Es gab Jahre, da hatte ich vor Weihnachten regelrechte Bastelflashs. Mit Papier habe ich immer schon gerne gearbeitet und wann bieten sich so vielfältige Möglichkeiten diese Neigung auszuleben, wie jetzt? Ich weiss noch, daß ich in einem Jahr die gesamte ältere Generation meiner Familie mit selbstentworfenen Musikengel-Transparentbildern (Stichwort Tonpapier) versorgt habe, viel schlimmer war es aber in dem Jahr, in dem ich nicht aufhören konnte, kleine plastische Sterne aus Papier herzustellen die mit mehreren Lackschichten versehen wurden um sie stabil zu machen, was enorm aufwändig war. Z.T. waren die Sterne winzig, vielleicht 5 cm, aber da steckte eine Arbeit drin...hübsch waren sie allemal. Damals hatte ich selbst noch keine Familie und deswegen landeten leider nur die Reste und die Prototypen in meinen eigenen Adventsdekoschachteln, trotzdem freue ich mich jedes Jahr, wenn ich sie wieder auspacke.
Jetzt am Wochenende hat es mich wieder erwischt, irgendwo sah ich einen gefalteten Papierstern aus Transparentpapier und ich wusste, das wollte ich immer schonmal machen. Ich BRAUCHE jetzt solche Sterne und zwar bitte für jedes Fenster. Hier wird eher etwas sparsam dekoriert (wenn ich mir andere Wohnungen so angucke) und ziemlich traditionell, die Sterne passen wunderbar ins Haus.
Tante Google hält natürlich auch dafür Anleitungen parat (Lucy hat kürzlich einen
so treffenden Artikel geschrieben), sicher nicht die schönsten aber doch in einer ausreichenden Auswahl um mal ins Thema reinzukommen. 'Schnell und einfach' ist nämlich nicht meine Baustelle, ich hab es lieber aufwändig und zeitraubend, schliesslich soll die Begeisterung ein paar Jahre halten. Gemacht hatte ich sowas allerdings noch nie.
Zunächst bastelte ich also aus einem Rest Transparentpapier aus so einer Packung in der von jeder Farbe ein DIN A4 Bogen drin ist einen Probestern, orange, nicht ganz so mein Ding, aber es reichte zum Testen, schön und gut gelungen liess er auf weiteres hoffen.
Als nächstes marschierte ich in den örtlichen Schreibwarenladen und kaufte Transparentpapier in größeren Bögen. Mit der Google Bildersuche sammelte ich mir einige schöne Exemplare zusammen.
Das war der gleiche Stern wie das Probemodell, gefunden auf
diesem Blog, so ein schlichterer 8zackiger Stern ist in einer halben Stunden fertig, eignet sich also sehr gut zum Anfangen oder für Kinder deren Geduld nicht allzu lange anhält. Ich habe entgegen der Anleitung ein Seitenverhältnis von 2:1 gewählt, so gefällt er mir besser.
Für einen 16zackigen braucht man dann schon etwas mehr Zeit und evt. auch mehr Licht um alle Details zu sehen. Der hier hängt an einer gläsernen Zimmertür und freut beim Reinkommen. Er ist von
Stern-basteln.de, dort finden sich noch mehr Sterne.
Das schöne am Stern basteln ist, dass es nach dem Zuschneiden kaum noch Platz braucht, man kann sich durchaus gemütlich bei Tee und Plätzchen am Tisch versammeln und basteln. Oder in einer Pause, Dienstag z.B. musste ich im Theater den halben Nachmittag überbrücken, ganz still vor sich hin falten.
Da entstanden die Zacken für meinen Lieblingsstern (bis jetzt), er hängt in der Küche, nachts sieht er so aus, s.o., tags so:
Das Mittelstück ist aus Tonpapier, daher der große Kontrast. Er ist von
creadoo. Das Falten allein hat über eine Stunde gedauert, aber er ist wirklich wahnsinnig schön. Wenn man ihn in der angegebenen Größe nachfalten möchte muss man die Zeichnung für das Mittelstück so vergrößern, daß es gerade noch auf DIN A4 passt.
Diesen Stern habe ich neulich
hier gefunden, so zweifarbig gefällt er mir aber besser. Als Vorlage sollte man sich ein genaues Fünfeck suchen, die Vorlage aus dem Blog dient besser nur als Schema, ich hab etwas geflucht beim Falten.
Auf einer österreichischen Seite hat die Verfasserin
dieser Anleitung den Stern als ihren Lieblingsstern genannt, er heisst Clarissa und ich finde ihn auch sehr schön, seht ihr die Strahlen an dem Innenstern?
Für den werden die Streifen im Verhältnis 3:1 geschnitten, einen Teil der Länge wird aber wieder weggefaltet, er wurde irgendwie kleiner als ich dachte. Ich glaube ich mache nochmal einen größeren.
Die meisten Sterne werden aus rechteckigen Streifen gefaltet, dieser ist aus Quadraten, die Anleitung ist von
hier.
In einem
Hütehundeforum bin ich auf diesen Stern gestossen (nein, ich habe nix mit Hunden am Hut), er besteht aus 16 Zacken und dauert daher etwas. Mein Sohn fand, das wären Herzchen da am Rand.
Hier fand ich mein Exemplar besser als das in der Anleitung *hüstel*, jetzt hatte ich ja auch schon ein bisschen Übung.
Wenn ihr jetzt auch Lust auf Transparentpapiersterne bekommen habt, noch ein paar Tipps:
-Zum Zuschneiden habe ich mein Patchworkwerkzeug benutzt, also Rollschneider und Lineal auf Schneidematte, das ist sehr komfortabel. (Und wegen der Klinge: Ist ja für Weihnachten!)
-Am Besten faltet man immer von unten nach oben, dann sieht man über den Fingerspitzen wohin man faltet.
-Jeden Falz gleich mit dem äusseren Fingernagel glatt streichen.
-Zum Kleben einen Stift benutzen, Flüssigkleber wellt das Papier.
-Die fertigen Sterne sollte man eine Weile unter schwere Bücher legen, alles was danach noch hochsteht kann man mit einem Tupfen Klebestift plätten.
-Befestigen kann man die Sterne mit winzigen aufgerollten Tesastreifen.
Wer einen tolle Quelle für Transparentpapier hat, gibt es denn nur dieses was es immer schon im Schreibwarenladen gibt? Irgendwie hat sich die Farbpalette seit meinen Kindertagen nicht geändert und ist doch sehr überschaubar.
Soweit ist mein Flash fürs erste ausgelebt, Platz an den Fenstern wäre wohl noch. Aber jetzt ist erst mal das Weihnachtskleid wieder dran.