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22.2.15

Frühlingsjäckchen-Knit-Along: Erster Zwischenstand

Das letzte Treffen habe ich leider verpasst, ich reiche also als erst mal das Ergebnis der Musterüberlegungen nach:


Die Strickmuster die ich im ersten Post vorgestellt hatte gefallen mir eigentlich alle so gut, daß ich sie gerne stricken würde. Am liebsten hätte ich mich gleich an die Ringelstrickjacke gemacht, es kostete mich drei Tage Überlegungen, welche Wolle hierfür wohl am geeignetsten wäre. Ich hatte gerade meine Wollvorräte aussortiert und es war ein großer Korb voll mit Resten und älteren Knäueln ohne bestimmtes Ziel dabei rausgekommen. Wenigstens die Hälfte irgendwie daraus zu bekommen wäre nett gewesen, aber das klappt nicht ohne großes Zukaufen, was angesichts der in Jackenmenge gekauften Vorräte nicht wirklich sinnvoll ist. Erstmal wegstricken, dann neu kaufen.


Leider lässt sich die Wolle nicht fotografieren, es ist dunkler als auf dem dritten Bild, aber heller als auf dem ersten. Das in der Mitte ist viel zu blau.
Um auf die gewünschte Maschenprobe zu kommen, stricke ich mit 3,5er Nadeln. Dazu muss man wissen, daß ich normalerweise genau eine halbe Nadelstärke größer stricken muss als auf der Wolle angegeben, das wäre also bei Cotton Merino 4,5 statt 4. Jetzt mit den 3,5er-Nadeln wird das Gestrick schön dicht und glatt, das passt sehr gut zur Jacke. Und sieht ganz anders aus, als bei meiner ersten (unverbloggten) Jacke aus der gleichen Wolle.


Das Bündchen wird quer gestrickt, mit verkürzten Reihen um einen leichten Peplum-Effekt zu erreichen. Jetzt geht es glatt rechts weiter, sehr entspannend.

Wieweit alle anderen sind, kann man hier nachlesen.



3.6.13

Hochzeitsgastoutfitprojekt Finale


Ihr werdet gemerkt haben, leider kam ich nicht dazu weitere Work-In-Progress-Posts zu schreiben, Real Life in Kombination mit reichlichem Fertig-werd-Druck ließen echt keine Zeit für solche Späße.
Was den Textüberarbeitungen im ersten Post irgendwie zum Opfer fiel, war der Hinweis, dass die Hochzeiten schon am letzten Wochenende waren, also ab dem Post war nur noch eine Woche Zeit und im Job erstaunlicherweise viel zu tun. Mein Dienstplan ist bekanntermaßen sehr unregelmäßig, dummerweise fallen mir die nähzuwiderhandelnden "Ballungen" aber immer erst auf, wenn es fast schon zu spät ist.

Am meisten gestresst hat mich am Ende das Stricken, die Notwendigkeit einer wärmenden Jacke hat sich im Laufe der Woche immer mehr bestätigt, aber zwei Wochen Zeit insgesamt für ein Strickprojekt sind für mich wirklich sehr wenig. Das halbe Knäuel pro Tag war zwar irgendwie zu schaffen (vor allem dank vieler Chorproben), aber mehr auch nicht, was die Sache spannend bleiben ließ bis zum Schluss. Die Knöpfe habe ich eine halbe Stunde vor der Trauung angenäht (mit der Maschine, ich hab die Jacke auch mit der Maschine zusammengenäht, das geht, wer hätte das gedacht). 
Wie gut die Jacke über das Kleid passt, konnte ich dann erst am Samstag testen, zwar passen die Ausschnitte nicht hundertprozentig übereinander, aber immerhin stört der untere Abschluss nicht die schönen Falten im Rock.

Strumpfhose und Ancle Boots statt sonnengebräunter Beine und Pumps.


Das rote Kleid war in groben Zügen recht flott genäht. Mittlerweile das dritte (?) Stück, was ich mit Basisschnitthilfe verändert und zugeschnitten habe. Das Ergebnis ist jedesmal schlicht und ergreifend: Es passt. Punkt. Wer wie ich schon Stunden an unfertigen Oberteilen rumgedoktert hat, dem kann ich das wirklich nur empfehlen.
Die Nahaufnahme verrät bisschen Pfusch am Saum und mein Unvermögen, die Stoffbruchkante rauszubügeln.

Am besten gefällt mir das Seidenkleid ohne die Jacke, aber das Wetter war nur nachmittags so, dass man ärmellos aushalten konnte. Überhaupt hat sich nach morgendlichem Dauerregen der Hochzeitstag bestmöglich entwickelt, immerhin war die eine Hochzeit mitten in den Weinbergen, es wäre schade gewesen, wenn wir die ganze Zeit nur im Zelt hätten sitzen können. Zu Hochzeit Nr.2 sind wir zum Kaffee vorbei gekommen, ein Haus mit einer wunderschönen Parkanlage, das Küchenbüffet auf der Terrasse, wunderschön!

Eigentlich hätte ich gerne das rosafarbene schon am Freitag zum Grillfest getragen, aber das war dann nicht mehr zu schaffen. Sonntags, als wir uns mit einem Teil der Familie nochmal in einem Biergarten trafen, konnte ich es dann endlich ausführen, da war auch das Wetter entsprechend. Jetzt ist es schon wieder trüb, Menno.
Da der rosakarierte Stoff ziemlich durchsichtig ist, habe ich noch auf die Schnelle ein Unterkleid genäht, was ich samstags auch unter dem roten anziehen konnte.


Der Kleid hat angeschnittene Ärmel, was heißt, ich musste Zwickel einsetzen. Das war hier dank der Anleitung schon etwas einfacher als beim ersten mal. Der Trick St, die Nahtlinie mit einer Stütznaht zu markieren und am Ausdehnen zu hindern. Fummelig bleibt es aber trotzdem...
 
Dieses Vintageschnittmuster bekommt man in als Kopie, handabgepaust und mitsamt des Anleitungsbogens auf grosse, packpapierartige Bögen gedruckt. (Von Hand abgepaust deshalb, weil viele Vintageschnitte nur ausgeschnitten und nicht bedruckt sind). Dadurch entgeht einem zwar das spannende Gefühl, ein Stück Geschichte in Händen zu haben aber ehrlich gesagt tut das dem Ergebnis keinen Abbruch und immerhin kann einem niemand den Fund vor der Nase wegschnappen, wie praktisch!

Die Schnittmuster sind zwar recht teuer, aber der Shop hat eine ziemlich umfangreiche, interessante Sammlung anzubieten, ich würde da jederzeit wieder einkaufen.


Hier noch die Details zu Schnitten und Strickmuster:
Rotes Kleid:
Schnitt: Knipmode 5/13 (nach einem Kleid von Maxima)
Änderungen: Neben Passform habe ich den Ausschnitt leicht modifiziert, den Armausschnitt weniger weit und den Halsausschnitt weiter ausgeschnitten. 
Stoff: Seidentaft aus dem Vorrat, passendes Futter.
Um die Falten genau wie auf dem grünen Vorbildkleid hinzubekommen, müsste man meiner Meinung nach die äußeren Falten etwas tiefer machen. Ansonsten trägt es sich sehr gut!

Strickjacke:
Modell "Faith" aus dem Kim Hargreaves Buch "Heartfelt", gestrickt in M
Änderungen: Ein paar Reihen mehr Schulterhöhe.
Wolle: Drops Baby Merino

Rosa Kleid: 
Schnittmusterkopie eines Vintageschnittes von Spadea nach Ben Barrack, Größe 16
Änderungen: Passform Oberteil, Rock gekürzt
Stoff: BW-Batist mit hellrosa Vichykaro und dunkelroten eingewebten Punkten von hier.

Unterkleid:
Schnitt selbst erstellt nach Basisschnitt
Stoff: Dünner Microfaserjersey aus dem Vorrat, Gummispitze auch is dem Vorrat.
Sowas könnte ich noch in schwarz brauchen.

23.5.13

Projekt Hochzeitsgastoutfit

Wir sind demnächst auf zwei Hochzeiten eingeladen. Endlich mal wieder Gelegenheit ein extraschönes Kleid zu tragen! Bzw. zwei, allerdings sind beide Hochzeiten dummerweise am gleichen Tag, dafür würde also eines reichen. 


Innerlich habe ich schon seit Monaten alle Schnitte, die mir vor Augen kamen, auf Tauglichkeit gescannt, aber schockverliebt habe ich mich erst vor ein paar Wochen bei der Vorschau für die Knip vom Mai in dieses Kleid. (In der Knip gibt es immer mal wieder Schnitte, die von Maxima abgekupfert sind, ich hätte sogar schonmal ein Hochzeitsgastoutfit nach so einem Schnitt.)

Eigentlich hätte so ein Anlass ja einen Stoffeinkauf gerechtfertigt, aber ich habe dann doch was passendes im Stoff-Schrank gefunden was quasi wegmuss, rote Seide, perfekt zum Schnitt. Rotes Futter lag in einer anderen Schublade, wunderbar. Und rot ist ja sogar noch eingefädelt, ha!


Nun wird dieses Kleid aller Wahrscheinlichkeit nach rein wärmetechnisch nicht ausreichen, ich brauche noch eine Jacke (und einen Regenschirm? Bitte nicht).

Da ich sowieso eine rote Jacke nach Kim Hargreaves geplant hatte, die Wolle war schon da, hab ich damit letztes Wochenende angefangen, wenn ich mich ranhalte kann es was werden, jeden Tag ein halbes Knäuel muss ich wegstricken, dann reicht die Zeit. Rückenteil und ein 3/4 Ärmel sind schon fertig.
Es handelt sich um die Jacke "Faith" aus dem Buch "Heartfelt". Ich stricke mit Drops Baby-Merino, die sich meiner Meinung nach sehr gut für das Strickmuster eignet.


Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob das gut aussieht übereinander, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Für den worst case wäre da noch ein geblümter Samt, den ich neulich auf dem Flohmarkt mitgenommen habe. Die entsprechende Jacke müsste dann aber eben auch noch genäht werden. Dafür habe ich noch keinen Schnitt konkret geplant, aber einige passende zur Auswahl.

Am liebsten wäre mir dann noch ein zweites Kleid. Eigentlich sind es ja zwei Hochzeiten...
Am Tag davor gibt es noch ein Grillfest, wenn die Zeit reicht, wäre ein Extraoutfit dafür doch ganz schön. Ursprünglich hatte ich für das Hochzeitsgastkleid mal diesen Schnitt ins Auge gefasst, den könnte ich stattdessen ja hierfür nehmen:


Dafür hatte ich einen hellen Karostoff bestellt, der unterste auf dem Bild:


Alternativ könnte ich einen dieser sehr fluffigen Blümchenstoffe vernähen, dafür stelle ich mir z.B. einen superschlichten Schnitt vor, so wie diesen (aus einer Knip vom letzten Jahr):


Solche Schnitte, schlicht, U-Boot-Ausschnitt, abnäherfrei, sind immer mal wieder in der Knip drin und gefallen mir jedesmal sehr gut. Ich wollte immer mal ausprobieren, ob mir sowas steht (und ib das überhaupt funktioniert so schlicht) man braucht auf jeden Fall einen Stoff mit gutem Fall, der kleingeblümte würde dafür gut gehen, denke ich und der liegt auch schon ne Weile rum.

So, das wäre der Plan, jetzt muss ich mich ranhalten. Für heute habe ich mir das rote Kleid vorgenommen, ein Probeoberteil ist zugeschnitten, wenn das passt müsste das heute zu machen sein, ich werde berichten, stay tuned!