6.11.17

Vintage-Mantel aus der Knipmode



Ihr seht mich ziemlich zufrieden, denn ich habe einen neuen Mantel! Ich habe ihn ja vorletzte Woche schon beim MeMadeMittwoch gezeigt, aber leider mit Zimmerfotos bei schlechter Beleuchtung. Und ausserdem waren noch ein paar letzte Handgriffe zu tun, das habe ich heute erledigt.
Ich hatte ihn allerdings trotzdem seit dem ersten Post täglich getragen.


Er schliesst bei mir genau eine Mantellücke, grau, passt gut zu Kleidern, nicht zu warm, perfekt für jetzt wo es noch nicht ganz so megakalt ist. Falls man eine Ausrede braucht, noch einen Mantel haben zu wollen, das wäre meine.
Im MMM-Post hatte ich schon geschrieben, daß der Nähprozess nicht ganz so reibungslos vonstatten ging. Beim Blick ins Heft (Knipmode 10/17, hier ist der Einzelschnitt) war es Liebe auf den ersten Blick, ABER ich hatte etwas Sorge wegen des Kragens und auch wegen des langen Taillenbandes. Trotzdem habe ich irgendwann alles mutig zugeschnitten.


Weil ich hoffte, mit dem Aussenstoff noch eine Windstoppereinlage verarbeiten zu können, die ich aber erst bestellt hatte, habe ich eifrig zuerst das komplette Futter zusammengenäht und angefangen die Kleinteile weiter zu verarbeiten. Das würde ich lieber nicht nachmachen, denn das Futter kann man beim Besten Willen nicht ordentlich anprobieren. Als dann nach dem Zusammensetzen des Aussenstoffes endlich feststand, welche Änderungen ich doch machen müsste, musste ich das Futter natürlich erst wieder auftrennen...naja.


Wie eigentlich zu erwarten war, ist mir das Originaltaillenband zu lang, es geht viel zu tief nach unten, meine Taille sitzt einfach recht hoch und dann kommt recht bald Bauch und Hüfte. Als erstes habe ich das Oberteil gekürzt und die Falten wieder entsprechend zugenäht, das reichte aber nicht. Dann habe ich mir ein Herz gefasst und das Taillenband auf zwei Knopflöcher entsprechend gekürzt. Die Knopflöcher waren übrigens schon drin...


Die Paspelknopflöcher hatte ich schon in das unvermählte Teil gemacht. Dafür konnte ich jetzt das am wenigsten schöne abschneiden. Das war dann wohl mein Übeknopfloch. 
Ich war an diesem Nähabend dann so in Zeitnot, daß ich mir einen Zuschneidefehler für eine schnelle Rückseitenlösung zuhilfe nahm:


Ich hatte vergessen, die Schnitt-Belegteile vom Vorderteil zu einem Teil zusammenzusetzen und hatte also hier auch drei Teile zugeschnitten. Dank des gekürzten Oberteils rutschte die obere Teilungsnaht vom Beleg dann auf Knopflochhöhe und dann hab ich frech die untere Teilungsnaht auf die andere Knopflochhöhe versetzt und einfach mit dem Nahttrenner knopfbreit durchgesäbelt. Fertig ist die Laube!!
Hier hab ich heute mit ein paar Handgriffen meiner inneren Inge Rechnung getragen und die Schlitze zumindest fixiert. Duckundweg.



Beim Kragen war ich sehr skeptisch, ob ich sowas tragen können oder wollen würde. Jetzt weiss ich garnicht mehr, was mich abgehalten hat. Vor allem die Seitenansicht finde ich total klasse. 
Das obere Kragenteil ist ein völlig riesiges Teil, was durch Kellerfalten auf die (normale) Unterkragengröße gebracht wird. Jetzt plustert sich das ganze so auf und bildet hinten im Nacken einen richtige Wulst, erinnert irgendwie an einen Pelzkragen oder einen Schalkragen, jedenfalls schick.


Der Rücken ist mir tatsächlich einen Tick zu eng geraten, Fahrrad fahren ist möglich aber ist nicht ganz so toll (ich hab ein Rennrad). Ich fürchte aber, ich muss das so lassen, oder ein Teil komplett austauschen. Lieber nicht.


An den Ärmeln sind nette Manschetten angenäht, die dann einfach umgeklappt werden. Das spart einiges an Arbeit, denn der Ärmelsaum wird einfach verstürzt, kein Futter mit der Hand annähen usw. Sehr praktisch.


Ausser den Knöpfen am Taillenband sieht der Schnitt Druckknöpfe oberhalb und unterhalb vor. Das finde ich ungewöhnlich aber irgendwie schön und habe daher die grössten genommen, die ich bekommen habe. Ich glaube 21mm sind die im Durchmesser. Leider ist das Annähen eine Heidenarbeit, geht nur von Hand, 6 Löcher pro Stück und jeder Knopf hat ja zwei. Örgs.


Das Zumachen muss ich noch ein bisschen üben. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß ich den Stoff bei Alfatex in Bochum gekauft habe, aber schon im Februar. Das Futter ist von Rene Lezard und ich hatte nicht genügend, grrr. Aber die Farbe ist so toll.



Und der Schal ist ein Nuvem aus silbergrauem Lacegarn von Drops.

1 Kommentar:

  1. Liebe Katharina, dein Mantel sieht traumhaft aus. Ich habe bereits letzten Mittwoch von deinem Drama um das Nähen gelesen. Davon ist nicht zu sehen. Er passt, steht dir sehr sehr gut , hat eine schöne Länge, schönes Material und passt farblich überall dazu. Was will frau mehr??
    Den Schnitt habe ich in der neuen Fashion Style entdeckt. An den langen Models sieht alles immer toll aus - ich mag lieber Bilder an „richtigen“ Frauen. Deshalb lese ich so gerne blogs und liebe den MMM. 😉
    Hab einen schönen Tag und genieß die Komplimente zum neuen Mantel.
    LG
    Astrid

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