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20.7.09

Tutorial Teil 3: Das Quilten

Zum Thema Quilten könnte man ganze Bücher verfassen-was ich natürlich nicht vorhabe. Ich versuche, eine Einführung zu geben, die es jedem ermöglicht, ein Ergebnis zu bekommen, mit dem er zufrieden ist und was leicht umzusetzen ist-mit der Maschine. Vom Handquilten können andere besser schreiben, mein erster zu handquiltender Quilt ist ein Langzeit-UFO, deshalb würde ich das auch niemandem empfehlen, der die Decke demnächst benutzen möchte :-)))


Zunächst mal ist zu sagen, daß das Quilten oft unterschätzt wird-was die Wirkung und die Notwendigkeit angeht. Einen Quilt, der mit normalem Patchworkvliess gefüllt wird, MUSS man quilten, sonst klumpt das Vliess beim Waschen zusammen. Die Quiltnähte sind also keine reine Zierde, sondern dienen dazu, die drei Lagen so miteinander zu verbinden, daß eine gleichmässig dicke Decke entsteht, die in sich verfestigt ist. Übrigens schlafen die Amerikaner unter diesen Decken und haben deshalb ein ganz anderes Interesse dran, daß sie kuschlig sind und sich schön anfühlen.

Das schöne am Quilten ist, daß es dem Quilt ein Art dritte Dimension gibt. Die grafische Wirkung der Blöcke wird durch die Linien, die Licht und Schatten bringen und ganz andere Muster haben können u.U. durchbrochen oder unterstützt-wie man es halt mag. Wer mal die Gelegenheit hat eine Ausstellung mit alten Quilts zu besuchen, sollte sich das nicht entgehen lassen, das ist umwerfend was man da an Quiltmustern zu sehen bekommt!

Allerdings ist es schon anstrengend, man sitzt tatsächlich evt. Stunden dran-nur an der Nähmaschine, so lange Nähte hat man sonst nicht. Deshalb muss man dringend immer mal Pausen einlegen und beim Nähen sich gut und bequem hinsetzen: Rücken gerade, Kopf nicht zu tief, Schultern runter, Arme möglichst entspannt. Am Besten den Wecker auf eine halbe Stunde stellen und dann mal aufstehen, Kaffee kochen, Schokolade essen, Katze streicheln oder so.
Auch das Arbeiten an einem so großen Stück Stoff ist ungewohnt, man sollte möglichst viel Platz um die NäMa frei räumen, das wird sonst alles beim Wurscheln vom Tisch gefegt. Man muss je nach Platz unter dem Näharm den Quilt evt. einrollen um ihn unter die Maschine zu kriegen und an einer bestimmten Stelle Nähen zu können.
Ich würde empfehlen, den Anschiebetisch anzubringen, dann kann man den Stoff besser bewegen.

Vor dem Quilten sollte man eine neue, spitze Nadel einsetzen, z.B. eine Quilting-Nadel und passendes Quiltgarn für oben und unten einfädeln. Quiltgarn (unbedingt MASCHINENquiltgarn!) ist reissfester als normales Nähgarn. Ich würde sagen, man kann schon mit normalem Garn quilten, aber dann lieber hochwertiges nehmen, was nicht allzuschnell reisst. Eine Probenaht auf einem Miniquilt, also drei Lagen mit der original-Füllung in der Mitte, zeigen, ob die Nadel ok ist, die Fadenspannung stimmt und keine Stiche ausgelassen werden (das kann auch an der Nadel liegen, dann ein andere ausprobieren)

Das Quilten geschieht nach Möglichkeit auch von der Mitte nach aussen wie das Heften, aber gerade Nähte über den ganzen Quilt würde ich trotzdem vom Rand beginnen. Wer mit geraden Nähten quiltet sollte diese möglichst alle in dieselbe Richtung nähen, sonst gibt es leicht Fältchen. Auch kreuzende Linien sind anfällig für Fältchen, sie lassen sich aber nicht immer vermeiden. Dann halt einfach nicht ärgern, zur Vermeidung kann man den Stoff beim Nähen mit den flachen Händen gut spannen.
Man legt sich das "Feld", auf dem man Nähen will, gerade, spannt den Stoff mit den flachen Händen und näht, soweit man alles glatt gerichtet hat, dann absetzen (Nadel dabei im Stoff lassen), neu richten und wieder nähen. Nie beim Nähen nur eine Hand auf dem Quilt haben, im Freihandmodus hat man sonst sofort einen Ausrutscher in der Naht.
Bei meinem habe ich mich so 10cmweise über die ganze Fläche gearbeitet.

Durch die Größe des Quiltes kann man auch nicht so einfach vor und zurück oder nach rechts und links nähen, wer wilde Muster quilten möchte, muss Freihand nähen, d.h. mit dem Stopffuss und versenktem Transporteur.

Das wäre also die Frage, nähe ich gerade Linien in einer Richtung? Das geht im normalen Nähmodus. Möchte ich Kringel, Stippling, Bögen oder Kreise so wie ich es bei diesem gemacht habe? Dann sollte man Freihandquilten.


Welche Muster kann man leicht ohne viel Vorarbeit quilten?
Wenn man im normalen Nähmodus quilten möchte:

Man braucht Quiltlinien nicht verstecken, ich würde also nicht in-der-Naht Quilten. Das klappt sowieso nicht hundertprozentig und dann sieht man ab und an ein paar verirrte Stiche neben der Naht, ochnee-lieber füsschenbreit daneben, das ist genauso einfach und wirkt schon ganz anders. So kann man an den Blöcken entlang nähen oder am Muster der Blöcke.

Auch sehr gut gehen diagonale Linien von Blockecke zu Blockecke. Dafür immer die Nadel in der Ecke stecken lassen, den Quilt drehen und die nächste Ecke "anpeilen", dann dorthin nähen usw.

Man kann auch Rundungen nähen, bei denen man als Maßstab Nähte nimmt so wie hier.
Oder man näht schlichte gerade Linien über den ganzen Quilt, im Abstand von etwa 5-6cm, ein bisschen unregelmässig wirkt sicher auch interessant.
Hier ist ein Tutorial für ein Gittermuster mithilfe eines Klebestreifens.
Für den Quilt von meinem Tutorial ist es zugegebenermassen gar nicht so einfach, ein fortlaufendes gleichmässiges Muster zu finden, ich habe mal eine Skizze vom Muster gemalt und mit Bleistift dann die evt. Quiltlinien aufgezeichnet, das fiel mir ein:


In beiden Fällen wäre es schon ziemlich weiträumig gequiltet, das liegt an der Größe der Blöcke. Und für die Diagonalen müsste man sich besser die Mitte der Blöcke abmessen, also doch ein bisschen Vorarbeit, hmmm.

Im Freihandmodus:
Man kann alles im Freihandmodus nähen, Kreise und Kringel aber auch vorgezeichnete Muster gehen besser freihand als im Nähmodus. Das freie Führen des Stoffes macht Spaß, man sollte es vielleicht auf einem Stoffrest mal austesten. Man muss bei gleichmässiger Geschwindigkeit den Stoff gleichmässig schnell führen um halbwegs gleichlange Stiche zu bekommen. Und immer beide Hände auf dem Quilt...Nähen ohne Muster geht am besten in schnellem Tempo.
Die Amerikaner lieben das Stippling, das sind relativ enge, mäanderartige freigeführte Nähte die man felderweise über den ganzen Quilt näht, bei crazy mom quilts gibt es ein Video dazu (der Blog ist ein Eldorado für alle die sich für Quilten interessieren!!). Um einen Eindruck von fertigen, gestippelten Quilts zu bekommen, gebt mal "stippling" bei Flickr ein.

Für meinen eigenen Quilt habe ich mir folgendes ausgedacht:

Ich habe drei Teile aus meinem Küchenschrank genommen, das größte ist ein Kuchenteller, die anderen zwei Schüsselchen sind gleichmässig kleiner. Zuerst habe ich mit dem Kuchenteller unregelmässig verteilte Kreise auf dem ganzen Quilt gemalt (ein wasserlöslicher Filzstift aus dem Kurzwarenbedarf ist dafür echt ein Segen), die Zwischenräume sollten dabei kleiner sein als der Teller selber. Danach habe ich das zweitgrößte Tellerchen genommen und an die Tellerkreise anstossend weitere Kreise gemalt und zwar soviel ich noch drauf bekommen habe, immer mit mindestens einem anderen Kreis in Kontakt (nur anstossen, nicht überschneiden). Zuletzt in die verbleibenden Lücken Kreise mit dem kleinsten Schüsselchen malen. Inspiriert wurde ich durch den Stoff dieser Tasche, das war mal Ikea-Bettwäsche.



Gequiltet habe ich im immer an den Linien entlang aber (fast) nie um die Kreise rum sondern bei jedem neuen Kreis wieder zurück (also wie wenn man bei der Tasche die Form der weissen Felder nähen würde.) Das ging nur bei recht langsamen Tempo und dauerte dadurch entsprechend. Aber das Ergebnis gefällt mir gut, auch wenn ein paar Ausrutscher dabei sind, wie man unschwer erkennen kann.

Für weitere Inspirationen solltet ihr mal z.B. bei Flickr.com "quilting" als Suchbegriff eingeben.

Viel Spaß beim Nacharbeiten-ich hoffe es ist hilfreich. Der nächste Tutorial-Teil handelt vom Binding, also der Kanteneinfassung.

10.7.09

7.7.08

Drei Sterne - Three Stars




Hier die Sterne 6, 7 und 8. Bin sehr glücklich mit denen.
Here are the Stars 6,7 and 8. I'm very happy with them.

17.3.08

Work in progress



Natürlich waren wir sehr fleissig am Samstag beim Nähtreff, ich habe eine Hose für Leopold angefangen, beim Bund hatte ich dann keine Lust mehr. Ausserdem die Ostertischdecke aus rosa gepatchten Blöcken, da kam ich bis zu den fertigen Blöcken. Heute habe ich die Hose fertig genäht, sie ist aus der aktuellen Kinder-Ottobre (1/08). Mit der Passform von Ottobresachen hatte ich ja unterschiedliche Erfahrungen gemacht und war aud das Ergebnis gespannt. Ich habe Grösse 98 zugeschnitten, was er demnächst tragen wird, es fällt auch so aus, im Vergleich zu seinen 92er Hosen ist die jetzt etwas zu groß. Also alles ok! Lediglich die Weite würde ich nicht nochmal so nähen, da kann man gut 4-5 cm abnähen pro Bein.

Actually we were really hard-working at our sewing-circle. I started sewing a boys-trousers, coming to the waistband I couldn't be bothered to finish it. Now it is done, I was very curious about it's fit and it's ok now, but the legs are very wide. When I sew this pattern again, I will sew it more close. The pattern is from the finnish magazine "ottobre", 01/08.


Die Blöcke der Tischdecke habe ich heute auch zusammengesetzt, jetzt werde ich noch einen weissen Rand drannähen und eine Rückseite, damit die Nahtzugaben verschwinden. Und dann wirds Frühling im Wohnzimmer!

Then I started sewing the pink blocks for the tablecloth. I finished the blockassembling today, now I make a white border and a back and then it's spring in the living room!


Bei meinem angefangenem Krabbelquilt musste ich feststellen, daß ich mich doch gewaltig verrechnet habe, natürlich habe ich nicht die Originalanleitung und habe versucht, mir die Grösse der (ja dann auf die Spitze gestellten) 4er-Quadrate auszurechnen um die Breite der anderen Streifen zu bekommen. Jetzt habe ich viel zu viele Quadrate und sie passen auch wenn es weniger sind nie richtig an den anderen Stoff (von dem ich nicht mehr habe). Nach kurzem Zögern habe ich jetzt neuen Stoff bestellt, dann kann ich die Decke auch breiter machen, das ist eigentlich besser. Und mit den restlichen Quadraten mache ich dann, hmmm, irgendwas anderes...

With my started crawling quilt I realized that I made a totally wrong calculation of the 4patch-squares. They are too many and don't fit the other fabric (from which I do not have more than this piece) in any way. So after thinking about I decided to order more of the less fabric, then I can make the quilt a bit wider, thats better at all. And with the left over squares I can do, er...something different.