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26.11.12

Wintermantel-Sewalong: Finale!

Zu spät! Da hab ich mir mit dem Weihnachtskleid-Sew-Along selber einen Streich gespielt, vor lauter Vorbereiten kam ich nicht rechtzeitig zum Fertigstellen.
Upps, das hat auch noch ein paar Sew-Along Teilnehmer in Stress gebracht, sorry!!

Gestern wollte ich wie gewohnt auf den letzten Drücker noch den Futtersaum von Hand annähen, gemütlich abends vor dem Fernseher, um dann auf der Zielgeraden entnervt aufzugebe, das Futter war zu stramm. Wahrscheinlich verbraucht das Aufsteppen der Watteline auf das Futter ein paar mm an Weite, jedenfalls lässt sich von einem fallenden Futter nicht erwarten, daß es sich weitet und freundlicherweise dadurch der Oberstoffweite anpasst, es fehlten so 2-3 cm.
Nun gut, die Nahtzugaben in den Seitennähten liessen noch etwas Zugabe zu, das hab ich dann heute geändert, alles neu angenäht, jetzt passt es!
Die Bilder sind etwas grisselig, stellen wir uns vor es wäre Nebel...:-)

Die Steife der Futterkombi sorgt ungeplant im unteren Teil für etwas mehr Stand als gedacht, aber irgendwie hat das auch was. Ich finde die Betonung der Silhuette ganz schön.


Und das Fazit? Ich bin hochzufrieden, ein wunderbarer Mantel! Was die Wärme angeht, kann ich noch nicht genau sagen ob es bei richtig knackiger Kälte auch reicht, aber das Watteline-Futter-Innenleben fühlt sich auf alle Fälle mal sehr kuschelig an.

 So sieht es bei mir von innen aus. 

Das Futter vor dem Zusammennähen sah so aus:
Ich habe das zugeschnittene Futter mit Quiltheftnadeln auf die Watteline gesteckt, ungefähr ausgeschnitten, in 5cm Abständen Längsnähte gesteppt und die Watteline erst anschliessend genau zugeschnitten

 
 Die Rückenansicht, ich habe den oberen Teil als Passe abgesetzt, weil ich das schön finde und Abnäher reingenäht um Weite wegzunehmen.

 
Die Paspelknopflöcher von vorne und von hinten

 
So sieht die Originalabbildung meines 70er Schnittmusters aus, Änderungen gab es ausser dem Rücken (s.o.) wie folgt:
An der Rundung des oberen Kragenteils habe ich unten einen guten cm weggenommen, das sah komisch aus für mein Gefühl. 
Gürtel habe ich jetzt keinen mehr genäht und im Original ist nur ein Tasche vorgesehen, das geht ja mal garnicht... 
Die von mir eigenmächtig zugefügten Ärmelriegel (s. obere Fotos) hatte ich in einem vorherigen Post schon erwähnt.

Alle anderen Tapferen Mäntelschneiderinnen sind bei Lucy zu finden.

Danke für diesen tollen Sew-Along, ich habe echt viel gelernt und bin totsl begeistert, wie viele schöne Mäntel dabei rausgekommen sind!!



12.11.12

Wintermantel Sew-Along Teil 9: Fertig stellen


Heute ist mehr Schein als Sein bei mir, von aussen ist er fertig, und ich habe ihn heute zum Martinsumzug sogar schon Probe getragen, er wird toll!!!
Ich bin wirklich sehr glücklich mit dem Mantel, es stimmt für mich so ziemlich alles, Stoff, Schnitt, Material, sitzt, passt, wackelt und hat Luft, macht einen schlanken Fuss äh...Bauch, und überhaupt, ein Mantel, hach! Wärmen tut er auch, so ein Wollstoff ist sogar ungefüttert gleich ein ganz anderes Gefühl als Polyzeug (oder Baumwolle, wen wunderts...).






Gestern und heute habe ich die Knopflöcher fertig gemacht und die Knöpfe angenäht. Ich habe mir bezogene Knöpfe machen lassen, mit einer Knopfpresse gemachte sind angeblich haltbarer als die home-made Version. Diesmal habe ich solche mit Stoffböbbel bekommen (wie heisst das in echt?), kein wirklicher Traum für die Handnäherin, aber ich glaube der Vorteil liegt im, verglichen mit Ösenknöpfen eher flächigen Annähen, der Stoff wird nicht so punktuell strapaziert. Ausserdem lassen die ihre Köpfe nicht hängen. So teuer waren sie gar nicht, keine 10€ für 9 Knöpfe glaub ich.



Die Ärmelriegel hab ich frei Schnauze hinzugefügt, macht sich sehr gut, finde ich. Ausserdem hab ich last-minute Abnäher ins Rückenteil getackert, Die sollten nochmal Kontakt mit dem Bügeleisen bekommen, aber sonst ganz brauchbar.

schnell noch die Markierungen rauspfriemeln

Etwa 10 vor 4 war ich fertig, um 4 ist Schule aus *hüstel*, bis zum Martinsumzug haben wir noch Besorgungen in der Stadt gemacht, das war also absolute Deadline...
Jetzt noch Futter und Watteline versteppen, zusammensetzen und einnähen, der Gegenknopf innen fehlt noch und ein paar kleinere Handarbeiten. Das sollte in zwei Wochen zu schaffen sein!

Alle anderen waren gestern schon bei Lucy zu finden

4.11.12

Wintermantel-Sew-Along Teil 8: Krise kriegen

 


Ich bin immer noch nicht im Zeitplan, aber was solls, die Krise kriege ich deswegen noch lange nicht. Bisher läuft auch alles ziemlich rund, das Foto ist mein heutiger Endstand nach dem Polizeiruf (Ich stehe sowohl auf Herrn Brandt als auch auf abgefahrene Handlungen, gerne auch mit ausufernden Wahnvorstellungen, also mir hat er gefallen), sieht doch schon vielversprechend aus, oder?
Nach meinem gestrigen Paspelknopflochflash hatte ich heute richtig Lust, weiterzumachen. 6 Knopflöcher, Kragen und Belege dran- und abgesteppt habe ich geschafft, morgen setze ich die Ärmel ein. 
Ich bin immer noch leicht unsicher wegen der (nicht vorhandenen) Abnäher im Rückenteil. Eigentlich ist bei dem Mantel ein Gürtel vorgesehen, der würde das Ding in jedem Fall auf Figur bringen, andererseits könnte man sich den komplett sparen wenn die Form hinten stimmen würde. Vorne sieht er nämlich sehr schön figurbetont aus. Und im Moment bin ich von dem glatten Fall des Stoffes so begeistert, der Gürtel würde alles einfach völlig ungalant faltig zusammenzurren, hmm, gefällt mir nicht, die Vorstellung.
Ausserdem habe ich in meinem Fundus doch keine geeigneten Knöpfe gefunden und werde morgen in den Stoffladen pilgern und bezogene bestellen. Das ist die auf jeden Fall edlere Variante, wenn auch nicht ganz billig.
Ich gebe zu, nach dem schlecht sitzenden Probemodell hatte ich kurz gezweifelt, ob mir das Endergebnis mit dem Schnitt wirklich so gut gefallen würde, aber heute hat sich das alles umgekehrt. Der Kragen ist superschön, der Sitz des Oberteils jetzt (hoffentlich dann auch mit Ärmeln) sehr gut, der Stoff erweist sich als perfekt für den Schnitt und das Projekt. Das wird ein toller Mantel, ich bin mir jetzt sicher!
Und in dem Moment, wo man sich so auf ein Kleidungsstück freut, weil man merkt, daß es gut wird, ist einem auch keine Arbeit mehr zuviel. Wahrscheinlich werde ich sogar das Futter von Hand einnähen, einfach damit es gut wird.
Zum Glück habe ich nächste Woche genug Zeit, mich weiter drum zu kümmern, also in meinem Fall: Die Krise kann mich mal!



14.10.12

Wintermantel-Sew-Along: Mantel nähen I

14. 10. 2012 Mantel nähen I (Lucy und Catherine)

Doppeltermin: Kragen und Designentscheidungen (Catherine),  Zusammensetzen und Taschen (Lucy)


Das würde heute eigentlich auf dem Plan stehen, ich interpretiere das jetzt mal so wie die meisten, sowas wie "weiter im Plan"...

Wobei Nähen tatsächlich schon stattgefunden hat, aber zunächst nur am Probemodell, der Wunschstoff liegt immer noch sauber gefaltet auf der Kommode.
Ich hatte ja letzte Woche gesagt, ich nähe erst ein Probemodell und das ist auch goldrichtig gewesen. Eigentlich hasse ich diese Phase beim Nähen, dieses Rumgefrickel bis es passt, da noch nen Zentimeter, hier wieder auftrennen...aber es hilft ja nichts. Ich kenne den Schnitthersteller nicht, habe noch nie einen Schnitt aus den Siebzigern genäht und ehrlich gesagt fürchte ich, daß ich eigentlich nicht Größe 12 habe, und wenn dann nicht oben UND unten...

Hinterher ärgert man sich doch nur über seine Faulheit, also ran an den Speck: Ich habe einen schwarzen Wollflausch genommen, den hatte ich noch im Vorrat. Für den ganzen Mantel ist es zuwenig, ich habe aber ein bisschen die Hoffnung, daß das auch ein fertiges Kleidungsstück werden könnte, deswegen bemühe ich mich jetzt schon um halbwegs ordentliche Arbeit, kürzer und nur einreihig mit Bubikragen, mal sehen.

Die Fotos sind megagrottig, dunkel und schwarzer Stoff, naja..aber seht selbst. 

 
Die erste Anprobe des "Rumpfes" hat sowas wie "oben zu groß, unten zu klein" ergeben, also hab ich in die Mitte beherzt einige Abnäher genäht. Jetzt ist der Mantel wesentlich taillierter (ich hatte ja im Vorfeld schon vermutet, daß das mit nur Brust- und Schulterabnähern ein bisschen unförmig werden könnte), aber macht ein bisschen einen Entenpopo. Vielleicht taste ich mich beim Original da dann eher langsam ran, aufgrund der Länge wird das aber sicher ganz anders wirken als bei dem kurzen Modell, der schwarze Stoff ist zudem dicker und dadurch etwas steifer.

Mein eigentliches Problem sind die Schultern, die wirkten zunächst ziemlich knapp auf mich, ich habe dann soviel wie möglich rausgelassen, aber Schulterpolster passen immernoch kaum drunter. Ausserdem sind sie viel zu breit, ich habe bereits einen Zentimeter von oben weg nach vorne runter abgeschnitten, aber da muss noch mehr weg, oder? Der ganze Brustbereich ist recht weit, ich könnte natürlich auch das Vorderteil schmäler machen (hinten ist es ok).
Das würde sich soweit alles mit meinen üblichen Änderungsstellen decken, Schultern höher, Vorderteil schmäler, Ärmelausschnitt vorne eher wegnehmen, hinten eher zugeben (das kann ich lassen in dem Fall).
Lediglich die Menge an Zu- und Abnahme irritiert mich ein bisschen, aber was solls.
Auf dem unteren Bild kann man schön sehen, wie der Ärmel so schräg nach vorne aussen angesetzt ist, ist das normal?

  

Zu Kragen, Taschen usw. kann ich kaum was spektakuläres beitragen, ich nehme die aufgesetzten Taschen, die die Anleitung vorsieht und der Kragen bleibt bitte auch wie er ist.
Mal sehen, ob irgendwo eine Anleitung für Paspelknopflöcher auftaucht, das hab ich nämlich noch nie gemacht, das würde mich interessieren. Als Knöpfe habe ich stinknormale Plastikknöpfe vorgesehen, ich finde da muss was "normales" an den Mantel.

Morgen versuche ich mich mal weiter an dem Schulter/Ärmeldetail, Tipps nehme ich gerne entgegen!
Und dazwischen stöbere ich weiter bei Euch in den Blogs, spannend das alles!!

7.10.12

Wintermantel-Sew-Along Teil 4: Zuschneiden und Einlage

Zuschneiden und Einlage


 

Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?

Heute morgen habe ich mich noch gefragt, wann ich wohl hierzu vorzeigbare Ergebnisse posten könnte, aber mittlerweile habe ich bei vielen gesehen, daß sie mit dem Thema auch noch nicht durch sind.
Dann hier von mir also auch nur die allseits beliebte Zwischenstandsmeldung:
Bin noch nicht fertig, Material ist noch nicht komplett und ich frage mich ob ich nicht vielleicht vor dem eigentlich Zuschnitt doch ein Probemodell nähen sollte.

 
Immerhin kam mein Schnitt letzte Woche Dienstag. Ein Blick in den schon etwas mitgenommenen Umschlag, alles da, Schnittmuster noch komplett unversehrt. Wunderbar!

Nachdem ich in der letzten Woche erneut alle pros und kontras zu den verschiedenen Zwischenfutter-möglichkeiten gelesen habe, habe ich mich doch gegen irgendeine Art von Klimamembran entschieden. Irgendwie passte das schlussendlich für mich nicht mehr zusammen, aussen edler Wollstoff, innen bitte auch keine Kunstfaser, aber dazwischen dann was aus Plastik damit ich ordnungsgemäss im Regen stehen kann (was ich eigentlich eh vermeide)? Lieber nicht, vielleicht bei einem anderen Projekt.

Irgendwo war von 3mm dicker Watteline aus Wolle die Rede, die habe ich hier dann gefunden, ausserdem habe ich dort auch die erforderliche Menge an Vlieseline H 410 bestellt. Und ein Kilo dunkle Vlieseline-Reststücke gleich dazu, bin gespannt, ob die Stücke gut zu verarbeiten sind (von der Größe her).
Diese Sachen sind noch auf dem Weg, mit Einlage aufbügeln muss ich also noch warten.

 
Das Bebügeln empfinde ich auch bei kleineren Projekten als lästige Pflicht, so ein Mantelprojekt liesse mich wahrscheinlich vollends verzeifeln, wäre da nicht meine Bügelpresse, die es wirklich um einiges leichter macht. Ich hab sie mal für wenig Geld gebraucht über eine Kleinanzeige gefunden und das ist mit die beste Anschaffung, die ich hier im Nähreich stehen habe! Kann ich nur weiter empfehlen, sie braucht zwar eine Weile bis sie heiss ist (vielleicht geht das bei Neueren schneller), aber selbst so ein Mantelvorderteil ist dann mit 4-5 mal komplett bebügelt. Gerade bei solch großen Teilen bin ich immer wieder heilfroh über das Ding.

 
Immerhin habe ich gestern abend noch brav den Schnitt abgepaust. Ich pause auch bei den Fertigschnitten ab, besser man hat den Originalschnitt ganz, evt. muss man die Größe ja doch anpassen. Jedenfalls ist das Abpausen bei einem Mantel eine abendfüllende Tätigkeit, wem sag ich das... Wie hier schön zu sehen nutze ich Kerzen zum Beschwerden und brauche die übrig gebliebene Malerfolie vom Renovieren auf ;-). Normalerweise ist die von der Rolle natürlich faltenfrei, für die ersten kleineren Teile hab ich hier ein Reststück genommen.

Während des Abpausens kam mir dann der Gedanke, daß ich auch hier nochmal genauer auf die Größe gucken müsste, zumal dieser Schnitt nur eine Größe vorhält.
Ich habe dann die Schnittteile mit den Maßen eines fertigen Mantels verglichen und habe anschliessend den unteren Bereich um einiges verbreitert. Der Rest kommt mir ok vor, die Größentabelle sagt allerdings, daß ich eine Nummer größer bräuchte, hmmm, ich hoffe das geht auch mit dem dickeren Wollstoff dann gut aus...

Evt. schneide ich das Futter jetzt mal mit reichlich Nahtzugabe zu und pinne es an mich bzw. die Puppe.
Ausserdem ist mir beim Abpausen aufgefallen, daß das Schnittmuster keine Taillenabnäher hat. Im Rücken sind welche an der Schulter, im Oberteil gibt es Brustabnäher von schräg unten. Irgendwie wäre mir wohler, wenn ich auch noch Taillenabnäher hätte.
Besteht da Sackgefahr?? Bei dem schönen Stoff... Ich könnte ja später noch welche einfügen. Oder ist das zu naiv gedacht?

 
Bei Julia habe ich heute gelesen, daß ihr schöner Stoff beim Aufbügeln geschrumpft ist. Vor lauter Panik wollte ich dann gleich meine 4m Wollstoff durch die Presse jagen (was sicher auch ein Stündchen gedauert hätte *stöhn*), ich habe dann ein Teststück ausgeschnitten und mit kräftig Dampf und Hitze bearbeitet um zu gucken, ob irgendwas passiert, aber ich finde es sieht genauso aus wie vorher. Größentechnisch jedenfalls kein Unterschied zu erkennen. Dann lass ich ihn doch so und mache nichts. Irgendwelche Einwände?

Auch ich habe übrigens einen Heidenrespekt vor dem Projekt, wer näht schon dauernd eine Mantel? Viel mehr Material, viel mehr Arbeit als sonst und mehrere Jahre halten soll er dann bitte auch noch. Zeit und Geld, die nicht verschwendet werden wollen!
Ich plädiere daher dringend für irgendeine Art von Probemodell, am Besten jetzt!
Das ist im Zeitplan zwar nicht vorgesehen, aber eine erste Anprobe mit dem Originalstoff zu einem Zeitpunkt, an dem nichts mehr zu retten ist? Das wäre doch ein Drama wenn es dann nicht passen sollte!


Dieses Sew-Along ist so großartig, ich habe jetzt schon soviel gelernt und tolle neue Blogs kennen gelernt, es macht richtig Spaß, sich alle Beiträge anzuschauen und mit den Teilnehmerinnen mitzufiebern!!



1.10.12

Wintermantel Sew-along Teil 3: Die Stoffwahl

Mit dem heutigen Teil geht es schon langsam in medias res, überall lese ich schon Beiträge über Einlagen und Tipps zur Materialwahl bezüglich Alltagstauglichkeit und Haltbarkeit. Toll! Ich bin mehr und mehr begeistert vom Sew-along.

Mein Stoff stand von Anfang an fest, bzw. ich hatte zwei zur Auswahl und habe das auch bei der Schnittmusterwahl immer mit bedacht.
Diesen grauen, glatten, festen Wollstoff habe ich mal in Paris gekauft. Als ich mit Julius schwanger war, genau gesagt im Mai 2007, war ich in Paris auf einer Chorreise, wir hatten ein schönes Konzert in St.Sulpice und ansonsten habe ich mich mit dickem Bauch durch die Stadt gequält und einige Stoffquellen abgeklapper.
(Es gibt in Paris quasi KEINE Rolltreppen an den U-bahnen, wenn ich mich recht erinnere. Dafür sind die Franzosen aber äusserst zuvorkommend und haben mir in der Bahn immer sofort einen Platz angeboten. Wahnsinn, ist das echt schon über 5 Jahre her...)

Mein Oberstoff ist hoffentlich hauptsächlich aus Wolle, hat eine leicht filzig glatte Oberfläche auf der einen Seite und auf der anderen sieht man die schräge Webstruktur. Er ist nicht so sonderlich dick, was jetzt zu meinem gewählten Schnittmuster auch nicht passen würde, was mir allerdings angesichts der Temperaturen, die wir letztes Jahr zeitweise hatten ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet.
Mein im Frühjahr genähter Mantel ist aus ziemlich dickem Stoff, allerdings aus Kunstfaser, gefüttert mit Baumwollflanell. Die Kombination macht ihn weder warm noch winddicht, schade eigentlich...

Die Idee mit einem Funktionsfutter finde ich daher ganz gute, Thinsulate scheint mir aber für meinen Schnitt zu dick zu sein. Ich überlege, ob ich diese Klimamembran einbaue oder evt. ein 2-Lagen-Laminat als Futter nehme, damit er wenigstens dem Wind auf dem Fahrrad trotzen kann.
Wobei damit dann der "schöne Innenseite"-Effekt weg wäre und bei einer Klimamembran als Zwischenlage eigentlich von einem Baumwollfutter abzuraten wäre...ach ja, Fragen über Fragen. Ich lese mich mal weiter durch Eure Posts.
In meinem Fall warte ich ja sogar noch auf das Schnittmuster, was noch auf dem Weg über den großen Teich ist.
Insofern jetzt nur ein Foto von meinen Stoffüberlegungen, der rechte gemusterte ist ein reiner Baumwollstoff, dünn und glatt, von Stoff und Stil, der würde mir eigentlich am Besten gefallen, der blaue ist ein eher langweiliger festerer BW-Polystoff, der immerhin bezüglich Haltbarkeit und Glätte punktet.

Verstärken werde ich wahrscheinlich mit Vlieseline H410 , das hat zumindest der Einlagenberater auf Vlieseline.de ergeben und das klingt für mich auch einleuchtend.
Für meine bisherigen Mantel- und Jackenprojekte habe ich übrigens meine Schulterpolster immer selber hergestellt, dazu habe ich aus dem Oberstoff mehrere immer kleiner werdende Lagen zugeschnitten und die dann mit wenigen Stichen an die Schulter passend gerundet  aneinandergeheftet. Das funktioniert gut, kostet quasi nichts und man kann die Dicke an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Ein solches Schulterpolster ist ziemlich fest und formstabil.
Ich weiss nicht mehr ob ich die Idee irgendwo gelesen habe oder mir selber ausgedacht hatte, jedenfalls sehen meine denen von Lucia vorgestellten ziemlich ähnlich. Ich werde das fotografisch mal festhalten, wenn es soweit ist.

Alle anderen heute bei Lucy





24.9.12

Wintermantel Sew-Along Teil 2: Das Schnittmuster

Was bisher geschah: Teil 1 Inspiration

Von hier gibt es nichts weltbewegend Neues zu berichten, ich hatte mich letzte Woche eigentlich schon festgelegt und bin durch Eure Kommentare auch bestätigt werden, ich warte weiter auf dieses Schnittmuster und nähe dann Modell D: McCall's 2556 dress coat, pants sewing pattern Bust 34 
 
 Ich hatte übrigens fast nur auf Etsy nach Schnitten geschaut, warum auch immer. Dort ist das Angebot (an Vintage-Schnittmustern) riesig! Bei gefühlten hunderten von Mäntelschnitten musste ich dann nur warten bis es beim ersten Blick *klick* gemacht hat und das war bei dem der Fall. Dummerweise muss man dann erst noch ein bisschen Zittern, ob der Schnitt halbwegs die richtige Größe hat (Einzelgrößen!), nach D versendet wird oder evt. völlig überteuert ist (kommt auch vor...). 
Anschliessend guck ich immer zur Sicherheit den ganzen Rest an Möglichkeiten auch noch durch und fange u.U. wieder an zu zweifeln, meistens schlaf ich sogar noch eine Nacht drüber. Das klingt jetzt, als wär es mehr als nur eine Entscheidung für einen Mantelschnitt, naja...aber wenigstens weiss ich dann, daß das die für mich beste und schönste Lösung ist.

Beim Nach-*Klick*-Stöbern auf Etsy habe ich übrigens noch diesen Schnitt gefunden, der es mir auch sehr angetan hat, evt. werde ich den auch noch versuchen, mal sehen. Ich neige ja dazu, mir ein bisschen zuviel vorzunehmen, ähem:
Plus Size (or any size) Vintage 1969 Coat Pattern - PDF - Pattern No 158 Amber 

Catherine hatte vom selben Anbieter einen Schnitt bestellt und dann verworfen, das Schnittsystem soll wie (?) Lutterloh sein. Wobei ich mangels Erfahrung nicht weiss, ob das gut oder schlecht ist... Der Schnitt ist zauberhaft, oder? Eignet sich allerdings eher für eine Übergangsjacke.

Alle anderen wild oder weniger wild entschlossenen Mantel-Schneiderinnen finden sich diese Woche bei Catherine

16.9.12

Wintermantel Sew-Along Teil 1: Inspiration

Heute gehts ja schon los...! Also gut, ich versuche mal ein paar Gedanken:


Was brauche ich für einen Mantel, was habe ich für Wünsche?
Naja, wahrscheinlich geht es mir wie den meisten, warm und halbswegs neutral sollte er sein damit er möglichst zu allem passt. Für mich soll er auch unbedingt zu Kleidern passen, von daher wollte ich gerne eine X-Silhuette (gibts das?) mit Gürtel haben.
Ausserdem habe ich schon einige Stoffe hier liegen, z.T. länger als ein Jahr, insofern sollte der Schnitt gerne damit kompatibel sein. Der eine ist grau und nicht so sehr dick, der andere braun und ziemlich warm. Mal sehen für was ich mich entscheide.

Im Januar habe ich schon einen Mantel genäht, der ist schwarz und aus einem ziemlich günstigen Kaufhauszeug. Leider rächt sich das schon nach einem halben Winter, der Stoff zieht Fäden und pillt ziemlich stark. Ich hoffe, das Problem habe ich bei den beiden Stoffen, die jetzt in Frage kommen, nicht...

Ins Auge gefasst hatte ich zunächst diesen Schnitt
Vintage 70s Sewing Pattern, Misses Jiffy Coat, Size Medium, Two Lengths 
Bildquelle: Etsy-Artikel

Aber gekauft habe ich jetzt diesen hier, der Mantel hat es mir sehr angetan, ich finde den Kragen und auch den runden Saum ganz toll
McCall's 2556 dress coat, pants sewing pattern Bust 34 
Bildquelle: Etsy-Artikel

So ganz abgeschlossen habe ich mit dem oberen Modell (oder etwas ähnlichem) noch nicht, der ist nämlich extrem schlicht, kein Verschluss, keine Teilungsnähte o.ä. Details, da spart man sich eine Menge Arbeit und von daher könnte ich so einen ja dann immer noch nähen. Aus megakuscheligem Stoff, wenn mir ein solcher mal vor die Einkaufstüte hüpft oder so.

Diese Variante, ein noch älterer Stil aus den 50ern, fand ich auch nicht schlecht. Ein überabrbeiteter 50er Jahre Schnitt, den man sich selbst in jeder beliebigen Größe großrechnen kann (ähnlich wie bei Lutterloh? So stelle ich es mir jedenfalls vor nach der Beschreibung):
 Plus Size (or any size) Vintage 1950s Coat / CoatDress Pattern - PDF - Pattern No 18: Brenda
Bildquelle: Etsy-Artikel 

Das Bild finde ich etwas schemenhaft, wie meistens bei den älteren Schnittmustern. Eine genaue Schnittzeichnung wäre schon ganz hilfreich. Andererseits spart man hier das Porto, ist ja ein PDF, evt. käme es auf einen Versuch an.

Jetzt warte ich erstmal geduldig auf meinen Schnitt und dann sehen wir weiter!

Vielen Dank an Cat und Lucy für die tolle Idee, Organisation und Motivation!