür wurde ein ehemaliges französisches Kasernengebiet umgebaut. Mittlerweile darf man (natürlich) nicht mehr aufs Gelände, aber ein Radweg führt drumherum, da kann man schon einiges sehen. Z.B. den Aussichtsturm (das schiefe Ding rechts) und die Gartenschau-Kirche (guckt hier noch links ins Bild) und im Hintergrund Schrebergärten mit schwedisch anmutenden Holzhäuschen. Ich bin wirklich gespannt, noch sieht vieles recht kahl aus, aber der Frühling macht sich dort bestimmt auch bald breit!


Meine Güte ist der schief. Noch der Drehtest zuhause im Garten und dann ihr:




27.1.14

Mein Gertiemantel - Butterick 5824


Es ist wahrlich nicht das erste Mal, daß ich (und bestimmt einige mehr) nach Betrachten eines Kleidungsstückes auf Cats Blog ein dringendes "Auch-Haben-Wollen" verspürt habe. Dieses Mal hatte ich aber zudem mit ca. 36 weiteren nähende Damen (zumindest theoretisch) die Möglichkeit, das Teil in echt und real mal anzufassen oder zu probieren, wer hätte das je vermutet!
Auf einem meiner Bielefeldbilder sieht man sogar im Hintergrund Claudia von Buntekleider in Cats Mantel gewandet. Der Rockteil ist ein sensationeller ganzer Teller, ein tolles Tragegefühl!


Es handelt sich um den Mantel von Gertie Hirsch, erschienen bei Butterick unter der Nummer 5824. Im Gegensatz zu den etwas pfusch-erforderlichen Schnitten aus dem Buch sind die Einzelschnitte gut zusammenzusetzen, das hatte Cat schon festgestellt.
Netterweise bot mir Claudia an, den Schnitt auszuleihen (Danke nochmal!), so konnte ich meinen Mantelwunsch gleich in die Tat umsetzen und jetzt ist er auch schon fertig!


Er ist tatsächlich recht flott genäht, die zuerst so angezweifelten angeschnittenen Kimonoärmel (Cat hatte beim Wintermantel-sew-along 2012 den Schnitt schon in die engere Wahl gezogen) sparen eine Menge Arbeit und auch der angeschnittene Kragen macht nicht viel Mühe.


Aber so ein Mantel verlangt am Ende ja einiges an Handarbeit, da sitzt man dann doch etwas länger als geplant. Allein der Saum braucht tatsächlich Stunden...
Was solls, ich hatte tollen Stoff gefunden und wie schon oft festgestellt ist so ein Mantel ein sehr dankbares Kleidungsstück, da lohnt sich jeder sorgfältige Stich.


(Ihr seht mich ungewohnt mit Brille, heute war garnicht mein Tag. Irgendwer hat mich eine Stunde zu früh aus dem Bett geklingelt, wie soll ich Langschläfer-Nachteule da denn überhaupt nochmal wach werden)


Natürlich laufe ich sonst nicht mit nackigem Dekolleté in der Stadt herum, das normale Bild wäre dieses hier. Netterweise passt mein geliebtes Tuch farblich exakt zu den Eulenhandschuhen.


Noch ein paar Detailbilder an der Puppe:


Den Stoff habe ich aus dem Fashion-Park Nussloch, dort gibt es einen Betty Barclay Stoffverkauf. Ein Besuch ist sehr lohnend, die Qualität der Stoffe ist für den Preis wirklich toll. Mantelstoffe liegen zwischen 15 und 20€, normaldicke Stoffe um 8€, Futter und Einlage kostet 3€ pro Meter. Garn, Knöpfe und Reissverschlüsse, Borten und Bänder haben sie auch. Eine absolute Empfehlung! Danke nochmal an Sewmeow für den Tipp!!

Ich hatte großes Glück, denn bei meinem Spontanbesuch waren alle Mantelstoffe um die Hälfte reduziert, ein wunderbar weicher, warmer und kuscheliger Stoff für 7,50€, immerhin braucht man fast 5m...



Ich habe Paspelknopflöcher gemacht. Auf den Tages(-Schummer)lichtfotos sieht man, daß die Knöpfe farblich eigentlich genau passen.


Einen Schönheitspreis wollte ich mit denen aber nicht gewinnen.


Mit der Rückseite übrigens auch nicht. Verstürzt habe ich mit schwarzem Chiffon, das darf man ruhig sehen, finde ich.


Die Anleitung sieht beide Taschenteile aus Oberstoff vor, das fand ich zu dick. Über Twitter haben wir uns auf eine Schicht Oberstoff, eine Schicht was dekoratives geeinigt (Ja, Twitter ist toll!). Der Rest dieser wunderbar geblümte Viskosemischung wird hoffentlich bald ein Kleid.

Mit dem Schnitt bin ich wie vermutet gut zurecht gekommen, ich habe oben eine 14 und unten etwa 16 (gab es auf dem Schnitt nicht) zugeschnitten, die Ärmel habe ich sicherheitshalber noch etwas weiter gemacht, die Taille auch. Die angeschnittenen Ärmel sind um einiges bequemer als eingesetzte, kein Wunder, es gibt ja auch keine störende Naht, die z.B. die Strickjackenärmel hochzieht.
Die Mengen an Rockstoff tragen sich wirklich wunderbar, ich kann mir aber gut vorstellen, daß man da einiges an Weite wegnehmen kann ohne viel Effekt zu verlieren. Ich hätte ja noch ein 3m Stück Mantel-Stoff, ohne Richtung, evt. wäre es einen Bastel-Versuch wert, mal sehen.

Ich bin gespannt, wieviele Gertiemäntel noch so in der Bloggerhemisphäre entstehen, ich habe von einigen Geplanten gehört!