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18.4.15

Nähpläne

Stellt Euch mal vor, es gäbe kleine Heinzelmännchen, die einem heimlich nachts die Stoffe zuschneiden und neben die Nähmaschine legen... DAS wäre ein Traum! Nicht nur würde einem die lästige Zuschneiderei erspart, es hätte auch noch einen weiteren Vorteil: Man müsste nicht dauernd überlegen was man als nächstes Nähen soll.
Nun ist es zur Zeit nicht so, daß ich stundenlang däumchendrehend im Nähzimmer sitze und mir das Hirn zermartere auf was ich so Lust hätte, schön wärs.
Aber ich bin ein gutes Stück unstrukturiert, nähe oft Kleinigkeiten und schnelle Sachen (Neben sofort nötigen Klamöttchen und Windeln (anderes Thema, poste ich auch mal zu) für Konstantin auch Küchenhandtücher, Tischdecken und Lätzchen,... hust, tja! Einfach um ein schnelles Erfolgserlebnis zu haben und weil mir in den kleinen Zeitfenstern, in denen ich zum Nähen komme oft die Motivation fehlt, irgendein Großprojekt anzugehen.

Dabei bräuchte ich dringend eine Aufstockung meiner Frühjahrsgarderobe. Ja, so blöd es klingt, die meisten meiner Frühlings- und Sommerkleider kann ich im Moment (noch) nicht anziehen, so ist das halt, ist ja nicht weiter schlimm, ich nähe ja auch gerne was Neues!

Neben konkreten Vorhaben fallen mir in unregelmässigen Abständen Schnitte in die Hände die ich toll finde und bei jedem Öffnen der Stoffschränke finde ich wunderbare Sommerstoffe, die unbedingt vernäht werden möchten. Unstrukturiert ist hier vor allem die passende Stoffmengen/Schnittkombination. Nicht alle Stoffe, die ich für ein Projekt passend finde, sind in der entsprechenden Menge da. Deswegen dachte ich, ich versuche mal in einem Pläne-Post ein wenig Licht ins dunkel zu bringen. Ganz streng werde ich mich bestimmt nicht nach jetzt gefassten Plänen richten, aber ein bisschen Zuordnung von Stoffmöglichkeiten zu bestimmten Schnitten, ein bisschen Bedarfsanalyse, vielleicht habt ihr ja auch Tipps was am Besten passen könnte, so in etwa halt.

Was brauche ich überhaupt, oder besser, auf was habe ich Lust?
Grundsätzlich nachwievor stilltaugliche Kleider, also mit Wickelausschnitt oder Knopfleiste, wie gehabt. Zuhause, und ich bin bis Sommer ja meist zuhause, trage ich am liebsten Jerseykleider, wobei ich bei sommerlichen Temperaturen auch gerne ärmellose Webstoffkleider trage.

Einen Anlass gibt es für den ich ein schickeres Outfit brauchen könnte, nämlich Konstantins Taufe, die ist allerdings erst im Juni. Ich dachte da an ein Kleid und die Kostümjacke aus Gerties Buch.

Ich habe zwei Frühjahrsjacken, den bestickten Mantel und die rote Lady Grey-Jacke, beide trage ich sehr gerne, mir wäre sehr danach noch ein Teil in der Länge von der Lady Grey zu haben.

Eigentlich wollte ich mir für die Gartenarbeit eine Latzhose nähen.

Ausserdem noch ein paar Kleinigkeiten wie Leggings und ein Unterkleid, evt. Unterwäsche. Da drum geht es hier aber nicht.

Für manche Projekte müsste/könnte ich noch Stoffe kaufen.

Die Stoffe

Ich habe mal alles was mir für sommerliche Kleider im Moment infrage kommt herausgeholt und vermessen, so kann ich auf einen Blick sehen, ob ein Stoff für Schnitt soundso taugt. Netterweise passen fast alle Stoffe toll zueinander. Was aber Wurscht ist, ich habe ja immer nur ein Kleid an. Ausser in Bezug auf die Jacken, die sollten zu mehreren Kleidern passen. 
Alle Stoffe sind schon gewaschen, die Längen sind also endgültig.

Bild 1 von oben nach unten:
Leichter Jeans-Stoff, also Jeanshemdstoff. Für ein Kleid recht stabil aber geeignet, schönes Blau. Ich habe etwas Bammel vor dem Jeanslook.
2m x 1,45m

rotes Vichykaro reine BW, typische Vichykaroqualität
gute 3m x 1,55m

Blaubeerstoff aus BW vom Maybachufer, leicht popelinartige Qualität
2,9m mal gut 1,4m

BW von Stoff und Stil aus dem Sale, eher günstige Qualität,
hier hab ich mich wohl in der Menge vertan, der Stoff ist nur 1,07m breit
2,5m x 1,07m

Blümchenstoff vom Maybachufer, ähnlich popelinig wie die Blaubeeren
knapp 2m x 1,4m

Libertystoff, ein echtes Streichelschätzchen...allerdings sehr rosa.
feine BW, eher Batist
2,5m x 1,3m

       

2. Bild, von oben nach unten:
Hosen- oder Jackenstoff aus BW-Stretch in taupe. Irgendwie das einzige was ich für eine Latzhose dahätte. Der Stoff würde aber auch ein schöne (kurze) Jacke für den Herbst werden, hmmm...
gut 2m x 1,4m

Anzugstoff mit sehr feinen Webstreifen dunkelblau/weiss aus Leinen und Poly. Ich dachte, er taugt für ein Kleid, aber dafür ist zu anzugartig. Eben beim Ausmessen stelle ich erst fest, daß er nicht längs- sondern quergestreift ist, huch! 
2,17m x 1,5m

Gepunktete Baumwolle mit leichtem Stretch und leichtem Glanz, tolle Qualität
gut 2,6m x 1,45m

Viskosejersey in aubergine, 3m

Leichter BW-Batist mit tollem Blütendruck und lila Hintergrund.
2,6m x 1,4m




Die Schnitte:

1. Auf alle Fälle wollte ich noch ein Vogue 1027 nähen, und zwar aus dem auberginefarbenen Jersey. Da reichen 3m, das habe ich schon ausprobiert.
Leider habe ich sonst keine frühlingstauglichen Jerseys zur Hand, da wäre also evt. Nachschubbedarf.

2. In der letzten Knip (04/15) ist ein wie ich finde sehr schöner Wickelkleidschnitt drin. Da ich mit Knipschnitten immer gut fahre nehme ich das Angebot gerne an. es hat einen Kragen, ist ärmellos (was ja gut mit Strickjacke tragbar ist) und einen weiten in Falten gelegten Rock, ganz mein Ding.
(Wer jetzt oh und ah ruft, der müsste in der Maiausgabe der Style fashion auf deutsch enthalten sein)

2,5m Stoff will die Knip, hm, evt. lässt sich das mit Tricksen auch aus 2m rausquetschen. Es ist ein echtes Wickelkleid, zur Not kann man den Rock als Nichtwickel nähen, das spart schon ein gutes Stück.
Hier denke ich an den lilagrundigen mit dem großen Blumenmuster, der wäre schön weich fallend.
Jemand eine andere Idee?


3. Auch in dieser Knip ist ein Latzhosenschnitt drin (wie gut, daß ich kurz vor Erhalt des Heftes einen gekauft hatte, seufz...). Hier steht 2,10-2,15 in der Anleitung, das geht mit 2m, der taupefarbene wäre also ok. Aber soll ich den für so ein Arbeitsding verbraten??




4. Bei einem der letzten Vogue-Butterick-McCalls-Sales flog dieser schöne Schnitt zu mir Butterick 5598, ein ausgestelltes Kleid mit doppelter Knopfleiste und zwei Kragenlösungen (links ist der obere Teil ein Stehkragen). Der Schnitt ruft etwas nach stablieren Stoffen finde ich.

Hier wird 2 5/8 Yard Stoff gefordert, also gute gute 2m. Wahrscheinlich reichen 2 ;-)
Wegen der Knöpfe würde ich zu einem nicht zu wild gemusterten Stoff tendieren, am ehesten geht glaube ich der Jeans. Wäre auch gut zum Testen, da mir der Stoff nicht so sehr am Herzen liegt. Oder was meint ihr? Den gepunkteten


5. Schon ein Weile schleiche ich um das Shirtwaistdress aus dem Gertiebuch herum. Mich interessiert der Schnitt vor allem wegen der tollen Rückenpartie mit Gummizug und Gekräusel unter einer Rückenpasse. Ich finde auf dem Foto sind die Schultern überschnitten, das würde ich bei meinem Kleid natürlich nicht zulassen ;-)


Hier kann man die Rückansicht sehen. Die Variante mit den Tulpenärmeln ist natürlich auch hübsch.
Braucht evt. etwas flatterige Stoffe, denke ich.
Laut Anleitung braucht man hierfür 3m Stoff in normaler Breite. 
Daher kommen hier nur die größeren Stücke infrage, der rote Vichykaro und die Blaubeeren.



5. Für die Taufe stelle ich mir ein Kleid (einer der drei genannten Webstoffschnitte wahrscheinlich) mit einer halbwegs passenden Jacke vor, muss kein Kostüm sein, aber soll schon gut zusammen tragbar sein. Das berühmte Kostümjäckchen aus dem gleichen Buch wäre eine Idee, das wurde in unserer Bloggerszene schon oft genäht. Alternativ könnte ich mir als kurzes Jäckchen auch die von Vogue 8701 vorstellen, auch diese Jacke wurde hierzuland schon genäht. 
Für das Jäckchen kommt der fein gestreifte Anzugstoff infrage. Die Gertiejacke braucht 2m in normaler Breite, das passt also. Und welches Kleid dazu? Der Punktestoff würde ein sehr schickes Kleid ergeben, denke ich, aber welcher Schnitt?



6. In einer ihrer Schnittmusterparaden zeigte Constanze letzten Herbst diesen Mantel von Seekatesew, den Icon Coat. Ich fand ihn gleich ganz toll und musste neulich wieder daran denken (ein gutes Zeichen, wenn einem was nicht aus dem Kopf geht). Die Länge ist zwar ein bisschen seltsam zu Kleidern, aber da es bei Lady grey und meinem Regen-Anorak auch funktioniert könnte der Schnitt schon etwas für mich sein. Evt. würde ich ihn einen Tick länger machen, damit er nicht direkt auf der breitesten Stelle der Hüfte endet. Hier habe ich noch keine Stoffidee, ich habe einen ziemlich klassisch Glencheck-karierten Leinenstoff, aber schwarzweiss scheint mir nicht das richtige zu sein zu all diesen Blautönen da oben. Hier fehlt also ein Stoff.



Ganz schön viele Pläne. Ich sollte einfach mal eins der Kleider in Angriff nehmen, der Rest weist sich dann schon. 
Was wäre eine sichere Schnitt-Stoffwahl, mit was soll ich starten? Für Tipps bin ich als Motivationshilfe sehr dankbar!

13.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 2: Stoffvorstellung und erste Schritte

Für welchen Schnitt habe ich mich jetzt endgültig entschieden? Habe ich den passenden Stoff schon gefunden? War der Stoff eher ein Kompromiss oder habe ich meinen Wunschstoff gefunden? Gab’s das passende Futter dazu? Ist ein Probeteile geplant oder schon fertig? Womit habe ich schon losgelegt? Oder ist mir schon so kalt, dass meine Jacke schon fast fertig ist?
Unverhofft kommt ja bekanntlich oft, aber bei einem Sew-Along ist es eigentlich auch nichts neues, daß man beim zweiten Termin plötzlich mit einem völlig neuen Plan auftaucht, gelle?
So ganz überzeugt war ich letzte Woche nicht, das habt ihr sicher gemerkt. Es lag bestimmt vor allem daran, daß meine Stoffvorräte nicht 100%ig kompatibel mit den Schnitten waren, ein eindeutiges Ausscheide-Argument.
Und dann entdeckte ich bei Nina eine Indie-Designerin, die wenn ich mich nicht irre auch mal kurz Thema bei Twitter gewesen war. Die Jacke die Nina nur vorgestellt hat aber nicht nähen möchte gefällt mir auch gut, die wäre aber nicht das was ich für diesen Herbst brauche. Im Etsy-Shop fand ich dann das hier und war sofort verliebt:


Quelle


Quelle

Er ist gerade erst als Schnittmuster erschienen, als Nina den Post eine Woche zuvor schrieb war er noch gar nicht online. Die anderen Schnittmuster von wafflepatterns sind auch interessant, trotzdem hat in meinem Blog-Umfeld noch niemand etwas von ihr genäht.  Bei der Designerin handelt es sich um eine in Amsterdam (im Nähparadies...) lebende Japanerin. Ihr Blog wirkt recht sympathisch wie ich finde. Sie hat diesen Mantel zunächst nur für sich selbst genäht und dann auf Bitten der Blogleser als Schnittmuster herausgebracht, so steht es jedenfalls im Blog.

Für mich ist das eher ein Anorak denn ein Mantel. Ich habe eine nicht ganz ausgelebte Liebe zu Anoraks. Vor kurzem habe ich ein Langzeit-Ufo (was sicher nichts geworden wäre) endlich entsorgt, damit war dieser Punkt wieder "vakant", jeder hübsche Anorak löst bei mir ein Haben-Wollen aus. Dieser wird es jetzt werden!


Dazu kommt, daß ich ziemlich passende Stoffe im Schrank habe. Letztes Jahr habe ich einen farblich sehr schönen Jacken/Mantelstoff erstanden. Einziger Minuspunkt: Er war sehr günstig und ist nicht aus Wolle. Ich muss jetzt einfach Vertrauen haben, daß er trotzdem hält was er verspricht, wie gesagt, die Farbe finde ich traumhaft, mittelbraun mit Hang zu grau, wollige Optik und Haptik.
Das Futter ist einer der Klassiker vom Maybachufer, den habe ich mal von Freunden mitgebracht bekommen, eigentlich sollte das ein Kleid werden. Der passt aber so perfekt zu dem braunen Stoff und zum Herbst, das muss jetzt so.


Was ich noch brauche ist eine passende Paspel. Entweder ich nehme den Blätterstoff, dann ist die Paspel auch gemustert. Vielleicht ist mir das aber zu verspielt, ich zweifle noch, lieber wäre mir eine einfarbige Paspel in einem passenden Grünton. Hat eine eine gute Quelle für fertige Paspeln in allen Farben?


Vor der Kür kommt bekanntlich die Pflicht, PDF-Schnittmuster sind ja soooo praktisch, aber das Ausdrucken macht leider keinen Spaß (und mal wieder vergass die Schreiberin dieses Blogs, vor Beginn des Druckvorgangs die Druckgröße auf 100% zu stellen. Und merkte es erst nach dem 40. gedruckten Blatt oder so...). Und ob das Kleben Spaß macht, werde ich in den nächsten Tagen merken.

Ob die anderen schon weiter sind als ich könnt ihr bei Dreikah lesen.

3.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along 2014: Teil 1 Inspirationen und Schnittmuster

Ha, ich muss verrückt sein. Ein Sew-Along und das mit meinem Zeitbudget im Moment, völlig bescheuert!
Also zugegeben, ein bisschen habe ich mich überreden lassen, aber beim Thema Jacken juckt es mich  jeden Herbst in den Fingern. So ein grösseres Projekt pro Saison ist schon schick. Ach, irgendwie werde ich das doch hinkriegen, vielleicht werden es einzwei Kleider weniger stattdessen? Wir werden sehen.

Das Thema für den ersten Treffpunkt lautet:

Welchen Mantel/ welche Jacke möchte ich nähen? Was brauche ich? Für den Herbst oder den Winter? Oder beides? Welche Schnittmuster kämen in Frage? Habe ich bereits eine Auswahl oder fehlt mir jegliche Idee? Was mache ich als Mantel/Jackenanfänger?


Also ein Jacken/Mantel-Sew-Along, ich habe schon einige Mäntel und Jacken genäht, die Posts des ersten Mantel-Sew-Alongs könnt ihr hier sehen, letztes Jahr trug ich dann nach Fertigstellung vor allem diesen Gertie-Mantel und auch mein Frühjahrsmantel lässt sich schon wieder ganz gut an, wenn es doch mal etwas herbstlich ist hier.
Was soll es also bei diesem Sew-Along werden? 
Ob für Herbst oder Winter ist mir eigentlich egal, ich entscheide da lieber nach dem Schnitt der mir am besten gefällt.

Schon immer haben mich solche Bademäntelartigen Mäntel gereizt, keine Knopfleiste o.ä., großer Kragen, wenig Schnickschnack. Hier immerhin noch mit aufwändiger Blumenstickerei, aber die ist ja optional. Mir gefällt diese Kragenform gut, einen Schalkragen hatte ich beim Gertie-Mantel ja schon. Leider ist der Schnitt für gestrickte Stoffe, ich habe nur Webstoffe da (kaufen wollte ich nichts, ich habe einige Mantelstoffe hier). Ob ich es trotzdem wagen könnte? Die Version hätte den großen Vorteil, daß wenige Details gleichzeitig wenig Arbeit bedeuten. Ein eindeutiges Plus!
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.


Als allererstes fiel mir bei dem Gedanken an den Sew-Along eigentlich dieser Mantel aus der Sewing-Bee-Show ein. Er ist im Buch enthalten. Immerhin noch einigermassen schlicht. Ich kann ihn mir komischerweise im Moment überhaupt nicht an mir vorstellen. Warum weiss ich nicht, vielleicht weil ich mehr Platz für Busen und so reinbauen müsste? 



Auch immer wieder reizvoll sind Dufflecoats. Mit so einem Klassiker kann man ja nichts falsch machen. Schön gerade geschnitten, wenig Teilungsnähte, wäre ideal. Passen Dufflecoats über Kleider? Das müsste ich erstmal recherchieren.
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.



Apropos Klassiker, was mich beim Durchblättern meiner Hefte (fast nur Knip) spontan am meisten angemacht hat ist dieser Trenchcoat. Die sind ja immer mal wieder Thema und letztlich zeitlos. Von schlicht und schnell gemacht kann hier natürlich keine Rede sein, tja... Sorry für das Bild, die anderen waren noch weniger aussagekräftig. Das Problem hier wäre auch der Stoff, ich habe einen der ideal wäre, aber es ist wahrscheinlich zu wenig. Testen kann ich das erst nach dem Abpausen. Alternativ habe ich einen in Wolloptik in ausreichender Menge da, wäre vielleicht eine interessante Variante.
Auch dieser Schnitt ist aus einer älteren Knip.




Ich gehe dann wohl mal in mich und überlege, vielleicht mögt ihr mir zu irgendwas raten?
Alle anderen Sew-Along-Teilnehmer finden sich diese Woche bei Chrissy

1.4.14

Rückblick März

Wie schön, es ist endlich richtig Frühling! So langsam verschwinden die Stiefel bei den ungetragenen Schuhen und den Wollmantel brauche ich auch nur noch frühmorgens auf dem Rad, hoffentlich nicht mehr so oft.

Der Garten
Solange wohnen wir noch nicht im Haus, als daß ich nicht jedes Frühjahr glücklich die ersten Blüten im Garten bestaune. In einer tagelangen Aktion habe ich im Herbst mehrere Hundert Tulpen- und ähnliche Zwiebeln überall wo Platz war eingepflanzt, genau in diesen Tagen sind die ersten aufgegangen, welche Freude!
Und der vor eineinhalb Jahren gepflanzte Kirschbaum blüht dieses Jahr das erste mal, ich bin schon so gespannt! Der gleichzeitig gepflanzte Apfelbaum hatte letztes Jahr sogar schon getragen, immerhin 7 Äpfel, dieses Jahr gibt es also hoffentlich auch Kirschen.
Ausserdem versuchen wir zum wiederholten Male den Rasen irgendwie tauglicher und schöner zu machen, jedes Jahr wird er ein bisschen ansehnlicher, wahrscheinlich muss man Geduld haben, wir haben wie jedes Jahr vertikutiert und nachgesät, ausserdem Mittel zur Bodenaufbereitung aufgebracht. Genauso habe ich auch das erste mal den Komposthaufen verwertet, alles was wir rausholen kommt jetzt mal auf die Beete. Unser Garten ist durch jahrelange Nicht-Pflege etwas verhungert, aber wir unerfahrenen Gärtner müssen erst lernen was man da so tun kann. Kompost sieben finde ich jedenfalls eine sehr lohnende Angelegenheit.


Zuhause
Und dieses viele Gegärtnere lässt mich zu einem anderen Thema kommen, ich muss gestehen, daß das Familienleben samt der Hausarbeit usw. einfach wesentlich entspannter ist, seit ich komplett zu Hause bin. Auch wenn ich körperlich längst nicht so einsatzfähig bin wie sonst, ehrlich gesagt bin ich mindestens 2 Tage die Woche zu fast garnichts zu gebrauchen, es staut sich nicht so viel an und ich bin auch fast nie gestresst oder genervt. Wenn wir also auf die immer wieder hochschwappende Vereinbarkeitsdebatte schauen, es ist leider nicht zu leugnen, Eine(r) zu Hause: alles (relativ) easy.
Mal ganz abgesehen von der entspannten Situation (die ja nur dadurch zustande kommt, daß ich unfreiwillig nicht arbeite, ich erwähne es nochmal) geniesse ich es wirklich mit den Jungs soviel Zeit zu haben. Auch wenn sie 4 Tage bis 16 Uhr in der Schule sind, ich bin fast immer da, kann sie abholen, kann sie ins Bett bringen, kann sie zu Freunden und Nachmittagsterminen fahren, kann mit Julius Klavier üben, mit Leo Hausaufgaben machen. Oder einfach ein Eis essen gehen, ohne ständig im Kopf den nächsten Dienst zu bedenken, abends noch weg zu müssen. Das geniesse ich jetzt einfach! Mit Schulkindern Zeit zu verbringen ist auch eine ganz andere Nummer als wegen Babys zu Hause zu sein, sagen wir es mal wie es ist.

Schwangerschaft
Die Hälfte ist schon rum. Ich bin immer noch viel müde und nicht besonders belastbar, das ist dann wohl so. Ansonsten geht es mir gut, die Ärztin war beim letzten Termin auch sehr zufrieden.

Musik
Trotzdem habe ich natürlich ein paar musikalische Sachen zu tun, eine Musikerin kann ja garnicht ohne. Nach dem traditionell lauen Februar, da ist nie was los, startete der März mit einem schönen Kammerkonzert mit Kollegen und dann mit der ersten von drei Matthäuspassionen dieses Jahr, in Wiesbaden, eine ziemlich beeindruckende Stadt finde ich, mit einer exquisiten Solistenbesetzung. Ich hatte bei diesem Konzert einen entspannteren Part und konnte viel zuhören. Matthäuspassion (Bach selbstverständlich) ist eins der tränensichersten Stücke für kirchenmusikaffine Menschen, jetzt bin ich ja auch hormonell NOCH näher am Wasser gebaut als sonst, ich versuche dann immer die Deckenmalereien und die Emporen zu inspizieren, aber am liebsten würde ich einfach losheulen. Mein absolutes Highlight war Klaus Mertens mit "Mache Dich mein Herze rein", das gibt es mit ihm sogar auf Youtube, natürlich mit einem anderen Ensemble:



Gelesen
Vor allem die Beiträge zum leidigen Thema #selbstgeboren, gab es eigentlich auch Frauen, die die Aktion toll fanden? Kamen mir keine unter. Danke für Eure vielen lieben Kommentare zu meinem Post! Ich war von jedem einzelnen sehr bewegt. Ich kann noch sagen, daß ich ganz froh bin die zwei Geburtsberichte endlich mal aufgeschrieben zu haben!

Genäht
Von unserem Mini-Nähkränzchen mit Frifris bei Kleidermanie habe ich schonmal geschrieben, es war toll! Wie schön, dass es schon im Mai eine Fortsetzung an anderem Ort gibt. An der Nähmaschine sitze ich nicht ganz soviel wie ich gehofft hatte, genäht habe ich meinen Frühlingsmantel, zwei Kleider, ein T-Shirt für Leo, da folgen noch welche, und eine kleine Tasche für meine Nichte. Eins der Kleider zeige ich hoffentlich morgen, die Tasche für Jule muss ich noch fotografieren. 

Gestrickt
Die Frühlingsjacke ist fast fertig. Wenn ich Glück habe reicht die Wolle gerade so eben... Leider kam ich Sonntag nicht dazu sie zu bloggen, ich dachte ich stricke schnell noch die letzten Reihen.
Angefangen habe ich ein Tuch in Shetland Triangel Muster aus rosa Wolle.

Geschaut
Nachwievor bin ich ganz im Bann der zweiten Staffel von The great british sewing Bee, um die entstehenden Entzugserscheinungen bei nur einer Folge pro Woche zu mildern habe ich die verfügbaren Staffeln von der entsprechenden Back-Show "the great british bake-off" verschlungen. Große Liebe!

Gekauft
Seit ich schwanger bin durchforste ich ebay, etsy und co. nach Umstandsschnitten, vor allem Vintage-Ones. Das ist garnicht so einfach, wobei es eigentlich auch bei den modernen Schnitten keine wirkliche Auswahl gibt. Interessant ist dabei, wie in den verschiedenen Jahrzehnten mit dem Bauch umgegangen wurde. In den 40ern ist eigentlich kaum ein Unterschied in der abgebildeten Silhouette auszumachen. Ich habe diesen Schnitt erstanden, ich warte schon sehnsüchtig drauf, ihn endlich zu nähen, er hat einen hübschen Herzchenausschnitt (die Schleifen lasse ich jetzt erstmal weg, hüstel...) und die Mehrweite für den Bauch wird mit drei kleinen Druckknöpfen reguliert. Interessante Methode, da muss dann noch ein Gürtel drüber damit man die nicht sieht. Ich werde berichten, die Schnittmusterteile sind schon gebügelt, der Stoff liegt bereit.
Ausserdem habe ich via Etsy das erste mal in China einen Stoff bestellt, sehr spannend!


Mini-Exkurs zu Maternity-Patterns
In den 50ern trugen die Frauen kittelartige Oberteile, die monströs weit auf den Fotos aussehen, dazu einen schmalen Rock oder eine schmale Hose. Die Röcke sind mit einem u-förmigen Ausschnitt für den Bauch versehen, das finde ich eine sehr lustige Idee.


In den 60ern trug man der Mode gemäss schmal geschnittene, hochgeschlossene Kleidchen, hier immerhin mit einer verstellbaren Falte in der Seite


Und in den 70ern wurde es dann etwas verspielter, rüschiger, da gefallen mit die Schnitte wieder. Z.B. so was hier



Die Mehrweite durch ein Band aufs Nötigste zu beschränken finde ich einen guten Weg, vor allem für Baumwollstoffe, die ja immer ein bisschen Stand haben und sich bei viel Kräuseln gerne etwas plustern.
Die Schnitte der 80er und 90er, viel Stoff, hochgeschlossen und zeltartig gefallen mir garnicht.
Danach ist dann fast alles aus Jersey, wer hätte das gedacht.






23.11.12

30% Sale auf colettepatterns.com!



Heute gibt es 30% auf alle Colette Schnittmuster! *Klick*
(Heute meint 24 Stunden PST, das geht in unserer Zeit bis 9 Uhr morgen früh, wenn ich richtig geguckt habe!)
Für's Weihnachtskleid wird es wahrscheinlich zu spät sein, aber ich geh jetzt mal gucken...

23.10.12

Neuer Schnittmustershop bei Knip

Jetzt habe ich gerade auf der Knip-homepage den neuen Schnittmustershop entdeckt, habt ihr das schon gesehen? Es gibt alle angebotenen Schnitte auch als PDF-Download, wie cool ist das denn??

Im Moment ist das Angebot aber noch nicht so groß wie früher und 
LEIDER ist das beliebte Knip-Knotenkleid (noch?) nicht dabei, nur die große Variante (die aber leicht anders konstruiert ist als die kleine). Ich habe schon eine Email an die Redaktion geschrieben und empfehle das mal zur Nachahmung.

Dieses Kleid hat mir gleich gut gefallen:




Und das hier auch:


Ach super, hoffentlich nie wieder ein nachträglich entdecktes Sahneteilchen verzweifelt im Netz suchen sondern einfach downloaden.
(Man kann auch gedruckte Schnitte bestellen, aber die sind wesentlich teurer und müssen dann ja auch noch aus Holland verschickt werden. Da kleb ich lieber...)

17.10.12

Simplicity 2403

Als Ergänzung zum heutigen MMM-Beitrag hier noch ein paar Details zum Kleid:


Schnitt: Simplicity 2403, eigentlich "out-of-print", aber in der gleichnamigen Kategorie auf simplicity.com (US-Seite) noch zu bestellen.
Stoff: Ein Viscosegemisch, Crepe glaub ich, in feinem Pepitakaro, gekauft bei einem hiesigen Lagerverkäufer. Fällt sehr gut und dehnt sich ein bisschen, passt damit gut zum Schnitt.
Dauer: Stunden.... ich musste viel ändern, auch ohne die Änderungen ist der Schnitt recht aufwändig. Aber die Details wie Taschen, geteilter Rücken sind sehr lohnend bei dem Kleid.
Passform: Eher körpernah, ich hatte zu klein zugeschnitten und musste viel Weite dazubasteln.
Würde ich nochmal nähen: Aber hallo! Ich werde die andere Version mit einreihigem Blusenoberteil demnächst nähen, Stoff liegt schon parat.

Die Bilder sind nach einem Tag tragen gemacht, gebügelt habe ich es nicht..;-)









24.9.12

Wintermantel Sew-Along Teil 2: Das Schnittmuster

Was bisher geschah: Teil 1 Inspiration

Von hier gibt es nichts weltbewegend Neues zu berichten, ich hatte mich letzte Woche eigentlich schon festgelegt und bin durch Eure Kommentare auch bestätigt werden, ich warte weiter auf dieses Schnittmuster und nähe dann Modell D: McCall's 2556 dress coat, pants sewing pattern Bust 34 
 
 Ich hatte übrigens fast nur auf Etsy nach Schnitten geschaut, warum auch immer. Dort ist das Angebot (an Vintage-Schnittmustern) riesig! Bei gefühlten hunderten von Mäntelschnitten musste ich dann nur warten bis es beim ersten Blick *klick* gemacht hat und das war bei dem der Fall. Dummerweise muss man dann erst noch ein bisschen Zittern, ob der Schnitt halbwegs die richtige Größe hat (Einzelgrößen!), nach D versendet wird oder evt. völlig überteuert ist (kommt auch vor...). 
Anschliessend guck ich immer zur Sicherheit den ganzen Rest an Möglichkeiten auch noch durch und fange u.U. wieder an zu zweifeln, meistens schlaf ich sogar noch eine Nacht drüber. Das klingt jetzt, als wär es mehr als nur eine Entscheidung für einen Mantelschnitt, naja...aber wenigstens weiss ich dann, daß das die für mich beste und schönste Lösung ist.

Beim Nach-*Klick*-Stöbern auf Etsy habe ich übrigens noch diesen Schnitt gefunden, der es mir auch sehr angetan hat, evt. werde ich den auch noch versuchen, mal sehen. Ich neige ja dazu, mir ein bisschen zuviel vorzunehmen, ähem:
Plus Size (or any size) Vintage 1969 Coat Pattern - PDF - Pattern No 158 Amber 

Catherine hatte vom selben Anbieter einen Schnitt bestellt und dann verworfen, das Schnittsystem soll wie (?) Lutterloh sein. Wobei ich mangels Erfahrung nicht weiss, ob das gut oder schlecht ist... Der Schnitt ist zauberhaft, oder? Eignet sich allerdings eher für eine Übergangsjacke.

Alle anderen wild oder weniger wild entschlossenen Mantel-Schneiderinnen finden sich diese Woche bei Catherine

16.9.12

Wintermantel Sew-Along Teil 1: Inspiration

Heute gehts ja schon los...! Also gut, ich versuche mal ein paar Gedanken:


Was brauche ich für einen Mantel, was habe ich für Wünsche?
Naja, wahrscheinlich geht es mir wie den meisten, warm und halbswegs neutral sollte er sein damit er möglichst zu allem passt. Für mich soll er auch unbedingt zu Kleidern passen, von daher wollte ich gerne eine X-Silhuette (gibts das?) mit Gürtel haben.
Ausserdem habe ich schon einige Stoffe hier liegen, z.T. länger als ein Jahr, insofern sollte der Schnitt gerne damit kompatibel sein. Der eine ist grau und nicht so sehr dick, der andere braun und ziemlich warm. Mal sehen für was ich mich entscheide.

Im Januar habe ich schon einen Mantel genäht, der ist schwarz und aus einem ziemlich günstigen Kaufhauszeug. Leider rächt sich das schon nach einem halben Winter, der Stoff zieht Fäden und pillt ziemlich stark. Ich hoffe, das Problem habe ich bei den beiden Stoffen, die jetzt in Frage kommen, nicht...

Ins Auge gefasst hatte ich zunächst diesen Schnitt
Vintage 70s Sewing Pattern, Misses Jiffy Coat, Size Medium, Two Lengths 
Bildquelle: Etsy-Artikel

Aber gekauft habe ich jetzt diesen hier, der Mantel hat es mir sehr angetan, ich finde den Kragen und auch den runden Saum ganz toll
McCall's 2556 dress coat, pants sewing pattern Bust 34 
Bildquelle: Etsy-Artikel

So ganz abgeschlossen habe ich mit dem oberen Modell (oder etwas ähnlichem) noch nicht, der ist nämlich extrem schlicht, kein Verschluss, keine Teilungsnähte o.ä. Details, da spart man sich eine Menge Arbeit und von daher könnte ich so einen ja dann immer noch nähen. Aus megakuscheligem Stoff, wenn mir ein solcher mal vor die Einkaufstüte hüpft oder so.

Diese Variante, ein noch älterer Stil aus den 50ern, fand ich auch nicht schlecht. Ein überabrbeiteter 50er Jahre Schnitt, den man sich selbst in jeder beliebigen Größe großrechnen kann (ähnlich wie bei Lutterloh? So stelle ich es mir jedenfalls vor nach der Beschreibung):
 Plus Size (or any size) Vintage 1950s Coat / CoatDress Pattern - PDF - Pattern No 18: Brenda
Bildquelle: Etsy-Artikel 

Das Bild finde ich etwas schemenhaft, wie meistens bei den älteren Schnittmustern. Eine genaue Schnittzeichnung wäre schon ganz hilfreich. Andererseits spart man hier das Porto, ist ja ein PDF, evt. käme es auf einen Versuch an.

Jetzt warte ich erstmal geduldig auf meinen Schnitt und dann sehen wir weiter!

Vielen Dank an Cat und Lucy für die tolle Idee, Organisation und Motivation!

5.9.12

MeMadeMittwoch 15/12

Hier ist jetzt spätsommer, eigentlich mag ich diese Jahreszeit. Wir haben in der Südpfalz meist das Glück, noch reichlich Sonne abzubekommen, der Wein braucht das glaub ich kurz vor der Lese.

Heute werde ich erst abends schwarz gewandet zum Dienst düsen, also ist über Tag gepflegtes Rumlümmeln erlaubt, dafür werfe ich mir gerne mal dieses Kleid nach Ottobre über, hier schonmal gezeigt. Ich finde den Schnitt eigentlich ein bisschen zu weit/wenig figurschmeichelnd. Jedenfalls trag ich es zwar ganz gerne, aber eben öfter für so Zuhause-Tage (oder, ich gebe zu, für morgens schnell die Kinder in die Schule bringen *hüstel*)


Wenn es heute abend wieder etwas kühler wird oder windig (oder gar regnet, aber danach sieht es nicht aus) ziehe ich mir meine neue Lieblingsjacke an. Fast könnte man Anorak dazu sagen. Es ist, tadaaah, eine REGENjacke, der Stoff ist nämlich wasserdicht. Es ist Etaproof, aus Baumwolle, die hier. Nicht ganz billig, dafür aber sehr alltagstauglich, die Regendichtigkeit sieht und fühlt man ihr nicht an, die Farbe ist genau mein Fall und sehr schön schlicht. Ich bin jedenfalls froh, um irgendein pseudo-outdoor Produkt in Kreischfarbe mit 70 Zippern und womöglich sogar Pfotenabdrücken auf dem Rücken und an allen Ecken drumrum gekommen zu sein.
Dank Nahtband hält sie wirklich was sie verspricht, man höre und staune (wobei ich nicht vorhabe, eine Wanderung bei strömendem Regen darin zu unternehmen, aber für den normalen Alltag in der Stadt auf dem Fahrrad taugt sie gut!).
Der Schnitt ist auch aus der Ottobre, aus der 5/08, ich habe allerdings eine Kapuze drangebastelt. Gefüttert ist sie nicht, die Ärmel und Taschen habe ich geändert. Ich plane noch eine Jacke nach dem Originalschnitt aus Wollstoff, ehrlich gesagt ist die sogar seit Monaten schon zugeschnitten...

Edit: Einige hatten nach dem Stoff gefragt, man muss sich den vielleicht wie dickere Popeline vorstellen, sehr dicht gewebt, aber irgendwie weich auf der Oberfläche. Von daher hat er sehr angenehme Trageeigenschaften, knittert nicht und ist auch sehr leicht zu verarbeiten. Es gibt allerdings zwei verschiedene Stärken, ich habe die dünnere (Farbe taupe) gekauft.
Er ist weder beschichtet, noch imprägniert oder so, lediglich die dichte Webart macht die Regendichtigkeit. Man muss, um bessere Ergebnisse bezüglich Wasserdichtigkeit beim kompletten Kleidungsstück zu erzielen die Nähte extra abdichten, das gilt für alle Regenjackenstoffe. Ich hab das mit so einer Art Klebeband gemacht, nicht ganz unaufwändig...Von Herstellerseite wird ausserdem empfohlen, extrem der Nässe ausgesetzte Stellen wie z.B. Schultern einfach zu doppeln und spezielles Garn sowie eine eher kleine Nadel zu nehmen. Dieses Garn zu organisieren hatte ich dann allerdings keine Zeit mehr, habs mit normalem Gütermann genäht.
An dem einen heftigen Berliner Regentag habe ich jedenfalls nur an der Halsnaht, die ich vergessen hatte abzudichten, gemerkt, daß es da innen bissel feucht wird.
Also von mir Daumen hoch für dieses Material, es hat allerdings auch seinen Preis, da kann man erwarten, daß es funktioniert ;-)


Und zuletzt noch ein Tipp für alle, die auch von Cat angesteckt wurden und dringend ein Kleid nach Simplicity 2403 brauchen: Das Schnittmuster ist zwar angeblich ausverkauft, aber ich habe auf der US-Amerikanischen simplicity.com Seite eine große Schaltfläche mit "shop our entire collection of out of print patterns" gefunden.
Eigentlich hätte sich für mich "out of print" und "shop" ja ausgeschlossen, aber angesichts der Begehrlichkeiten die da geweckt wurden, will ich mal nicht meckern.
Voila, auf Seite 11: simplicity 2403

Die Versandkosten sind dann nicht ganz billig, irgendwas um die 24$, aber wenn man noch einzwei dazu nimmt (dieses hier hat sich noch in meinen Warenkorb geschlichen) lohnt es sich vielleicht schon (auch wenn dann wieder Einfuhrumsatzsteuer droht, altes Thema...).

Es gibt mittlerweile sogar einige Schnittmuster zum Download! Leider sind sie nicht über eine eigene Kategorie zu finden (oder habe ich was übersehen?) Vielleicht ist das ja dort auch die Zukunft, wünschenswert wäre es!

1.7.11

Darf ich vorstellen: Knipmode Juli


In letzter Zeit tauchte öfter die Frage auf, wo ich denn die Knip herbekomme, auch scheinen viele von Euch das Heft garnicht zu kennen oder fragen sich, wie man denn mit einer holländischen Anleitung zurecht kommt. Deshalb zeige ich Euch mal das neueste Heft, seit ein paar Tagen in Deutschland zu bekommen und da das Juniheft schon ausverkauft ist würde ich bei Interesse nicht lange zögern, nur so als Tipp.
Ich nähe schon eine Weile gerne aus Knip, zum einen passen mir die Sachen besser (viel besser!!) als die von B*rda, zum anderen gefallen mir die Sachen auch besser. Ich bin nicht so der Kostümchentyp, ehrlich gesagt trage ich sowas nie und finde ganz selten was alltagstaugliches in der hiesigen großen Schnittmusterzeitschrift. Auch sind die Schnitte immer irgendwie seltsam, ach egal, ich möchte nicht länger schimpfen, ich habe jedenfalls mit dem Thema abgeschlossen. Nur noch soviel: Wer wie ich große Probleme mit der Hosenpassform hat, sollte mal einen Knipschnitt oder evt. auch einen Ottobre-Schnitt probieren. Ich hab auch von anderen schon gehört, daß die besser passen, wenn die von B*rda nicht so gut passen.

Bei den Knipschnitten wähle ich immer im Zweifel die kleinere Größe, ansonsten muss ich "normal viel" anpassen (figurbetonte Sachen ohne Anpassungen bleiben ein Traum, seien wir mal ehrlich).
Was mir gut gefällt ist, daß viele Sachen aus Jersey drin sind, denn das trage ich im Alltag doch am liebsten. Und eben so ganz normale Sachen, also was ich darunter verstehe. Was man so halt trägt wenn man kleine Kinder hat und das Glück, in der "Firma" keinen Dresscode tragen zu müssen. Was nicht heissen soll, daß es keine schicken Sachen gibt, gerade die Kleiderschnitte finde ich oft sehr schön und ich habe auch schon einige genäht.

Mit den Anleitungen komme ich eigentlich gut zurecht, zum einen näht sich eine Hose wie eine Hose, zum anderen habe ich zugegebenermassen schon ne ganze Menge genäht. Vieles versteht man auch, wenn man die holländische Anleitung versucht zu verstehen. Aber zur Not gibt es ja auch noch Foren, wo man Hilfestellung bekommen kann, das sollte also keinen abhalten, es mal zu versuchen!
Die geläufigsten Fachausdrücke hat man schnell raus und Middenvoor, recht-van-draat oder rits erklären sich z.T. durch Lautlesen oder die Verwandtschaft der Sprachen selbst (vordere Mitte, Fadenlauf und Reissverschluss) Ab und an gibt es auch mal eine kleinere Ausgabe in deutsch, so eine habe ich aber noch nie gekauft.
Ich kaufe mein Heft entweder hier oder hier, im Moment überlege ich, ob ich es nicht abonnieren soll.
Wer einen Schnitt aus einem vergriffenen Heft sucht, wird vielleicht bei den Einzelschnitten von Knip fündig, dort werden viele Schnitte nach Erscheinen in den Heften veröffentlicht.
Auf der Homepage sind auch einige Schritt für Schritt-Erklärungen zu aktuellen Schnitten, was die Sache mit der Sprache vielleicht nochmal erleichtert.
Im neuen Heft finde ich vor allem das blaue Kleid sehr schön, auch als kurze Top-Version.

Ausserdem finde ich, daß der Sommer nach einer kurzen Hose ruft.

Das Wickelkleid erinnert mich ein bisschen an Crepe von Colette, wegen des Ausschnitts.

Sehr nett die letzte Seite, wo alle Schnitte nochmal durchgemischt gezeigt werden. Übersichten über den Inhalt findet ihr in den oben genannten Shops, die hab ich jetzt mal nicht fotografiert. In jedem Heft sind ausserdem große Größen enthalten, (da hab ich mir schon manches mal was verkleinern müssen, weil es mir gut gefiel) und in letzter Zeit immer ein Schnitt ohne Schnittmuster enthalten, den gibt es auch auf der Homepage zum Download (runterscrollen zu "raderloos top 23...") cooles Teil, oder? Diesmal sind noch einige sehr einfache Teile (gesmokte Oberteile und Miniröcke z.B.) für Nähanfänger anthalten. Und ein Badeanzug, ist ja schliesslich die Ferienausgabe ;-)

Ich hoffe Euch ein bisschen Geschmack gemacht zu haben! Viele Grüße, Katharina