9.8.18

Seamwork Dakota und Reno - ein neuer Bikini



Seit 5 Jahren trage ich mittlerweile auch selbstgenähte Badesachen. Solange ist der Bombshell-Sew-Along schon her, währenddessen ich zwei Badeanzüge genäht habe. Ich war sehr zufrieden mit dem Schnitt und habe vor allem den Zickzackbadeanzug auch dieses Jahr oft getragen. Aber manchmal wünscht man sich sogar im Schwimmbad noch weniger Stoff.

Dieses Jahr wollte ich endlich einen schönen Bikini haben! Ich habe lange alle verfügbaren Schnittmuster abgesucht. Zwar liegt es nahe, einen gut sitzenden BH einfach als Bikinioberteil zu nähen, aber das war es nicht, was mir so vorschwebte.
Besser gefiel mir Reno von Seamwork, auch die dazu passende Hose Dakota finde ich toll. Ich war etwas unsicher ob das Oberteil bei üppigeren Oberweiten funktioniert und habe lange gezögert, aber die Optik mit dem in ein Bindeband übergehenden Cupteil finde ich schon sehr schick, also hab ich es  letztlich doch probiert. Da ich nicht so viele aussagekräftige Tragebilder gefunden habe und das aber ziemlich wichtig finde gibt es von mir heute welche. Ich trage das Oberteil in Größe L, unverändert.
Zum Vergleich: Meine Oberweite hat etwa 97cm, beim Harriet-Bra nähe ich Größe 36E etwas enger.




Als Stoff habe ich mir einen einfarbigen Badestoff von Sewy ausgesucht.

Hier sieht man gut wo Gummis eingearbeitet sind. An den Cups oben, am Band unten (endet an der Seitennaht) sowie an den Armausschnitten. Der Bikini sitzt gut und hält was er verspricht ;-) obwohl ausser einem seitlichen Korsagenstäbchen keine weitere Verstärkung eingearbeitet ist..
Hinten wird er nur gebunden, man hat also Bänder am Rücken baumeln. Man könnte hier aber recht einfach Bikiniverschlüsse einfügen, falls die Knoten stören.



Die Hose habe ich ein ganzes Stück gekürzt. Ausserdem habe ich die Beinausschnitte leicht verändert, sie sind aussen etwas tiefer, innen habe ich etwas weggenommen um Falten zu reduzieren. Leider ist mir die Hose einen Tick zu knapp geraten. Ich hatte Probemodelle als Unterhosen genäht, aber deren Material ist etwas dehnbarer als der Badestoff.
Es geht aber schon so und wenn ich nochmal bei Sewy bestelle ordere ich ein Stück des Stoffes nach, so eine Hose geht ja schnell. Ausgangsgröße war hier auch L. Die breiteste Stelle bei mir hat 114cm (etwas unterhalb der Hüfte).


Um sie etwas aufzupeppen habe ich einen Fake-Gürtel auf die Vorderseite genäht, sowas hatte ich auf einem alten Foto gesehen. Der Gürtel ist in der Seitennaht mitgefasst, die Gürtelschlaufen sind aufgenäht.


Ich bin hochzufrieden mit dem Ding. Die Farbe ist toll, alles trägt sich super sowohl zum Schwimmen als auch zum Rumliegen.








11.7.18

Kleiner Rucksack Isah für den Kleinsten


Während Julius und ich den Rucksack planten und nähten, sprang ein sehr quirliger, leicht eifersüchtiger 3-jähriger um uns herum und wollte un-be-dingt auch einen Rucksack genäht haben und zwar am besten sofort. Er hat solange damit genervt, bis ich mit ihm immerhin mal Stoffe ausgesucht habe, damit er halbwegs beruhigt war und wusste, auf was er sich freuen konnte.
Am liebsten hätte er ihn auch selber gemacht ("iss kann das sson alleine!") und immerhin hat er dann auch eine Weile auf meinem Schoss gesessen und die Knöpfe an der Nähmaschine bedient.


Für ihn habe ich eine kleine Version konstruiert. Konstantin ist fast vier und ziemlich groß für sein Alter. Der Rucksack ist recht geräumig und taugt bestimmt auch für Wanderungen oder Besuche  mit Spielzeug im Gepäck.


Das Ergebnis ist wirklich sehr niedlich geworden und Konstantin hat ihn gestern schier nicht mehr ausgezogen, so stolz ist er auf seinen Rucksack!


Die Stoffe sind aus meinem Vorrat, den weissblau gestreiften Denim gibt es glaub ich ständig irgendwo, ich habe ihn immer mal wieder gesehen. Das gelbe Elefantenfutter ist ein alter Vorhang. Gurt und Reissverschlüsse hatte ich auch da. Nur das braune Kunstleder für den Boden habe ich hier im Stoffgeschäft neu gekauft, der ist schön stabil, so hat der Rucksack gut Stand und braucht keine Verstärkung ausser dem Soft and Stable, was in der Anleitung vorgesehen ist.


Die Originalanleitung für das kostenlose Schnittmuster ist hier auf der Snaply-Magazinseite
Wer die kleine Version nachnähen möchte, ich habe folgende Maße genommen:

Höhe des fertigen Rucksacks (bis zur Klappe) 32cm
Boden 17x10cm

Daraus ergeben sich folgende Zuschnittmaße:
Rückenteil aussen: 34x19cm
Rückenpolster 32x17cm
Seitenteile aussen 34x12
Lederteil 22x39, Ausschnitte 10x10
Obere Aussenteile 12x19
Laschen ca. 90%, die Größe ist hier nicht so wichtig, der Gurt muss aber reinpassen
Träger auf etwa 24cm Länge verkleinert, ich hatte das Einlagenschnittteil genommen und noch ein bisschen gekürzt
Polsterung Unterseite 10x17cm
vordere Tasche Teil 1 12x24
v. Tasche Teil 2 9x24 (hier musste ich bei beiden Rucksäcken etwas wegschneiden, kommt drauf an, ob man den RV sichtbar oder verdeckt einnäht)
Innenseite Tasche 19x24
Futter Hauptteil 44x19cm* (*Futter geht hier nur bis zum Rand des Rucksackes. Wenn es bis zum Kordelzug gehen soll, muss man noch 10cm in der Höhe hinzufügen bei allen drei Teilen)
Futter Rückseite 34x19cm*
Futter Seitenteile 34x12*
Klappe aussen ca 80%? (ausprobieren...), für die Unterseite der Klappe habe ich das Kunstleder genommen, dann hält sie schön ihre Form.

Für die Gurtteile der Träger habe ich ca. 35cm zugeschnitten.
An der Klappe ist hier nur ein Steckverschluss, das Gegenstück kommt in die Naht zwischen Lederteil und der vorderen Tasche. Die Länge des dafür erforderlichen Gurtes kann man einfach ausprobieren, wenn alles zusammen ist.






Vielen Dank an DIYEule für das Schnittmuster und viel Spaß beim Nachnähen der Kinderversion!



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8.7.18

Rucksack Isah und kleiner Geldbeutel Grete für Julius



Meine Söhne haben schon seit zwei Wochen Ferien und da wir leider nicht richtig wegfahren können (siehe letzter Post) hatte ich überlegt, als Abwechslung zu Schwimmbad- und Ikeabesuchen ein bisschen kreative Beschäftigung anzubieten. Nicht ganz einfach bei fast pubertierenden Jungs, aber der mittlere, fast 11 Jahre alt, hat schon öfter kleine Sachen an der Nähmaschine genäht und war von der Idee ganz angetan. Ein Rucksack sollte es sein! Eine tolle Idee, zumal er morgen mit Oma und Opa an die Ostsee verreist, da ist ein bisschen neues Handgepäck doch immer ganz schick.
Ich habe schon viele Taschen genäht, aber noch nie einen Rucksack. Fest stand gleich, daß ich für ihn gerne "richtige" gepolsterte Träger haben wollte und auch einen irgendwie gepolsterten Rücken. Das Ding sollte schon alltagstauglich sein und nicht zu sehr nach Turnbeutel aussehen, Zeit war ja nicht das Problem, Motivation auch nicht.


Julius wollte einen klassischen Rucksack mit Klappe und Schnallen und möglichst vielen Aussentaschen. Ein bisschen Recherche im Netz und auf Instagram und uns beiden gefiel der Rucksack Isah von der Snaply-Magazinseite sehr gut. Ich finde ihn zwar fast ein bisschen groß für einen 10jährigen, aber Julius wollte unbedingt einen, in dem er viel unterbringt. Damit war die Wahl getroffen. Die Aussentaschen habe ich ein bisschen ignoriert, aber zwei sind es hier immerhin doch und damit ist er zufrieden.
Nach dem Schnittmuster ging es ans Material aussuchen, oben dunkelgrau und unten sollte es Kunstleder in helltürkis sein. Krasse Kombi, aber Bitteschön. Ich hatte Schwarze Gurte und Schnallen gekauft, aber es gab noch olivgrünes Gurtband im Vorrat, das hat ihm besser gefallen und hat auch gereicht. Für die vordere Tasche haben wir dann noch einen olivfarbenen RV besorgt und den sichtbar eingenäht. Oben in der Klappe ist ein schwarzer.



Das Nähen hat gut geklappt und Julius hat wirklich bis auf wenige Nähte alles selbst genäht. Zugegeben, den Zuschnitt wollte ich lieber selbst machen und natürlich habe ich immer gesagt wo er nähen soll usw, aber mit der Nähmaschine kommt er wirklich gut klar, auch Einfädeln durfte ich nicht, dank der aufgedruckten Fadenwege macht das ja sogar Spaß. Und ab und an hat er auch den Nahttrenner bedient. Um die Motivation nicht zu bremsen, habe ich das auch mal übernommen...
Ganz zum Schluss, wenn man dann quasi schon den ganzen Rucksack unter die Nähmaschine zwängen muss, da hat er dann doch kapituliert und mich gebeten weiter zu machen, aber das war dann auch ok, find ich selber ätzend... Als Futter hatte er sich relativ dickes Kunstleder ausgesucht, das war ein Gewurschtel und Geschiebe...!


Das Schnittmuster hier ist wirklich ganz gut und die Bilderanleitung auch für Anfänger geeignet, vielen Danke an Snaply und DIYEule dafür! Es ist kostenlos.
Ein paar Sachen sind mir dennoch aufgefallen: Beim PDF kann man nicht den Massstab überprüfen, es gibt kein Kontrollkästchen mit 10cm oder so. Dadurch ist es mir leider passiert, daß Klappe und Gurtpolster zu klein geraten sind, da ich vom Handy ausgedruckt habe und da nichts an der Größe einstellen kann. Auf einem Bild bei der Anleitung kann man nach etwas Suchen erkennen, wie groß die Träger etwa sein müssen (das Schnittteil liegt auf deiner Schneidematte mit cm-Einteilung). Da fehlten bei uns dann doch fast 4 cm. Da ich das ein bisschen viel fand, haben wir ein Stück angesetzt und ebenso gepolstert.
Die Klappe ist weiterhin zu klein, da stört es aber nicht so.
Oberhalb des Reissverschlusses geht die Tasche noch reichlich hoch, 17cm sind es da bis zum Kordelzug, das haben wir halbiert und das Stück Aussenstoff einfach umgeklappt.


Nachdem alles fertig war fand ich den Ansatz für die Träger unten am Rucksack zu tief. Jedenfalls knickte der Rucksack unten im Rücken immer ein wenn er angezogen war, und zwar sowohl bei Julius als auch bei mir. Die mussten also höher. Komplett wenden wollte ich den Rucksack nicht noch einmal, also habe ich im Futterboden die Naht geöffnet und nur das untere Stück rausgezogen bis ich an die Ansatzstelle kam.


Und die einfachen Schieber können die Träger-Gurte nicht halten. Nach ein bisschen Überlegen kam ich auf die Idee, Klettband auf den Trägern anzunähen, so lassen sie sich weiterhin verstellen und verrutschen aber nicht. Mein Sammelsurium an alten Taschen- und Täschchen-Zutaten hält sogar Klettband in der passenden Farbe bereit, manchmal bin ich ja selber überrascht *g*


Ausserdem sind die Mengenangaben beim Rucksack seeehr großzügig. Ich glaube, da bekommt man locker zwei draus. Einfaches zusammenrechnen der benötigten Gurtstücke z.B. ergibt 2,55m. Warum brauche ich dann 4m, hmmm. An Aussenstoff (grauer Teil) reicht etwa 60cm laut meiner Berechnung (ohne Gewähr), mit einem Meter kommt man also auf jeden Fall dicke hin. Ich hatte einen Meter bestellt und habe mir für die Reste schon Pläne gemacht.


Alles in allem ein schicker Rucksack und ein schöner Schnitt. Die Teilung mit dem hochgezogenen Boden lässt nette Stoff- und Musterkombinationen zu. Ich würde im Zweifelsfall die Aussenstoffe auch noch verstärken. Die Anleitung sieht Polster am Rücken, am Boden und an den Trägern vor. Eher weiche Stoffe könnten aber noch mehr Verstärkung über die volle Fläche brauchen. Hier hatten wir den Vorteil des supersteifen Futters das für den nötigen Stand sorgt. Ansonsten finde ich den Canvas eher als dünn und das Snaply-Kunstleder ist auch ziemlich weich, da hätte ich noch Vlieseline H640 oder sowas draufgepappt. Sind aber beides sehr schöne Materiale und die Farbauswahl bei Snaply ist grandios.


Zum neuen Rucksack sollte es auch einen neuen Geldbeutel geben. Den habe aber ich genäht, eine kleine Machwerk "Grete", aussen aus grauem Snappap. Ich hatte noch nie mit Snappap gearbeitet und bin sehr gespannt, wie gut es hält. Nähen lässt es sich toll, Wenden war eher so mittel...
Um es etwas geschmeidiger zu machen habe ich es geknüllt und gerollt so gut es ging. Reissen lässt es sich ja wirklich nicht, aber die Nadellöcher können es dann doch ziemlich perforieren.



Es ist meine dritte Grete, ich habe schon zwei große genäht. Das Nähen geht echt gut und flott von der Hand, zwei Stunden habe ich gebraucht. Mehr Respekt habe ich vorm Zuschneiden, da darf man ja nichts falsch machen. Finde ich mega anstrengend.



Und wenn man dann alles zusammen gerackert hat denkt man jedesmal, wie soll ich denn das jetzt wenden, das geht doch garnicht!


Geht doch. Und sieht nach etwas Bügeln sogar ganz gut aus. Das Futter ist blaues Leinen vom Münsteraner Stoffschrottplatz, das Etikett hab ich Versehen mit ausgeschnitten und es lässt sich nicht lösen. Das ist dann die persönliche Note ;-)




Voila, Julius neuer Geldbeutel. Den durfte er jetzt mit Urlaubsgeld gefüllt mit an die Ostsee nehmen.





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4.7.18

MeMadeMittwoch am 4.7.2018

Seit Wochen schon ist es fast durchgehend sehr warm oder heiß bei uns in der südpfalz. Über den Klimawandel mag ich hier nicht nachdenken, bis auf die schwülen, kopfwehgefährdenden Tage finde ich es einfach herrlich dieses Jahr!

Edit: an Koffer packen ist leider nicht zu denken, die Söhne haben zwar schon die zweite Wiche schulfrei, mein Mann aber erst in drei Wochen frei, er arbeitet in Ba-Wü und hat ebenso feste Ferien wie ich. Dieses Jahr ist die urlaubserforderliche Überschneidung nur 10 Tage oder so...tja! 



Meine Auswahl an Kleidern für heiße Tage ist nicht so groß, ich greife quasi immer zu den gleichen zwei schnitten. Und habe mir von der einen Sorte einfach nich eins genäht, Never change a running system, sichere Bank und so, ihr kennt das.



Der Stoff ist von Alfatex in Bochum. Ganz überzeugt bin ich nicht, der cremeton der Blumen ist nicht so meins. Egal, jetzt hab ich es genäht, ändern kann ich ja eh nix.. Das Material ist toll, Baumwolle mit bisschen Stretch, fühlt sich ganz schön an. Der Schnitt ist von knipmode aus dem Jahr 2011 oder so? den hab ich wie gesagt schon oft genäht, hierhttp://dickespaulinchen.blogspot.com/2012/06/mmm-1212.html, und hier http://dickespaulinchen.blogspot.com/2017/05/zB. Mein Schnitt ist sogar noch auf Papier kopiert, ich nehme mittlerweile seit gefühlten Jahrhunderten baumarktfolie...



Vor genau zwei Jahren haben die Dachdecker angefangen unser Dach zu renovieren, sprich die alte Eindeckung abgetragen. Da hab ich heute mal wieder Bilder hier oben gemacht. Die Gaube in der ich stehe kam erst später dazu, und seit einem Jahr ungefähr wohnen wir hier oben. Ich bin immer noch do glücklich über diesen Luxus einer eigenen „Elternetage" mit Blick in den Garten.



Nur fotografieren war nicht so einfach, auf der Fensterbank jedenfalls war es schwierig und vom stuhlstapel kam dann auch erst mal lustiges 😉



Alle anderen in hochsommerlicher Kleidung findet ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog

6.6.18

MeMadeMittwoch am 6.6. mit dem Asaka Kimono


Das schöne an unseren Dienstkleidungsvorschriften ist, dass es reichlich Gelegengeiten gibt, sich dezent bis ordentlich aufzubrezeln. Das langweilige daran ist, dass es immer schwarz sein muss und man kaum Lust hat, die Konzertklamotten auch außerhalb des Dienstes anzuziehen. So ist meine Motivation, Sachen für den Dienst zu nähen eher mau gewesen in letzter Zeit. Für die letzten Wochen vor der Sommerpause habe ich mir daher vorgenommen, ein bisschen für Nachschub zu sorgen. Am Ende der Spielzeit sind keine Proben mehr, man kommt nur noch in schwarz zum Theater, nicht besonders erbaulich dafür ständig die gleichen ollen Fummel aus dem Schrank oder eher vom Klamottenstuhl zu holen zu müssen.

Als im Netz dann einige Beispiele von diesem Kimono in schwarz, dem Asaka Kimono von named patterns, auftauchten, war ich schon sehr begeistert. Aber ich überlegte lange ob sich der für den Orchesterdienst überhaupt eignen würde. Wickelkleid im Sitzen... und dann die Ärmel, ich sah mich schon alle Instrumente ständig umfegen. Letztlich hab ich es doch gewagt und meine Sorge war total unbegründet.

Durch den Kimonotypischen Schnitt mit der Blende sitzt Asaka eher geschlossen am Dekolleté. Und die Ärmel wehen auch nichts um. Ich habe sie etwas gekürzt, aber nur drei Zentimeter.

Das Original ist für Alltags zu kurz, das war klar an den Beispielen im Internet zu sehen. Ich habe 13cm zugegeben und finde das immer noch knapp. Aber es reicht gerade aben finde ich.

Trotzdem ist das Ding wirklich großartig, bequem und besonders und ein echter Hingucker. Ich möchte unbedingt noch einen als leichten Sommermorgenmantel.
Alle anderen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog, heute mit Wiebke, bei der ich Asaka als sensationelles Hochzeitsgastkleid zuerst gesehen hatte!

2.5.18

MeMadeMittwoch am 2.5.2018

Nach jeder Flaute kommt wieder Wind, und zum Glück hatte ich letzter Zeit einen ordentlichen Nähschub. So sind ein paar Sachen entstanden, vor allem dringend benötigte Unterwäsche. Dazu schreibe ich hoffentlich auch mal was, aber heute ist das erste Sommerkleid des Jahres dran.


Den Stoff habe ich schon länger angeschmachtet, ich fand ihn sehr schön, rot und dunkelblau, aber er war mir nicht ganz geheuer, Äpfel sind eher so ein kinderstoff- oder Retroding, oder? Gehen sie wirklich für Erwachsenenkleidung? Jetzt am fertigen Kleid finde ich sie toll, von Ferne nimmt man sie garnicht als Äpfel wahr.


Der Stoff ist von Werthers Stoffe, es ist eine Baumwollpopeline, schlicht und ohne Stretch, fällt aber gut und ist schön glatt. Ich war sehr froh, als ich ihn endlich gekauft hatte, lediglich die Innenseite der Äpfel hätte etwas heller sein können, aber was soll’s.


Als Schnitt habe ich einen geliebten Kleiderschnitt aus der Knip genommen und daran das Top 00 von Howtodofashion drangebastelt. (Das bekommt man kostenlos, wenn man den newsletter abonniert). Genau genommen hab ich eher drumrumgezeichnet, ich hatte das Top bisher nur aus Jersey genäht und hatte Sorge, dass es aus Webstoff zu eng wird. Frei nach dem altbekannten Motto „ab geht besser als dran" ist es jetzt evt ein bisschen weit, die ärmelchen etwas lang, aber nicht so schlimm dass ich etwas ändern wollte.


Das Kleid ist erwartungsgemäß sehr bequem und ich trage es sehr gerne.


Alle anderen Damen in selbstgenähten Outfits findet ihr hier auf dem Mmm-Blog

8.2.18

Morgenmantel Sew-Along Teil 1 und 2

Als ich bei Muriel gelesen hatte, dass sie einen Morgenmantel Sew-Along veranstaltet, dachte ich, der kommt ja wie gerufen. Allerdings hatte ich zunächst keinen Stoff und dann habe ich es verpasst, mich zum ersten Teil zu verlinken, also klinke ich mich heute etwas verspätet ein.

Eigentlich war mein Plan zunächst auch nur, einen Bademantel zu nähen. Mein Mann und ich haben neulich zum ersten Mal die Saunalandschaft im Landauers Schwimmbad besucht und es ist doch schön, wenn man auch noch nach Jahren was neues in seiner Stadt entdecken kann, die ist nämlich ganz toll, huch! Da wollen wir jetzt öfter hin. 

Für den ersten Besuch haben wir die Kinder bei meiner Mutter abgeliefert und irgendwie hatte ich das Gefühl, es könnte dort evt noch sowas wie einen Bademantel aus meinem Besitz geben (bei uns zuhause habe ich keinen), und siehe da, den gab es noch. Hellblau, Frottee, dank des Schnittes passte er schon halbwegs, aber nach meiner Erinnerung müsste ich den so etwa mit 12 bekommen haben? Nun ja, da ist eine Neuanschaffung vielleicht kein übereilter Schritt...

Ein weiterer Plan ist, einen echten Morgenmantel zu nähen. Da ich zu den morgenmuffeligen Langschläfern zählen die ungern vor dem ersten Kaffee unter die Dusche hüpfen wäre das auch mal an der Zeit für was mondäneres als eine Strickjacke. Letzten Freitag war ich in großartiger Nähnerdbegleitung auf dem Maybachufermarkt in Berlin und habe was passendes gefunden. Hach!


Nun sind das also zwei Mäntel die ich nähen möchte, einer aus flutschigem Samtstoff, den füttere ich mit einem dünnen viscosejersey, der andere muss aus Frottee sein, klar.

Für den Morgenmantel habe ich mir den Schnitt aus der Knipmode vom Juli 2017 ausgesucht. Allerdings...


So kann man den nicht gebrauchen, da muss mehr Weite her. Ich habe den Schnitt reichlich ausgestellt, in der Hoffnung dass er nicht ständig aufklappt. Was mich bei so Mänteln total nervt ist, dass man, wenn sie schlecht geschnitten sind, sich nicht hinsetzen kann ohne mit nackten Beinen dazusitzen. Ich hoffe, dass das mit viel A-Linie dann geht.


Kann man das erkennen? Ich hab die Teile, hier das Vorderteil, einfach gerade nach unten verbreitet. Reichlich. Weil weg geht ja besser als dran...


Für den Bademantel stelle ich mir schon was mit Kapuze vor, deshalb nehme ich hier diesen alten burdaschnitt, den hab ich mal auf dem Flohmarkt gefunden. We call it a Klassiker. Ich werde auch hier die Teile schön ausstellen, allerdings sieht das Modell schon auf dem Cover viel weiter aus als das andere, da muss ich die Schnittteile mal vergleichen.


Den rötlichen Frottee habe ich von Stoffhaus Tippel, er ist nicht so superdick, aber für einen Bademantel ist das sicher nicht schlecht. Ich habe noch einen grauen Stoff für Handtücher gekauft, dafür finde ich ihn fast ein bisschen mager. Aber jetzt ist es halt so.

Zu diesem Mauveton passt ein hübsch geblümter Viskosestoff als Futter (nur für die Kapuze und den Beleg), der liegt hier schon länger rum und ich glaube die Kombination ist ganz schön. Auch ich versuche ja mein Stofflager etwas einzudämmen.



Ausserdem habe ich für weitere Handtücher noch einen sandfarbenen Frottee bei eBay bestellt, der ist toll dick. Daraus mache ich lange schmale Saunahandtücher. Zusammen finde ich die Farben sehr schön.

Dann mache ich mich mal an die Arbeit! Alle anderen Pläne findet ihr bei Muriel. Danke für den Sew-Along!