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23.1.13

MMM am 23.1.13


Heute wie angekündigt das unschwarze Kleid für den unmusikalischen Termin im Theater. Genäht habe ich das Titelmodell aus der Pramo 3/79, aus einem blauweissen Baumwoll-Fischgrat von Folhoffer, ich fürchte er ist ein bisschen arg günstig gewesen, er knittert nicht nur doll sondern beult auch noch. Dafür liess er sich gut verarbeiten und die Farbe ist toll. Der weisse war auch ein Folhoffer-Schnäppchen, er hat erstaunlicherweise die gleiche Webstruktur und Haptik wie ein Matratzendrell den ich schon lange habe, ich denk da lieber nicht weiter drüber nach.

Das Kleid war in einer etwas zu großen Größe und ich hatte ein bisschen Mühe, es so eng zu bekommen, wie ich es gerne haben wollte. Auf dem Pramo-Foto (s.u.) sieht man, daß die Mode der späten 70er schon zu sehr weiten Schnitten umgeschwenkt hat (von meinen Teenager-Nähversuchen aus den späten 80ern kann ich mich noch gut an die vielen Fältchen und Gummizüge erinnern, bzw. die Kombination derselben), was nicht gerade figurschmeichelnd wäre. Das Ergebnis ist bestimmt 6 cm enger als das Original, es könnte sogar noch enger sein. Vor allem die Ärmel musste ich mehrfach korrigieren, weil die Schultern trotz schon geändertem Schnittmuster immer noch reichlich überschnitten waren (sind sie jetzt auch noch ein bisschen). Den Rock habe ich weiter ausgestellt, finde ihn aber immer noch nicht ideal. Ich glaube Knopfleistenröcke sind eher speziell...
Ihr merkt schon, so hundertprozentig glücklich bin ich mit dem Kleid nicht, aber ein Alltagsteil sollte es sowieso nicht werden. Und heute zieh ich es an, Punkt.
Deswegen, genug des Jammerns, hier noch ein paar Fotos. Ich sehe aus wie ein Servicekraft, das wollte ich immer schon mal.
Jetzt muss ich los zu meinem Termin, ich freu mich, es gibt sogar Geschenke! (Später mehr...)





Alle anderen bei Melleni im MMM-Blog, in einem schönen knopffreien Rock mit einer Neid erweckenden Strickjacke!

21.1.13

Sneak Peak

Die kleine Pramo-Zeitreise führt uns diesmal ins Jahr 1979. Sieht schonmal vielversprechend aus, man beachte aber bitte die Zahl der noch zu ziehenden Stecknadeln. Blauweiß ist meine Lieblingsfarbe!

16.1.13

MMM 16.1.13


Heute zeige ich Euch mein fertiges Pramokleid, hier und hier hatte ich schon dazu geschrieben.
Das Ergebnis ist sehr vielversprechend, weitere kleine Änderungen habe ich wie sonst auch gewöhnt am Rücken und an den Brustabnähern vorgenommen, ansonsten passt es einfach so und bequem ist es auch noch. Wie wunderbar!

(Ich hab die Farbe sehr hell gedreht, damit man was erkennen kann, dafür ist es jetzt halt grisselig.)


Das Gürtelschnallenproblem habe ich gestern gelöst. Dienstags ist bei uns immer ein Flohmarkt, so ein Wohltätigkeitsbasar, ähnlich wie Haushaltsauflösung in groß. Da gibt es alles, also wirklich einfach alles (ausser Möbeln, zum Glück...), um ehrlich zu sein ist es gut, daß er nur einmal die Woche offen hat. Ich wollte diesmal wirklich NUR schnell reinhüpfen und beim Handarbeitszeug nach Gürtelschnallen forschen. Ich bin fündig geworden, s.o., das hatte ich nicht anders erwartet. Aber raus kam ich dann unerklärlicherweise auch noch mit einem großen Weidenwäschekorb, zwei sehr schönen Schüsseln mit grauem Dekor, mehreren Stücken gelben Stoff mit Elefanten und ausserdem dem Gefühl, daß dieser Markt wirklich eine wunderbare Institution ist. Es arbeiten dort nur ehrenamtliche Kräfte, pro Abteilung immer dieselben und die Schwätzchen die man dort halten kann sind jedesmal sehr herzerfrischend.


So sollte also die reifere Frau 1976 rumlaufen, gut zu wissen. Allerdings schreit der Kragen geradezu nach so einer Omabrosche. Ich muss wohl nächste Woche nochmal auf den Flohmarkt, Mist.


Dieses wäre dann also der sehr erfolgreiche Testlauf für die Pramohefte. Weitere werden folgen, nächste Woche bräuchte ich z.B. schon etwas unschwarzes für eine unmusikalische Feierlichkeit bei uns im Theater. Der Plan steht, die Zeit läuft, wir lesen uns!



Schnitt: Pramo 3/76 (auf Ebay erstanden, bzw. dieses Heft war glaub ich sogar eine kostenlose Dreingabe eines Verkäufers, danke!)
Größe: m88, laut Maßangaben eigentlich etwas zu knapp
Änderungen: Die Plusterung der Ärmel habe ich radikal reduziert und dabei auch die Schultern schmäler gemacht. Ansonsten das übliche: Schultern minimal höher, Brustabnäher etwas kleiner, Rücken kürzer, Hüfte und Ärmelbündchen etwas weiter. Die Knopfleiste habe ich pi mal Daumen gemacht.
Stoff: Schnäppchen aus leichtem BW-Gemisch von Folhoffer
Würde ich den Schnitt nochmal nähen: Ja, aber da sind noch so viele andere schöne in den Pramoheften....


Alle anderen im MMM-Blog mit der winterlich gewandeten Lucy als Gastgeberin

14.1.13

WIP: Erstes Kleid aus der Pramo

Das mit den Vorhaben fürs neue Jahr ist so eine Sache, ich habe es schon erzählt, sie sind garnicht meins. Ich muss aber zugeben, daß die Tatsache, daß Weihnachten hinter einem liegt und im Januar irgendwie jeder froh ist mal wieder Zeit für andere Sachen zu haben (zumindest bei uns im Job ist das ein recht entspannter Monat) motiviert schon ungemein, endlich Dinge anzupacken, die man schon immer mal ändern bzw. einfach machen wollte. So finde ich das Vorhaben von Miss Margerite z.B. ganz großartig, ich hatte vorher schon mit dem Sichten und sortieren meiner Ufos begonnen und wollte dann gleich mitmachen. Aber mittlerweile werfen die umzusetzenden Pläne die zuerst gefassten ziemlich über den Haufen, wahrscheinlich kann ich den Zeitplan dort nicht einhalten. Also Ufos bereinigen ja, aber evt. nicht mehr im Januar. Ausserdem habe ich bislang die Schränke meiner Söhne nur sehr stiefmütterlich mit selbstgenähtem versorgt und das will ich in Zukunft wirklich gerne ändern, zwei Hosen und ein Shirt gab es zum Jahresstart schon, bei Gelegenheit folgt ein Bild (sie ziehen es an, juchhuh!!), weiteres ist schon zugeschnitten, Stoffe sind ausgesucht (Totenköpfe war dabei das Wort was am häufigsten fiel *seufz*).

Jetzt wollte ich aber weiter von meinem ersten Kleiderschnitt aus dem Jahre '76 berichten, ein bisschen WIP ist ja auch mal ganz interessant. Ich hab immer wieder ein paar Zentimeterchen genäht und dann mal die Kamera drauf gehalten.


Zuerst wird natürlich versäubert, klar. Die Teile schmeisse ich dann auf meine Püppi, wo sie netterweise haften bleiben. Es handelt sich um einen superbilligen, dünnen Stoff von Folhoffer, über den ich, wäre er teurer gewesen, nicht so ganz glücklich gewesen wäre. Aber siehe da, er eignet sich bisher ganz hervorragend für das Kleid, fällt gut, ist weich, lässt sich gut nähen (und für einen schwarzen, dünnen Stoff auch ganz gut trennen), knittert arg, bügelt sich dafür aber gut. Also Preis-Leistung ist hier kaum zu schlagen. Bisschen durchsichtig vielleicht und wahrscheinlich hat er eine ebenso gute Haftung auf Strumpfhosen bzw. Leggings. Ein Unterkleid muss wohl her.


Der erste Test an der Püppi zeigt jedenfalls, keine zu-klein-Gefahr in Sicht, also nähen. Statt Taillenabnäher hat das Oberteil in Richtung Taillennaht vorne und hinten Biesen, sehr hübsch das.
Eine erste Anprobe an der Frau erfolgt, nachdem Schulter und Seitennähte geschlossen sind, passt soweit erkennbar, prima. Der Kragen und das Revers machen sich jetzt auch schon gut, der Kragen ist komplett an Vorderteil bzw. Beleg angeschnitten, was die kleine Ecke Schulter/Halsausschnitt ein bisschen knifflig macht, aber es hat soweit hingehauen. Nicht ganz klar ist mir, ob der rückwärtige Kragen im fertigen Zustand heruntergeklappt werden soll. Wahrscheinlich nicht, er ist dafür eigentlich etwas zu schmal.

Also nun die Ärmel, einkräuseln einsetzen und anprobieren. Ok, das geht so nicht. Garnicht. Cat hatte mal bei einem Kleid von Prinzessin-Diana-Gedächtnis-Ärmeln geschrieben, die hab ich hier original auch, voll 80er, puh! Wahrscheinlich sieht es an der Püppi sogar noch besser als als an mir, das kann ich Euch nämlich definitiv nicht zeigen.

Also wieder raus die Dinger. Neue Nähte anzeichnen und mit der Ovi drüber gehen, die Ärmel habe ich gute 2 cm kürzer geschnitten, am Armausschnitt einen guten Zentimeter an der Schulter weggeschnitten. Neu einkräuseln, neu einsetzen, jetzt geht es, wie schön!

Ihr werdet mit Kennerblick erkannt haben, daß ich fälschlicherweise beide Seitennähte komplett zugenäht habe, davon muss eine natürlich wieder auf, wegen des später einzusetzenden Reissverschlusses.


Dann habe ich den Rock zusammengesetzt, es gibt vier Rockbahnen, Taschen angenäht, die Bahnen in der Mitte geschlossen. Hier ein kleiner Trick, ich bin ja ein Anzeichnungsfeind, dauert mir alles zu lange: Bei dem hinteren Rockteil war die Gefahr der Verwechslung von Mitte/Seiten sehr groß, da mache ich einfach einen kleinen Schnipps mit dem Rollschneider und säbele eine Ecke ab. Das mache ich auch bei sonstigen Rockteilen so, die Mitte weiss man ja meistens ganz gerne.


Den Rock an das Oberteil setzen ist wieder so ein spannender Moment, passt das jetzt da dran...? Ja, es ging grade so. hinten habe ich das Rockteil ein bisschen eingehalten, vorne musste ich die Taschen noch ein wenig auslassen. Der Püppi passt es, das lässt schon hoffen!


Später muss ich noch einen Gürtel herstellen, das habe ich noch nie gemacht, hat wer einen Tipp für mich? Eine passende Schnalle habe ich nicht wirklich, diese zwei würden halbwegs passen. Die kleine ist fast zu klein. Und wie nähe ich dann den Gürtel (und die Löcher??)?
Später mehr, danke schon jetzt für Eure Tipps!

6.1.13

Erstes Kleid aus der Pramo

Schreiben hilft tatsächlich, direkt nachdem ich diesen Post geschrieben hatte ging es mir schon etwas besser, manchmal tut es auch einfach gut, zu hören, daß es anderen ähnlich geht..., gell!? Die Hose für Julius hab ich tatsächlich an dem Tag noch fertig bekommen, das blaugepunktete Kleid liegt in den letzten Zügen bzw. Säumen.
Mit dem Kleid bin ich nicht so hundertprozentig glücklich, vielleicht sollte ich es erstmal fertig nähen, aber ich habe beim Nähen schon gemerkt, daß ich rein von der Planung her langsam genug von Jerseykleidern habe.
Hier habe ich es in einem Nebensatz erwähnt, ich hab im Dezember mit einem Rundumschlag bei Ebay und Dawanda einen kleinen Stapel alter bis richtig alter Nähzeitschriften angeschafft, blättere sie seitdem ehrfürchtig durch und überlege, was ich wohl als erstes nähen könnte.
Mich juckt es total in den Fingern, die Hefte sind voller Kleider (wirklich, bis in die siebziger scheinen Frauen vor allem Kleider getragen zu haben, jedenfalls finde ich fast keine Schnitte für Hosen, komischerweise auch kaum welche für Blusen). Stilistisch ist alles denkbar, die siebziger und fünfziger Jahre gefallen mir persönlich am Besten, ich wage mich jetzt als erstes an einen Schnitt von '76.

Vielleicht interessiert Euch das auch ein bisschen? Es gibt nämlich einige Unterschiede zu heutigen Schnittmusterheften und ein paar Blicke in Hefte sind vielleicht ganz aufschlussreich, bevor man sich ins Vergnügen stürzt (das Angebot auf ebay und Co. ist ziemlich groß). Ich habe drei Versuche mit alten Einzelschnitten hinter mir, davon zwei Ufos. Grundsätzlich ging ich daher davon aus, daß die Schnitte auch ungewohnt ausfallen und man vielleicht einiges anpassen muss. Mein Mantel war auch aus den 70ern und hatte ganz eng geschnittene Schultern und Arme. Also: Obacht!

Ich fange jetzt einfach mal an und lasse Euch zuschauen. Falls ich Schiffbruch erleide erlebt ihr es live....uuuaaaahhh. Lieber keinen so edlen Stoff nehmen und gaaaanz vorsichtig vorgehen!

Als erstes also eine Pramo, die früher "praktische Mode" hiess. Quasi die DDR-Burda, erschienen beim Verlag für die Frau, Leipzig. Kurz nach der Wende wurde sie leider eingestellt.
Als erstes fiel mir bei der Ebay-Suche auf, daß sie vor allem in den 60ern/70ern sensationelle Cover hat, für meine Begriffe. Die Titelfotos sind z.T. irre gut, bei genauerer Betrachtung garnicht so hübsche Frauen oder Kleider, aber man kann garnicht weggucken, die Geste, die Farben, die Blicke, toll. Manch eine hätte ich mir fast nur wegen des Covers gekauft, bzw. hab ich auch ;-)
Mal ein paar frech von Ebay geklaute Bilder zum Gucken:





Die Pramo enthält fast nur Schnitte für Frauen, weniges für Kinder, selten mal was für den Gatten. Bei den Frauen wird schön nach Alter unterschieden, es gibt Schnitte für reifere Frauen und für junge Damen, ähem...gut daß das vorbei ist.
Ausserdem sind alle Schnitte nur in einer Größe im Heft, es gibt Schnitte in mittelgroß (m) und in groß (g), klein habe ich in diesem Heft jetzt nicht gefunden, m geht aber schon bei 1,55m los, g nur bis 1,74m, das reicht ja heute auch kaum noch um als groß zu gelten. Ansonsten weiss ich nicht, was die Zahlen bei den Größenbezeichnungen bedeuten, der Brustumfang ist es nämlich nicht, das war meine erste Vermutung. Die Größe g88 z.B. hat einen Brustumfang von 96cm, das wäre jetzt meine Ausgangsgröße, die Hüfte muss ich da natürlich weiter machen.


Es gibt zwei Schnittmusterbögen die doppelseitig und nur schwarz bedruckt sind, nicht ganz so übersichtlich wie aktuelle Schnittmusterhefte.
Am Rand auf den Bögen finden sich die Angaben zu den Schnittteilen, jedes Kleidungsstück hat eine Nummer, dazu gibt es eine Schnittzeichnung, die erfoderliche Stoffmenge und dann die Nummern der Teile, deren Bezeichnungen und eine Zeichnung der Teile mit allen Markierungen, damit man die beim Abpausen auch nicht vergisst.

 
Zum einfacheren Auffinden der Teile sind die Bögen in 9 Quadrate aufgeteilt und bei jedem Teil steht dabei in welchem Quadrat die Teilenummer zu finden ist. Ausserdem haben die unterschiedlichen Kleider unterschiedlich gemusterte Schnittlinien, das kennen wir ja noch.

Grundsätzlich ist das alles gut zu machen, nervig fand ich nur, daß man so die Schnittteile nicht auf einen Blick erfassen kann und relativ auf gut Glück die Folie auflegen muss, richtig platzsparend habe ich es nicht hingekriegt. Hier übrigens ein ganz ungewohnt geschnittenes Teil, eine Eingriffs-Tasche vom Rockteil und zwar vorne und hinten zusammen, sie wird in der Mitte einfach umgeklappt. 


Mehr steht dann nicht mehr dabei, evt. noch eine Maßangabe für ein Teil (z.B. Gürtel) ohne Schnittmuster, aber keine Anleitung, keine Angaben zu Verstärkungen oder sonstigen Zutaten. Man braucht also etwas Näh-Routine oder einen Ratgeber im Hintergrund um damit zurecht zu kommen.

Jetzt zurück zu meinem konkreten Projekt, ich habe mich für diese Ausgabe entschieden, Heft 3/76.

Es sind einige interessante Schnitte drin, toll finde ich z.B. diese Kombination aus Jacke und Rock mit asymmetrischer Knopfleiste (rechts im Bild der Rock mit einer schönen Bluse, das kleine Bild zeigt die Jacke):

Viele Kleider sind Jackenkleider, also ein Rock mit einer passenden Jacke, die beige mit dem aufgesetzten Gürtel und den Taschen finde ich nicht schlecht, evt. könnte man die auch als Kleid einfach verlängern:

Total klasse finde ich diese Jacke mit den angekräuselten oberen Teilen und dem breiten Kragen, ich würde aber einen anderen Rock dazu nähen:

Ich bin jetzt aber zu ungeduldig für was aufwändiges, also nähe ich ein hoffentlich schnelles Kleid, die Wahl fiel auf dieses in der Mitte, einteilig mit Gürtel und angeschnittenem Kragen, ein Modell für die reifere Frau, jaja, ich werde ja auch nicht jünger...:

Und mehr kann ich jetzt leider nicht zeigen, ich habe abgepaust, gut abgemessen und geprüft, ein paar Änderungen vorgenommen (Brustabnäher verkleinert, Rock weiter zugeschnitten), zugeschnitten und versäubert. Morgen geht es weiter!