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27.7.14

Ein Lebenszeichen und ein neues Kleid Simplicity 1028

Ja, ich lebe noch und das Baby ist auch noch nicht da! Könnte ja sein, daß man sich bei einer Schwangeren so seine Gedanken macht, wenn man ein paar Wochen nichts hört, war keine Absicht.
Wie schon erwähnt finde ich die Hitze nicht so toll und meiner sonst gewohnten Produktivität etwas hinderlich. Aber immerhin habe ich neben Kleinkram auch ein Kleid fertig bekommen.
Schon vor ein paar Wochen habe ich mir gedacht daß es jetzt mehr Sinn machen würde, Sachen für Wochenbett und Stillzeit zu nähen, also irgendwie vorne zu öffnen und überlege, welche Schnitte dafür in Frage kommen. Gerade für die erste Zeit nach der Geburt habe ich mir etwas gewünscht, was man schnell an- und ausziehen kann, um nicht den ganzen Tag im Nachthemd rumhängen zu müssen (Dafür wäre auch ein Morgenmantel toll, habe ich auch noch nicht). Es gab in den 40er und 50er Jahren sehr hübsche Hauskleider-Schnitte, im Prinzip wie Wickelkleider (dann gebunden) oder Hemdblusenkleider (geknöpft) geschnittene Kleider in der typischen Silhouette. 



Bei Etsy habe ich diesen Schnitt erstanden, Simplicity 1028, er ist laut einer Bleistiftnotiz von 1954.
Im Schnitt gibt es eine geknöpfte und eine gebundene Variante, weil ich das Kleid jetzt schon anziehen wollte, habe ich Bindebänder dran genäht.


Der Schnitt ist überhaupt nicht als Umstandsschnitt gedacht, deswegen sitzt es jetzt nicht perfekt. Das ändere ich lieber später nochmal wenn ich wieder eine irgendwie geartete Taille habe.



Aber grundsätzlich ist das Kleid recht bequem.

So sieht der Bauch inzwischen von der Seite aus. Das Kind darf noch zwei Wochen weiter wachsen, puh, inzwischen stört er auch beim Sitzen ein bisschen.

Der Kragen ist komplett angeschnitten und sitzt daher auch nicht so supertoll, das war damals aber ziemlich üblich, ich hatte schon einige solche Schnitte. Wahrscheinlich nähe ich noch später 2-3 Knöpfe dran, bisher ist der Ausschnitt mit einer schnöden Sicherheitsnadel gesichert.


Das Oberteil habe ich noch vor dem Zuschnitt einer ausgiebigen Änderung unterzogen, die Schulterpartie habe ich an meinen Basisschnitt angepasst, für die Brustabnäher habe ich mich an zahlreichen Messungen orientiert und eine FBA gemacht. Trotzdem saß es aus dem Originalstoff dann nicht, ich habe ordentlich an Weite wieder rausnehmen müssen. Vielleicht liegt das an der im Moment nicht vorhandenen Taille? Keine Ahnung. Guter Sitz ist es auch jetzt noch nicht, aber wie gesagt, das ändere ich lieber, wenn das Baby nicht mehr so "aufträgt".


Unter den senkrechten Brustabnähern habe ich im Rockteil kleine Fältchen eingebaut damit der Bauch jetzt besser reinpasst, sieht man leider auf den Fotos nicht so gut.


Die roten Paspeln gefallen mir gut, ganz schönes Gefummel die so um die Ecken des Kragens zu legen. Ich habe Fertigpaspel genommen die an den Ärmeln leider etwas knapp wurde. Da habe ich den Saum etwas einhalten müssen, damit es gerade so reicht. Dafür sind die Ärmelsäume jetzt etwas spack, tja, alles kann man nicht haben.
Die Ärmellänge habe ich pie mal Daumen abgeschnippelt, im Schnitt sind sie viel länger.
Die schrägen aufgesetzten Taschen musste ich der Stoffknappheit opfern, schade, die finde ich eigentlich schön. Vielleicht gibt es ja noch eine Variante!
Der Stoff ist von Karstadt, eine dünne Baumwolle vom Angebotstisch. Das Kleid ist mit dünner Ikea-Gardine gefüttert, sonst wäre es zu durchsichtig. 

So, liebes Kind, darf ich meinen Blogbesuchern denn bald mal Deine Sachen zeigen? Ein bisschen Umräumen im Nähzimmer und Suchen auf dem Speicher müssen wir noch, aber das meiste hat schon seine Runden in der Waschmaschine gedreht. Hach, diese winzigen Sächelchen!

7.5.14

MeMadeMittwoch am 7.5. im Schwänchenkleid

Wenn wir sonst am Mittwoch eher Alltagskleidung tragen und zeigen, ist ein Anlasskleid zwischendurch für diese Zeit vielleicht auch erlaubt, denn nach Ostern feiern viele Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Kommunion und Konfirmation. Eine willkommene Gelegenheit für ein besondereres Kleid, oder? Jedenfalls sind diese Bilder vom Sonntag, da wurde mein Neffe konfirmiert.


Für mich ist vor allem der Stoff besonders, der ist nämlich ein Traum! Ich habe ihn in China bestellt, über Etsy (bemüht Euch nicht, nachdem ich ihn bei Twitter gezeigt hatte war er ratzfatz ausverkauft...) Angeblich ist es eine Baumwolle-Viscose-Seide-Mischung, aus der Beschreibung wird man nicht ganz schlau und Zweifel sind sicher auch berechtigt. Aber der Stoff ist in echt genau so wie man sich einen Kleiderstoff wünscht, fliessend, nicht zu dünn und sehr weich auf der Haut. Den würde ich in allen Lieblingsfarben kaufen, wenn ich könnte.
Das Bestellen in China war problemlos, via Etsy geht die Konversation auf englisch und Bezahlen über Paypal, Zoll musste ich nicht zahlen, das Päckchen war innerhalb 2 Wochen da. So wünsche ich mir das! Als nächstes werde ich Indien testen, da gibt es eine Menge schön gemusterter Baumwollstoffe.


Den Schnitt hatte ich Euch hier schon gezeigt, es ist ein 40er Jahre Umstandsschnitt. Ich habe für das zweite Kleid das vordere Oberteil, vor allem die Schultern, verschmälert. Ausserdem habe ich mir die neckischen Druckknöpfe die die Weite regulieren sollen gespart und einfach leichte Abnäher genäht, den Rest macht der Gürtel.


Die Tulpenärmel habe ich ein Stück verlängert, die sind wirklich sehr bequem und hübsch. Ein bisschen Sonnenbräune an den Armen wäre allerdings nicht schlecht, naja.


Fotografiert habe ich im Haus meines Bruders, der hat einen Riesenspiegel direkt neben einem überdimensionierten Fenster, eher eine gläserne Hauswand, eine ideale MMM-Fotolocation für Selbstknipser.



Gestern zum Theaterbesuch bei meinen Kollegen durfte ich das Kleid dann gleich nochmal ausführen. Und für nächsten Frühjahr werde ich das Oberteil einfach in ein normales mit Abnähern umwandeln und die große Weite aus dem vorderen Rockteil nehmen. 



Alle anderen versammeln sich bei der hübsch rotröckig gewandeten Meike im MMM-Blog

16.4.14

MeMadeMittwoch am 16.4.2014

Heute zeige ich Euch mein ersehntes 40er Jahre Umstandskleid. Ich trug es gestern trotz der Kälte. Heute werde ich den ganzen Tag in der Kirche sitzen und proben, dafür ist es dann doch nicht geeignet. Ich habe einen sehr dünnen, fliessenden Viskosestoff verwendet (war mal ein Schnäppchen bei Zauderino-Stoffe), dadurch fällt es ganz wunderbar, ohne Unterkleid geht es allerdings nicht weil der Stoff leicht durchsichtig ist.


Im Prinzip passt es sehr gut und ist bequem (absolutes Ausschlusskriterium zur Zeit, daß man da soviel mehr empfindlich ist, komisch), das Oberteil ist aber ein bisschen sackig, beim Nächsten werde ich noch ein Stück an der Seite wegnehmen. Eigentlich ist dieses Kleid ein Probekleid für einen absoluten Traumstoff, es gibt bei uns eine Familienfeier im Mai, da lohnt sich ein Anlasskleid.


Hier kann man die Tulpenärmel erahnen, der Ärmel besteht aus einem an den Enden ausgebeulten Streifen (weiter unten gibt es ein Foto von der Schnittumschlagrückseite, da kann man das besser sehen) der übereinandergeschlagen und gekräuselt als Ärmel angenäht wird. Finde ich sehr hübsch!


Es gibt eine Weitenregulierung in der Taillennaht mit drei Druckknöpfen auf jeder Seite, das habe ich auch bei einem anderen 40er Jahre Umstands-Schnitt so gesehen. Die dadurch entstehende Falte formt auch den "Sozusagen-Brustabnäher", der natürlich so ungenäht etwas strukturlos bleibt. Aber wie gesagt, bequem ist es.


Wahrscheinlich sollte der Gürtel das verdecken, aber der bleibt natürlich nicht da wo er hinsoll. Macht nix, ich finde die Druckknöpfe fallen in dem Muster eh kaum auf. Im mittleren Rockteil sind Falten abgenäht, Tucks wie der Engländer sagt.


Am Halsausschnitt ist eine Kräuselung von einem Abnäher oberhalb der Brust bis zur Schulternaht. Wegen des ungewöhnlich aussehenden Schnittteils habe ich mich nicht getraut ganz soviel vom Armausschnitt wegzunehmen wie ich hätte müssen, ich hab später noch was weggenäht aber die Schultern sind immer noch ein Stück überschnitten. Jetzt bin ich zu faul das nochmal aufzumachen, ist ja nur ein Probekleid.


Hinten gibt es Schulterabnäher und eine Kräuselung in Taillenhöhe.


Die etwas überdimensionierten Schleifen am Ausschnitt habe ich weggelassen, die waren dann doch einen Tucken zu viel, ähem.


Hier die Schnittteile auf dem Umschlagbild, die Schlange mit den zwei verschluckten Elefanten ist der Tulpenärmel. So eine Ärmelform hatte ich noch nirgends sonst gesehen.


Alle anderen finden sich im MMM-Blog bei der zauberhaften Lucy

25.9.13

MMM am 25.9.2013 oder Geburtstagskleid mal anders

Heute ein kurzer Gruß von unterwegs, ich muss arbeiten und tue das dem Anlass gemäß in einem neuen, aber schwarzen Kleid. 
Es handelt sich um einen Schnitt aus den Vierzigern mit wie ich finde hübschen Details. Einen ausführlicheren Post dazu gibt es vielleicht später.
Ich bin so Semi-glücklich, das Oberteil ist ziemlich sagen wir mal blusig geworden, was nur der nette Ausdruck für 'sitzt nicht 100%ig' ist. Ich hätte mir noch mehr Mühe geben können, aber die zusätzliche Weite ist bei dem Stoff, ein feiner Wollstoff, ganz angenehm. Ich zähle mich eher zur jerseykleidfraktion, btw. 

Alle anderen in meist bunten Outfits hier: http://memademittwoch.blogspot.de/2013/09/me-made-mittwoch-am-25-september-2013.html




22.7.13

Vintagekleid in dunkelblau

"Dunkelblau was my first love.... and it will be my last..." Also ich muss jetzt erstmal was zu meiner eigentlichen Lieblingsfarbe schreiben, dunkelblau! Das hatte ich in den letzten Jahren nämlich irgendwie verdrängt. Seit der Verlagerung des Stoffeinkaufs vom realen Geschäft in den virtuellen Shop ist einfarbiges Stoffe kaufen reichlich unsexy geworden und ich kann mich fast garnicht dazu überwinden. Kein Wunder, auf den kleinen, rechteckigen Shop-Bildchen lässt sich ja auch kaum etwas wahrnehmen, jeder Uni-Stoff wird zum Farbfeld und scheidet bei der Auswahl durch schiere Langeweile aus. 
Sehr dumm, wie ich so langsam feststelle, denn eigentlich liebe ich einfarbige Kleidungsstücke sehr, gerade wieder beim Sew-Along war ich auf jeden der Uni-Bombshells irgendwie neidisch, ich albernes Huhn. Hatte ich doch selber alle Unis als untauglich ausgeschlossen und mir den Zackenstoff rausgesucht.
Nun gut, wir lernen also alle nicht aus und ich gelobe, mich mal auf meine alten Vorlieben zu besinnen. Zu späten Teeniezeiten trug ich meistens weiße Blusen zu dunkelblauen Hosen, alles selbstgenäht (ich alte Angeberin, jaja. Die Blusen z.T. aus alter Bettwäsche, mit Spitze, hach) Ich erinnere mich an eine Chorfreizeit, auf der ich wie gewohnt den Inhalt meines Koffers luftig am Fußende des Bettes verteilt hatte und auf das morgendliche Gejammer, ich wüsste nicht was ich anziehen sollte, meine Zimmergenossin lachend ein Teil nach dem anderen hochhob und rief "des is ja auch echt schwierig: dunkelblau, weiß, dunkelblau, weiss, dunkelblau..." Muss ich immer dran denken, wenn ich sie sehe, hihi.



Jetzt aber zum eigentlichen Thema dieses Post: Das Vintagekleid

Als Cat neulich dieses Modell gezeigt hat, war es (mal wieder) um mich geschehen. Gleichzeitig wusste ich, dass ich das Kleid schonmal irgendwo gesehen hatte, nämlich hier.  
Ich finde den Schnitt ganz wunderbar, die Größe ist ziemlich perfekt als Vintagekleid-Ausgangsgrösse, das schien eine einfache Aufgabe zu sein. Ich war aber etwas unglücklich mit der Stoffkombination und der weißen Kontrastfarbe, damit würde es für mich zu unalltäglich werden (Cat hat ja auch schon von der Auffälligkeit geschrieben) und das wollte ich nicht. Ich hab schon ein blauweißes Anlasskleid, ein zweites brauche ich nicht, es gibt auch gerade garkeinen Anlass. Ich wollte lieber sowas dazwischen, schick, aber auch mal für so. Vielleicht ein Sonntagskleid.
Eine andere Stoff-Kombination fiel mir ums Verr*cken nicht ein (kennt ihr das? man überlegt tagelang, was der beste Stoff wäre), der Kragen aus einer anderen Kontrastfarbe als weiss käme mir seltsam vor und zu weiss geht irgendwie auch nicht alles. Rot zu weiss fände ich auch irgendwie toll, aber damit wird es ja noch auffälliger... Warum also nicht einfach das ganze Kleid im gleichen Stoff? Der Plan war schliesslich ein schmal hellrot gestreiften Stoff (schon wieder gemustert, ihr merkt schon...), den ich in der Sale-Kategorie von Hemmers gefunden hatte. Zu der eigentlichen Stoffwahl wanderten noch andere Stoffe in den Warenkorb, wie man das halt so macht. U.A. auch ein dunkelblauer leichter Hosenstoff aus BW, ich weiß schon garnicht mehr, für was ich den eigentlich vorgesehen hatte.
Als das Päckchen ankam hielt ich den dunkelblauen Stoff in den Händen und wusste plötzlich wieder, wie gut ich mich in dunkelblauen Kleidern fühle.




 
Gesagt, getan, hier ist das dunkelblaue Vintagekleid, sehr gut tragbar mit dunkelblauem Kragen und Ärmelaufschlägen. Geguckt wird übrigens trotzdem ;-) 
Ich finde, die einfarbige Variante auch sehr erstrebenswert, was meint ihr?
Dazu meine neuen, bei e*ay heiß erkämpften Softclox in GRÜN(!!!), ich liebe sie! Damit ist das Outfit reichlich deckungsgleich mit Cat, man möge es bitte verzeihen.





Hier noch eine Nahaufnahme der weißen Knöpfe, in meiner Vintage-Knopfsammlung fanden sich genau fünf dieser hübschen Dinger, offensichtlich haben die auf das Kleid gewartet.
 
Der Schnitt ist, ich nehme es vorweg, nix für Feiglinge. Aber es lohnt sich! Mit Näherfahrung bekommt man ihn schon geregelt. Schwierig ist er m.M. nach, weil einige Details heute einfach anders konstruiert werden und das einiges Kopfzerbrechen bereitet. Eine Anleitung gibt es ja eigentlich nicht, man braucht schon eine Portion Mut zum Scheitern, wenn man ein Teil einfach mal annäht um zu gucken, ob sich der Knoten im Hirn vielleicht anschliessend in Luft auflöst.

Vielen Dank an Neu4bauer für den kostenlosen Schnitt! Das Kleid ist wirklich toll und besonders und ich bin sehr glücklich mit meinem!

(Kleiner Einschub: Neulich beim rumgucken auf der Knipmodeseite fiel mir dieses Kleid auf, Kragen und Knöpfe dazu konstruiert und schon hat man ein ähnliches Hinguckerkleidungsstück! 

Ich habe hier natürlich auch mit dem Basisschnitt gewerkelt und ich zeige Euch auch mal die Fotos die ich gemacht habe. Ich muss aber dazu sagen, dass ich keine Punktlandung gemacht habe und nochmal nachkorrigieren musste. (Evt. bin ich zu anspruchsvoll?) Aber Versuch macht kluch und so langsam bekomme ich auch hier Vertrauen in mein Tun (und weiß auch, dass ich am Basisschnitt nochmal rumschnibbeln muss, aber das ist für hier mal fast egal)

Hier ein Blick auf einige Änderungen:

Das rote gezeichnete ist mein Basisschnitt (aus Folie). Zu vernachlässigen ist die Höhe, allerdings nicht die Rundung der Taillenlinie nach oben für das Hohlkreuz. Außerdem wollte ich auch da gerne einen Abnäher.
Im Original ist mir der Halsausschnitt zu eng, der angeschnittene Arm und die Schulter etwas zu weit.

So habe ich dann zugeschnitten, das blaue ist mein Schnittteil. Am Ende war das Kleid in Höhe der Taille ein ganzes Stück zu weit. Ich hatte die Taille nur vorsichtig angepasst, weil ich nicht genau wusste, ob der Schnitt eine ganz enge Taille verträgt (der Basisschnitt ist ja engstmöglich) und enger nähen geht ja immer noch.

Hier beim Vorderteil ist Basisschnitt (rot) UND fertiges Schnittteil (blau) aufgelegt, wie man sehen kann, habe ich den Halsausschnitt entsprechend dem Rücken weiter gemacht, zusätzlich zum seitlichen Brustabnäher (bei dem ich den Brustpunkt ein Stück nach unten verlegt habe) noch einen vertikalen eingebaut und auch hier den "Ärmel" etwas verschmälert. Angeschnittene Ärmel sind ja ein Sonderfall, deshalb habe ich lieber großzügig Weite nach oben gelassen (dieser Bereich ist bei mir sonst immer zu niedrig, weil meine Schultern so hoch sind. Hier habe ich mich also eher gewundert, dass ich das kleiner korrigieren konnte)
Interessant fand ich, dass statt eines vertikalen Abnähers diese seltsame Rundung in der Seitennaht ist. Das funktioniert wohl eher nur bei weichen Stoffen.
Im Nachhinein hätte ich den Halsausschnitt auch nach unten hin noch weiter machen können, vielleicht bis kurz vor den Knöpfen. Und wie zu Erwarten war, ist die Taille so zu weit (Vergleich Vertikale Abnäher rot und blau)

Der geänderte Halsausschnitt erfordert eine entsprechende Änderung am Kragen, ich habe den neuen Ausschnitt abgemessen (bis zu den Ecken soll er in den hinteren Halsausschnitt eingenäht werden) und die entsprechende Weite zugegeben.
Am Rock habe ich ähnlich geändert, das ist wie ihr euch denken könnt weniger aufwändig, Weite korrigieren, hinten die Taillenlinie nach unten wegen des Hohlkreuzes, das war es. Ich bin auch da auf Nummer sicher gegangen, weniger geht ja immer noch.
 Außerdem habe ich die Ärmelaufschläge etwas "entschärft", sie sind an der spitzen Stelle einfach nicht so hoch wie original. Ich habe sie ausserdem von innen mit ein paar Stichen fixiert, sonst guckt man dauernd, ob sie noch richtig sitzen.
Beim Zusammennähen war ich irgendwann so in Eile, dass ich vor Annähen des Rockes vergessen habe zu kontrollieren, ob die Taille ok ist. Damit passte der Rock ü-ber-haupt nicht ans Oberteil und ich hab ihn oben ein ganzes Stück abgeschnitten. So, jetzt wisst ihr auch, warum mein Kleid viel kürzer ist als die anderen ;-)
Die Fummelei mit den Falten lasse ich jetzt mal unerwähnt, die sind in Kombination mit den Knöpfen aber natürlich der Hingucker bei dem Kleid.
An der Taille habe ich dann wie gesagt ein Stück abgenäht und jetzt ist das Kleid trotz des etwas steifen Stoffes sehr bequem und luftig, man schwitzt eigentlich nicht darin und hat doch bedeckte Schultern. Ich liebe es!!!
 
Und dann wäre da noch der Ohrwurm, der in meinem allerersten Satz gemeint war und der im Original natürlich genausogut zu meinem Leben passt:

 


 

3.6.13

Hochzeitsgastoutfitprojekt Finale


Ihr werdet gemerkt haben, leider kam ich nicht dazu weitere Work-In-Progress-Posts zu schreiben, Real Life in Kombination mit reichlichem Fertig-werd-Druck ließen echt keine Zeit für solche Späße.
Was den Textüberarbeitungen im ersten Post irgendwie zum Opfer fiel, war der Hinweis, dass die Hochzeiten schon am letzten Wochenende waren, also ab dem Post war nur noch eine Woche Zeit und im Job erstaunlicherweise viel zu tun. Mein Dienstplan ist bekanntermaßen sehr unregelmäßig, dummerweise fallen mir die nähzuwiderhandelnden "Ballungen" aber immer erst auf, wenn es fast schon zu spät ist.

Am meisten gestresst hat mich am Ende das Stricken, die Notwendigkeit einer wärmenden Jacke hat sich im Laufe der Woche immer mehr bestätigt, aber zwei Wochen Zeit insgesamt für ein Strickprojekt sind für mich wirklich sehr wenig. Das halbe Knäuel pro Tag war zwar irgendwie zu schaffen (vor allem dank vieler Chorproben), aber mehr auch nicht, was die Sache spannend bleiben ließ bis zum Schluss. Die Knöpfe habe ich eine halbe Stunde vor der Trauung angenäht (mit der Maschine, ich hab die Jacke auch mit der Maschine zusammengenäht, das geht, wer hätte das gedacht). 
Wie gut die Jacke über das Kleid passt, konnte ich dann erst am Samstag testen, zwar passen die Ausschnitte nicht hundertprozentig übereinander, aber immerhin stört der untere Abschluss nicht die schönen Falten im Rock.

Strumpfhose und Ancle Boots statt sonnengebräunter Beine und Pumps.


Das rote Kleid war in groben Zügen recht flott genäht. Mittlerweile das dritte (?) Stück, was ich mit Basisschnitthilfe verändert und zugeschnitten habe. Das Ergebnis ist jedesmal schlicht und ergreifend: Es passt. Punkt. Wer wie ich schon Stunden an unfertigen Oberteilen rumgedoktert hat, dem kann ich das wirklich nur empfehlen.
Die Nahaufnahme verrät bisschen Pfusch am Saum und mein Unvermögen, die Stoffbruchkante rauszubügeln.

Am besten gefällt mir das Seidenkleid ohne die Jacke, aber das Wetter war nur nachmittags so, dass man ärmellos aushalten konnte. Überhaupt hat sich nach morgendlichem Dauerregen der Hochzeitstag bestmöglich entwickelt, immerhin war die eine Hochzeit mitten in den Weinbergen, es wäre schade gewesen, wenn wir die ganze Zeit nur im Zelt hätten sitzen können. Zu Hochzeit Nr.2 sind wir zum Kaffee vorbei gekommen, ein Haus mit einer wunderschönen Parkanlage, das Küchenbüffet auf der Terrasse, wunderschön!

Eigentlich hätte ich gerne das rosafarbene schon am Freitag zum Grillfest getragen, aber das war dann nicht mehr zu schaffen. Sonntags, als wir uns mit einem Teil der Familie nochmal in einem Biergarten trafen, konnte ich es dann endlich ausführen, da war auch das Wetter entsprechend. Jetzt ist es schon wieder trüb, Menno.
Da der rosakarierte Stoff ziemlich durchsichtig ist, habe ich noch auf die Schnelle ein Unterkleid genäht, was ich samstags auch unter dem roten anziehen konnte.


Der Kleid hat angeschnittene Ärmel, was heißt, ich musste Zwickel einsetzen. Das war hier dank der Anleitung schon etwas einfacher als beim ersten mal. Der Trick St, die Nahtlinie mit einer Stütznaht zu markieren und am Ausdehnen zu hindern. Fummelig bleibt es aber trotzdem...
 
Dieses Vintageschnittmuster bekommt man in als Kopie, handabgepaust und mitsamt des Anleitungsbogens auf grosse, packpapierartige Bögen gedruckt. (Von Hand abgepaust deshalb, weil viele Vintageschnitte nur ausgeschnitten und nicht bedruckt sind). Dadurch entgeht einem zwar das spannende Gefühl, ein Stück Geschichte in Händen zu haben aber ehrlich gesagt tut das dem Ergebnis keinen Abbruch und immerhin kann einem niemand den Fund vor der Nase wegschnappen, wie praktisch!

Die Schnittmuster sind zwar recht teuer, aber der Shop hat eine ziemlich umfangreiche, interessante Sammlung anzubieten, ich würde da jederzeit wieder einkaufen.


Hier noch die Details zu Schnitten und Strickmuster:
Rotes Kleid:
Schnitt: Knipmode 5/13 (nach einem Kleid von Maxima)
Änderungen: Neben Passform habe ich den Ausschnitt leicht modifiziert, den Armausschnitt weniger weit und den Halsausschnitt weiter ausgeschnitten. 
Stoff: Seidentaft aus dem Vorrat, passendes Futter.
Um die Falten genau wie auf dem grünen Vorbildkleid hinzubekommen, müsste man meiner Meinung nach die äußeren Falten etwas tiefer machen. Ansonsten trägt es sich sehr gut!

Strickjacke:
Modell "Faith" aus dem Kim Hargreaves Buch "Heartfelt", gestrickt in M
Änderungen: Ein paar Reihen mehr Schulterhöhe.
Wolle: Drops Baby Merino

Rosa Kleid: 
Schnittmusterkopie eines Vintageschnittes von Spadea nach Ben Barrack, Größe 16
Änderungen: Passform Oberteil, Rock gekürzt
Stoff: BW-Batist mit hellrosa Vichykaro und dunkelroten eingewebten Punkten von hier.

Unterkleid:
Schnitt selbst erstellt nach Basisschnitt
Stoff: Dünner Microfaserjersey aus dem Vorrat, Gummispitze auch is dem Vorrat.
Sowas könnte ich noch in schwarz brauchen.

23.5.13

Projekt Hochzeitsgastoutfit

Wir sind demnächst auf zwei Hochzeiten eingeladen. Endlich mal wieder Gelegenheit ein extraschönes Kleid zu tragen! Bzw. zwei, allerdings sind beide Hochzeiten dummerweise am gleichen Tag, dafür würde also eines reichen. 


Innerlich habe ich schon seit Monaten alle Schnitte, die mir vor Augen kamen, auf Tauglichkeit gescannt, aber schockverliebt habe ich mich erst vor ein paar Wochen bei der Vorschau für die Knip vom Mai in dieses Kleid. (In der Knip gibt es immer mal wieder Schnitte, die von Maxima abgekupfert sind, ich hätte sogar schonmal ein Hochzeitsgastoutfit nach so einem Schnitt.)

Eigentlich hätte so ein Anlass ja einen Stoffeinkauf gerechtfertigt, aber ich habe dann doch was passendes im Stoff-Schrank gefunden was quasi wegmuss, rote Seide, perfekt zum Schnitt. Rotes Futter lag in einer anderen Schublade, wunderbar. Und rot ist ja sogar noch eingefädelt, ha!


Nun wird dieses Kleid aller Wahrscheinlichkeit nach rein wärmetechnisch nicht ausreichen, ich brauche noch eine Jacke (und einen Regenschirm? Bitte nicht).

Da ich sowieso eine rote Jacke nach Kim Hargreaves geplant hatte, die Wolle war schon da, hab ich damit letztes Wochenende angefangen, wenn ich mich ranhalte kann es was werden, jeden Tag ein halbes Knäuel muss ich wegstricken, dann reicht die Zeit. Rückenteil und ein 3/4 Ärmel sind schon fertig.
Es handelt sich um die Jacke "Faith" aus dem Buch "Heartfelt". Ich stricke mit Drops Baby-Merino, die sich meiner Meinung nach sehr gut für das Strickmuster eignet.


Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob das gut aussieht übereinander, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Für den worst case wäre da noch ein geblümter Samt, den ich neulich auf dem Flohmarkt mitgenommen habe. Die entsprechende Jacke müsste dann aber eben auch noch genäht werden. Dafür habe ich noch keinen Schnitt konkret geplant, aber einige passende zur Auswahl.

Am liebsten wäre mir dann noch ein zweites Kleid. Eigentlich sind es ja zwei Hochzeiten...
Am Tag davor gibt es noch ein Grillfest, wenn die Zeit reicht, wäre ein Extraoutfit dafür doch ganz schön. Ursprünglich hatte ich für das Hochzeitsgastkleid mal diesen Schnitt ins Auge gefasst, den könnte ich stattdessen ja hierfür nehmen:


Dafür hatte ich einen hellen Karostoff bestellt, der unterste auf dem Bild:


Alternativ könnte ich einen dieser sehr fluffigen Blümchenstoffe vernähen, dafür stelle ich mir z.B. einen superschlichten Schnitt vor, so wie diesen (aus einer Knip vom letzten Jahr):


Solche Schnitte, schlicht, U-Boot-Ausschnitt, abnäherfrei, sind immer mal wieder in der Knip drin und gefallen mir jedesmal sehr gut. Ich wollte immer mal ausprobieren, ob mir sowas steht (und ib das überhaupt funktioniert so schlicht) man braucht auf jeden Fall einen Stoff mit gutem Fall, der kleingeblümte würde dafür gut gehen, denke ich und der liegt auch schon ne Weile rum.

So, das wäre der Plan, jetzt muss ich mich ranhalten. Für heute habe ich mir das rote Kleid vorgenommen, ein Probeoberteil ist zugeschnitten, wenn das passt müsste das heute zu machen sein, ich werde berichten, stay tuned!