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6.11.17

Vintage-Mantel aus der Knipmode



Ihr seht mich ziemlich zufrieden, denn ich habe einen neuen Mantel! Ich habe ihn ja vorletzte Woche schon beim MeMadeMittwoch gezeigt, aber leider mit Zimmerfotos bei schlechter Beleuchtung. Und ausserdem waren noch ein paar letzte Handgriffe zu tun, das habe ich heute erledigt.
Ich hatte ihn allerdings trotzdem seit dem ersten Post täglich getragen.


Er schliesst bei mir genau eine Mantellücke, grau, passt gut zu Kleidern, nicht zu warm, perfekt für jetzt wo es noch nicht ganz so megakalt ist. Falls man eine Ausrede braucht, noch einen Mantel haben zu wollen, das wäre meine.
Im MMM-Post hatte ich schon geschrieben, daß der Nähprozess nicht ganz so reibungslos vonstatten ging. Beim Blick ins Heft (Knipmode 10/17, hier ist der Einzelschnitt) war es Liebe auf den ersten Blick, ABER ich hatte etwas Sorge wegen des Kragens und auch wegen des langen Taillenbandes. Trotzdem habe ich irgendwann alles mutig zugeschnitten.


Weil ich hoffte, mit dem Aussenstoff noch eine Windstoppereinlage verarbeiten zu können, die ich aber erst bestellt hatte, habe ich eifrig zuerst das komplette Futter zusammengenäht und angefangen die Kleinteile weiter zu verarbeiten. Das würde ich lieber nicht nachmachen, denn das Futter kann man beim Besten Willen nicht ordentlich anprobieren. Als dann nach dem Zusammensetzen des Aussenstoffes endlich feststand, welche Änderungen ich doch machen müsste, musste ich das Futter natürlich erst wieder auftrennen...naja.


Wie eigentlich zu erwarten war, ist mir das Originaltaillenband zu lang, es geht viel zu tief nach unten, meine Taille sitzt einfach recht hoch und dann kommt recht bald Bauch und Hüfte. Als erstes habe ich das Oberteil gekürzt und die Falten wieder entsprechend zugenäht, das reichte aber nicht. Dann habe ich mir ein Herz gefasst und das Taillenband auf zwei Knopflöcher entsprechend gekürzt. Die Knopflöcher waren übrigens schon drin...


Die Paspelknopflöcher hatte ich schon in das unvermählte Teil gemacht. Dafür konnte ich jetzt das am wenigsten schöne abschneiden. Das war dann wohl mein Übeknopfloch. 
Ich war an diesem Nähabend dann so in Zeitnot, daß ich mir einen Zuschneidefehler für eine schnelle Rückseitenlösung zuhilfe nahm:


Ich hatte vergessen, die Schnitt-Belegteile vom Vorderteil zu einem Teil zusammenzusetzen und hatte also hier auch drei Teile zugeschnitten. Dank des gekürzten Oberteils rutschte die obere Teilungsnaht vom Beleg dann auf Knopflochhöhe und dann hab ich frech die untere Teilungsnaht auf die andere Knopflochhöhe versetzt und einfach mit dem Nahttrenner knopfbreit durchgesäbelt. Fertig ist die Laube!!
Hier hab ich heute mit ein paar Handgriffen meiner inneren Inge Rechnung getragen und die Schlitze zumindest fixiert. Duckundweg.



Beim Kragen war ich sehr skeptisch, ob ich sowas tragen können oder wollen würde. Jetzt weiss ich garnicht mehr, was mich abgehalten hat. Vor allem die Seitenansicht finde ich total klasse. 
Das obere Kragenteil ist ein völlig riesiges Teil, was durch Kellerfalten auf die (normale) Unterkragengröße gebracht wird. Jetzt plustert sich das ganze so auf und bildet hinten im Nacken einen richtige Wulst, erinnert irgendwie an einen Pelzkragen oder einen Schalkragen, jedenfalls schick.


Der Rücken ist mir tatsächlich einen Tick zu eng geraten, Fahrrad fahren ist möglich aber ist nicht ganz so toll (ich hab ein Rennrad). Ich fürchte aber, ich muss das so lassen, oder ein Teil komplett austauschen. Lieber nicht.


An den Ärmeln sind nette Manschetten angenäht, die dann einfach umgeklappt werden. Das spart einiges an Arbeit, denn der Ärmelsaum wird einfach verstürzt, kein Futter mit der Hand annähen usw. Sehr praktisch.


Ausser den Knöpfen am Taillenband sieht der Schnitt Druckknöpfe oberhalb und unterhalb vor. Das finde ich ungewöhnlich aber irgendwie schön und habe daher die grössten genommen, die ich bekommen habe. Ich glaube 21mm sind die im Durchmesser. Leider ist das Annähen eine Heidenarbeit, geht nur von Hand, 6 Löcher pro Stück und jeder Knopf hat ja zwei. Örgs.


Das Zumachen muss ich noch ein bisschen üben. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß ich den Stoff bei Alfatex in Bochum gekauft habe, aber schon im Februar. Das Futter ist von Rene Lezard und ich hatte nicht genügend, grrr. Aber die Farbe ist so toll.



Und der Schal ist ein Nuvem aus silbergrauem Lacegarn von Drops.

5.5.17

La Maison Victor Mantel Villette und ein neues Knip-Kleid

Bevor mein Blog zu einem reinen MeMadeMittwoch-Blog verkommt möchte ich doch gerne mal wieder etwas ausführlicher posten. Mittlerweile findet ja auch von mir einiges an Kommunikation auf Instagram statt, so die schnelle Ergebnispräsentation zwischendurch, und das Feedback ist da auch toll. Grundsätzlich finde ich Instagram echt unterhaltsam! Aber um mehr und ausführlicher etwas zeigen zu können halte ich Blogs weiterhin für unverzichtbar und zeige Euch daher heute meine neue Jacke und ein Kleid.


 


Da wir Selbernäherinnen im Gegensatz zu den Käuferinnen nichts anprobieren und testen können, schlafen manche Ideen einen längeren Dornröschenschlaf, bevor sie mit einer größeren Portion Mut dann doch mal aufgeweckt werden. Heisst es ja bei "riskanten" Projekten immer, einen u.U. geliebten Stoff zu opfern um evt. ein TFT zu produzieren. So ein ähnliches Gefühl hatte ich bei diesem Kleid und noch mehr bei der Jacke.
Im Laufe der Jahre habe ich glaube ich schon ein ganz gutes Gespür dafür, was gehen könnte und was nicht, aber bei Dingen ausserhalb der Komfortzone man überlegt halt einzwei Tage länger und wägt sehr genau ab.
Im Falle des Kleides habe ich dann auch nicht den eigentlichen Zielstoff angeschnitten, aber der graue mit den Dreiecken war jetzt auch kein billiger Probestoff sondern ist so eine Art limited Edition von lillestoff? Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.


Für das Kleid suchte ich nach einem Schnitt aus einem Teil, ohne Abnäher oder Teilungsnähte ("Der Rock aber war ungenähet, von oben an bis unten aus gewirket durch und durch..." na wer kennt's?) für einen anderen Stoff mit einem Großraummotiv. Also auf gut nähdeutsch ein Sack, aber bitte ein kleidsamer. Entsprechende Schnitte in der Knip gibt es immer mal wieder und am Model sehen die auch immer toll aus. So recht die Traute hatte ich bisher kaum die für mich zu nähen, irgendein Versuch scheiterte auch mal. Nun gut, ich entschied mich jetzt für einen Schnitt mit einem hübschen Ausschnitt mit Fältchen und einem mit Band gestalteten Guckloch.  Nachdem ich Raven ja auch tragen kann, dachte ich mit einem gut fallenden Jersey würde das schon gehen. Und siehe da, geht auch!


Bei der Länge bin ich etwas unschlüssig, vielleicht beim nächsten zwei cm mehr. Und insgesamt ist es recht weit, der Schnitt ist für Webstoff. Kann ich also etwas mehr wegnehmen. Aber ansonsten: Sehr bequem, passt zum Stoff, mag ich auch an mir. Die Ärmel sind eingekräuselt, das mag ich auch. Versuch gelungen! Sehr alltagstauglich.
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip, die Ausgabe Januar von 2014. Das Kleid gibt es hier im Knipmode-Shop


Mehr noch überlegen und prüfen musste ich meinen Wunsch nach einer Villette Jacke aus der Maison Victor von Januar-Februar 2017. Die Jacken aus der Maison Victor gefallen mir oft sehr gut, aber passen doch eher über schmale Schnitte, jedenfalls dachte ich das bisher. Und ich trage ja oft Kleider mit ausgestellten Röcken. Die Jacke Chloe habe ich z.B. auch angeschmachtet, als sie rauskam, aber fand, daß ich wirklich nichts dazu anziehen könnte.


Die Jacke Villette ist weiter geschnitten, mit überschnittenen Ärmeln, endet aber recht schmal. Ich habe sämtliche Nähergebnisse im Internet die ich finden konnte studiert. Immer mal wieder. Dafür ist Instagram dann auch ganz gut, die Suche mit Hashtag funktioniert super, wenn man was genaues sucht (z.B. #manteauvillette eingeben). Vor allem im französischsprachigen Bereich wurde die Jacke häufig genäht und dann gibt es noch einen ähnlichen Schnitt von einer anderen Firma. Fast alle Exemplare die ich sah, fand ich zu kurz für meine Bedürfnisse. Die überschnittenen Ärmel hingegen sahen toll aus, garnicht bollerig oder so. Ansonsten fand ich, die Jacke geht eher mit Schal als ohne.
Das hiess für mich: Oben so lassen, locker 10 cm länger zuschneiden und unten etwas weiter, damit es nicht an der Hüfte plötzlich eng wird. Ich wollte eher einen Mantel als eine Jacke.
In Bochum hatte ich bei Alfatex einen tollen Stoff genau für diese Jacke gefunden. Taupe, meine Lieblingsfarbe, dick und kuschlig, es ist eine Art Wollfleece, also gestrickt und dann auf einer Seite aufgeraut.


Nochmal drei Tage überlegt, aber dann habe ich zugeschnitten. So hatte ich ihn als Zweitprojekt mit nach Bielefeld genommen im März. Dann passierte eine Weile garnichts, aber als es dann plötzlich wieder so kalt wurde, wollte ich genau so eine Jacke gerne haben und letzte Woche ist sie dann endlich fertig geworden.
Das Nähen ist völlig simpel - für einen Mantel. Die Taschen sind aufgesetzt, lediglich den Kragen muss man halt einsetzen, aber das war auch alles an Herausforderung. Die Ärmel sind fast wie angeschnitten und lassen sich annähen, bevor die Seitennähte geschlossen sind.


Das Futter hat mich dann allerdings noch einige Nerven gekostet, denn ich habe normales (nicht dehnbares) genommen, der Oberstoff hatte aber dank seiner Strickstruktur beim Zusammennähen schon ordentlich nachgegeben. So passte das überhaupt nicht mehr zusammen. Also habe ich im Futter einiges an Extra reingebastelt und am Aussenstoff ein paar c m wieder weggenäht.
Dann noch die Portion Handarbeit, die so ein Stück halt fordert. Ich mache das ja gerne, aber vergesse immer, wieviel Zeit es doch kostet.


Jetzt bin ich sehr glücklich über meine Jacke. Sie ist total kuschelig und sehr leicht, anders als die Wintermäntel, die man jetzt wirklich nicht mehr rausholen möchte. Und der lässige Stil gefällt mir sehr gut.
Schnitt: Jacke Villette aus La Maison Victor, verlängert, zweiter Knopf.
Stoff von Alfatex aus Bochum, Wollgemisch
Futter aus Verl

11.1.15

Herbst-Jacken-Sew-Along Finale der Herzen


Heute gibt es die versprochenen Tragebilder von der peppernoot-Jacke. Ich hasse es, etwas nicht fertig zu machen und so kann ich es auch nicht leiden, einen Sew-Along unbeendet stehen zu lassen.
Beim letzten Termin hatte die Jacke noch ein paar Schönheitsfehler und ich gestehe, die hat sie immer noch. Ich kam nicht dazu, noch etwas zu ändern, so dringend sind die Fehler nämlich nicht und bis gestern hatte ich sowieso nur den Mantel an. Vor dem kalten Advent hatte ich Peppernoot täglich an, trotz ungeschlossener Wendeöffnung usw. Die letzten Wochen lag sie nun aber nur rum und ich nähte lieber andere Sachen.
 

Gestern kam mit dem Sturm sehr frühlingshaftes Wetter und peppernoot war genau richtig für den Gang auf den Markt. Der Mai Tei kam auch zum Zug, weil der Kinderwagen einen Platten hatte.
(Ich kann den Mai Tei nur vorne binden, für die Bindebänder hat die Stofflänge nicht ganz gereicht und ich dachte das reicht schon. Naja, leider nicht ganz...)


Zu diesem Kleid passt das anorakartige nicht so gut, aber manchmal stört mich das nicht so. Da fällt mir ein,ich könnte noch einen butterick-mantel in einer anderen Farbe gebrauchen, hmmm...


Danke an Chrissie ne Dreikah für den schönen Sew-Along, ohne den ich den Mantel/die Jacke/wasauchimmer nicht in Angriff genommen hätte! 
Hier sind die anderen Herzensfinalteilnehmer.

13.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 2: Stoffvorstellung und erste Schritte

Für welchen Schnitt habe ich mich jetzt endgültig entschieden? Habe ich den passenden Stoff schon gefunden? War der Stoff eher ein Kompromiss oder habe ich meinen Wunschstoff gefunden? Gab’s das passende Futter dazu? Ist ein Probeteile geplant oder schon fertig? Womit habe ich schon losgelegt? Oder ist mir schon so kalt, dass meine Jacke schon fast fertig ist?
Unverhofft kommt ja bekanntlich oft, aber bei einem Sew-Along ist es eigentlich auch nichts neues, daß man beim zweiten Termin plötzlich mit einem völlig neuen Plan auftaucht, gelle?
So ganz überzeugt war ich letzte Woche nicht, das habt ihr sicher gemerkt. Es lag bestimmt vor allem daran, daß meine Stoffvorräte nicht 100%ig kompatibel mit den Schnitten waren, ein eindeutiges Ausscheide-Argument.
Und dann entdeckte ich bei Nina eine Indie-Designerin, die wenn ich mich nicht irre auch mal kurz Thema bei Twitter gewesen war. Die Jacke die Nina nur vorgestellt hat aber nicht nähen möchte gefällt mir auch gut, die wäre aber nicht das was ich für diesen Herbst brauche. Im Etsy-Shop fand ich dann das hier und war sofort verliebt:


Quelle


Quelle

Er ist gerade erst als Schnittmuster erschienen, als Nina den Post eine Woche zuvor schrieb war er noch gar nicht online. Die anderen Schnittmuster von wafflepatterns sind auch interessant, trotzdem hat in meinem Blog-Umfeld noch niemand etwas von ihr genäht.  Bei der Designerin handelt es sich um eine in Amsterdam (im Nähparadies...) lebende Japanerin. Ihr Blog wirkt recht sympathisch wie ich finde. Sie hat diesen Mantel zunächst nur für sich selbst genäht und dann auf Bitten der Blogleser als Schnittmuster herausgebracht, so steht es jedenfalls im Blog.

Für mich ist das eher ein Anorak denn ein Mantel. Ich habe eine nicht ganz ausgelebte Liebe zu Anoraks. Vor kurzem habe ich ein Langzeit-Ufo (was sicher nichts geworden wäre) endlich entsorgt, damit war dieser Punkt wieder "vakant", jeder hübsche Anorak löst bei mir ein Haben-Wollen aus. Dieser wird es jetzt werden!


Dazu kommt, daß ich ziemlich passende Stoffe im Schrank habe. Letztes Jahr habe ich einen farblich sehr schönen Jacken/Mantelstoff erstanden. Einziger Minuspunkt: Er war sehr günstig und ist nicht aus Wolle. Ich muss jetzt einfach Vertrauen haben, daß er trotzdem hält was er verspricht, wie gesagt, die Farbe finde ich traumhaft, mittelbraun mit Hang zu grau, wollige Optik und Haptik.
Das Futter ist einer der Klassiker vom Maybachufer, den habe ich mal von Freunden mitgebracht bekommen, eigentlich sollte das ein Kleid werden. Der passt aber so perfekt zu dem braunen Stoff und zum Herbst, das muss jetzt so.


Was ich noch brauche ist eine passende Paspel. Entweder ich nehme den Blätterstoff, dann ist die Paspel auch gemustert. Vielleicht ist mir das aber zu verspielt, ich zweifle noch, lieber wäre mir eine einfarbige Paspel in einem passenden Grünton. Hat eine eine gute Quelle für fertige Paspeln in allen Farben?


Vor der Kür kommt bekanntlich die Pflicht, PDF-Schnittmuster sind ja soooo praktisch, aber das Ausdrucken macht leider keinen Spaß (und mal wieder vergass die Schreiberin dieses Blogs, vor Beginn des Druckvorgangs die Druckgröße auf 100% zu stellen. Und merkte es erst nach dem 40. gedruckten Blatt oder so...). Und ob das Kleben Spaß macht, werde ich in den nächsten Tagen merken.

Ob die anderen schon weiter sind als ich könnt ihr bei Dreikah lesen.

3.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along 2014: Teil 1 Inspirationen und Schnittmuster

Ha, ich muss verrückt sein. Ein Sew-Along und das mit meinem Zeitbudget im Moment, völlig bescheuert!
Also zugegeben, ein bisschen habe ich mich überreden lassen, aber beim Thema Jacken juckt es mich  jeden Herbst in den Fingern. So ein grösseres Projekt pro Saison ist schon schick. Ach, irgendwie werde ich das doch hinkriegen, vielleicht werden es einzwei Kleider weniger stattdessen? Wir werden sehen.

Das Thema für den ersten Treffpunkt lautet:

Welchen Mantel/ welche Jacke möchte ich nähen? Was brauche ich? Für den Herbst oder den Winter? Oder beides? Welche Schnittmuster kämen in Frage? Habe ich bereits eine Auswahl oder fehlt mir jegliche Idee? Was mache ich als Mantel/Jackenanfänger?


Also ein Jacken/Mantel-Sew-Along, ich habe schon einige Mäntel und Jacken genäht, die Posts des ersten Mantel-Sew-Alongs könnt ihr hier sehen, letztes Jahr trug ich dann nach Fertigstellung vor allem diesen Gertie-Mantel und auch mein Frühjahrsmantel lässt sich schon wieder ganz gut an, wenn es doch mal etwas herbstlich ist hier.
Was soll es also bei diesem Sew-Along werden? 
Ob für Herbst oder Winter ist mir eigentlich egal, ich entscheide da lieber nach dem Schnitt der mir am besten gefällt.

Schon immer haben mich solche Bademäntelartigen Mäntel gereizt, keine Knopfleiste o.ä., großer Kragen, wenig Schnickschnack. Hier immerhin noch mit aufwändiger Blumenstickerei, aber die ist ja optional. Mir gefällt diese Kragenform gut, einen Schalkragen hatte ich beim Gertie-Mantel ja schon. Leider ist der Schnitt für gestrickte Stoffe, ich habe nur Webstoffe da (kaufen wollte ich nichts, ich habe einige Mantelstoffe hier). Ob ich es trotzdem wagen könnte? Die Version hätte den großen Vorteil, daß wenige Details gleichzeitig wenig Arbeit bedeuten. Ein eindeutiges Plus!
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.


Als allererstes fiel mir bei dem Gedanken an den Sew-Along eigentlich dieser Mantel aus der Sewing-Bee-Show ein. Er ist im Buch enthalten. Immerhin noch einigermassen schlicht. Ich kann ihn mir komischerweise im Moment überhaupt nicht an mir vorstellen. Warum weiss ich nicht, vielleicht weil ich mehr Platz für Busen und so reinbauen müsste? 



Auch immer wieder reizvoll sind Dufflecoats. Mit so einem Klassiker kann man ja nichts falsch machen. Schön gerade geschnitten, wenig Teilungsnähte, wäre ideal. Passen Dufflecoats über Kleider? Das müsste ich erstmal recherchieren.
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.



Apropos Klassiker, was mich beim Durchblättern meiner Hefte (fast nur Knip) spontan am meisten angemacht hat ist dieser Trenchcoat. Die sind ja immer mal wieder Thema und letztlich zeitlos. Von schlicht und schnell gemacht kann hier natürlich keine Rede sein, tja... Sorry für das Bild, die anderen waren noch weniger aussagekräftig. Das Problem hier wäre auch der Stoff, ich habe einen der ideal wäre, aber es ist wahrscheinlich zu wenig. Testen kann ich das erst nach dem Abpausen. Alternativ habe ich einen in Wolloptik in ausreichender Menge da, wäre vielleicht eine interessante Variante.
Auch dieser Schnitt ist aus einer älteren Knip.




Ich gehe dann wohl mal in mich und überlege, vielleicht mögt ihr mir zu irgendwas raten?
Alle anderen Sew-Along-Teilnehmer finden sich diese Woche bei Chrissy

27.1.14

Mein Gertiemantel - Butterick 5824


Es ist wahrlich nicht das erste Mal, daß ich (und bestimmt einige mehr) nach Betrachten eines Kleidungsstückes auf Cats Blog ein dringendes "Auch-Haben-Wollen" verspürt habe. Dieses Mal hatte ich aber zudem mit ca. 36 weiteren nähende Damen (zumindest theoretisch) die Möglichkeit, das Teil in echt und real mal anzufassen oder zu probieren, wer hätte das je vermutet!
Auf einem meiner Bielefeldbilder sieht man sogar im Hintergrund Claudia von Buntekleider in Cats Mantel gewandet. Der Rockteil ist ein sensationeller ganzer Teller, ein tolles Tragegefühl!


Es handelt sich um den Mantel von Gertie Hirsch, erschienen bei Butterick unter der Nummer 5824. Im Gegensatz zu den etwas pfusch-erforderlichen Schnitten aus dem Buch sind die Einzelschnitte gut zusammenzusetzen, das hatte Cat schon festgestellt.
Netterweise bot mir Claudia an, den Schnitt auszuleihen (Danke nochmal!), so konnte ich meinen Mantelwunsch gleich in die Tat umsetzen und jetzt ist er auch schon fertig!


Er ist tatsächlich recht flott genäht, die zuerst so angezweifelten angeschnittenen Kimonoärmel (Cat hatte beim Wintermantel-sew-along 2012 den Schnitt schon in die engere Wahl gezogen) sparen eine Menge Arbeit und auch der angeschnittene Kragen macht nicht viel Mühe.


Aber so ein Mantel verlangt am Ende ja einiges an Handarbeit, da sitzt man dann doch etwas länger als geplant. Allein der Saum braucht tatsächlich Stunden...
Was solls, ich hatte tollen Stoff gefunden und wie schon oft festgestellt ist so ein Mantel ein sehr dankbares Kleidungsstück, da lohnt sich jeder sorgfältige Stich.


(Ihr seht mich ungewohnt mit Brille, heute war garnicht mein Tag. Irgendwer hat mich eine Stunde zu früh aus dem Bett geklingelt, wie soll ich Langschläfer-Nachteule da denn überhaupt nochmal wach werden)


Natürlich laufe ich sonst nicht mit nackigem Dekolleté in der Stadt herum, das normale Bild wäre dieses hier. Netterweise passt mein geliebtes Tuch farblich exakt zu den Eulenhandschuhen.


Noch ein paar Detailbilder an der Puppe:


Den Stoff habe ich aus dem Fashion-Park Nussloch, dort gibt es einen Betty Barclay Stoffverkauf. Ein Besuch ist sehr lohnend, die Qualität der Stoffe ist für den Preis wirklich toll. Mantelstoffe liegen zwischen 15 und 20€, normaldicke Stoffe um 8€, Futter und Einlage kostet 3€ pro Meter. Garn, Knöpfe und Reissverschlüsse, Borten und Bänder haben sie auch. Eine absolute Empfehlung! Danke nochmal an Sewmeow für den Tipp!!

Ich hatte großes Glück, denn bei meinem Spontanbesuch waren alle Mantelstoffe um die Hälfte reduziert, ein wunderbar weicher, warmer und kuscheliger Stoff für 7,50€, immerhin braucht man fast 5m...



Ich habe Paspelknopflöcher gemacht. Auf den Tages(-Schummer)lichtfotos sieht man, daß die Knöpfe farblich eigentlich genau passen.


Einen Schönheitspreis wollte ich mit denen aber nicht gewinnen.


Mit der Rückseite übrigens auch nicht. Verstürzt habe ich mit schwarzem Chiffon, das darf man ruhig sehen, finde ich.


Die Anleitung sieht beide Taschenteile aus Oberstoff vor, das fand ich zu dick. Über Twitter haben wir uns auf eine Schicht Oberstoff, eine Schicht was dekoratives geeinigt (Ja, Twitter ist toll!). Der Rest dieser wunderbar geblümte Viskosemischung wird hoffentlich bald ein Kleid.

Mit dem Schnitt bin ich wie vermutet gut zurecht gekommen, ich habe oben eine 14 und unten etwa 16 (gab es auf dem Schnitt nicht) zugeschnitten, die Ärmel habe ich sicherheitshalber noch etwas weiter gemacht, die Taille auch. Die angeschnittenen Ärmel sind um einiges bequemer als eingesetzte, kein Wunder, es gibt ja auch keine störende Naht, die z.B. die Strickjackenärmel hochzieht.
Die Mengen an Rockstoff tragen sich wirklich wunderbar, ich kann mir aber gut vorstellen, daß man da einiges an Weite wegnehmen kann ohne viel Effekt zu verlieren. Ich hätte ja noch ein 3m Stück Mantel-Stoff, ohne Richtung, evt. wäre es einen Bastel-Versuch wert, mal sehen.

Ich bin gespannt, wieviele Gertiemäntel noch so in der Bloggerhemisphäre entstehen, ich habe von einigen Geplanten gehört!