25.9.12

Mal wieder Fundstücke...

Mein Beruf oder meine Berufung bringt es mit sich, daß ich manchmal an Orte komme, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die mich sonst (also ohne Konzertverpflichtung o.ä.) sicherlich auch nie und nimmer zu Gesicht bekommen hätten. So war es am Wochenende, wir hatten Familienkonzert, das haben wir einmal im Jahr. Diesmal fand es in, moment ich muss nochmal nach dem Ortsnamen grübeln...ähhh... ahja, in Wallroth statt. Das ist in der Nähe von Schlüchtern und da liegt, alle Wallrother mögen es mir verzeihen, echt der Hund begraben...also immerhin ist das Kirchlein hübsch und die Heizung haben sie uns netterweise auch angemacht, ist ja nicht selbstverständlich.
Eigentlich ist das alles aber auch völlig wurscht, jedenfalls war ich da nur zufällig, nur für einen Nachmittag, ich kenne da niemand aber wir hatten da halt ein Konzert.
Und, tadaah, dort war Sperrmüll! Ich liebe Sperrmüll und wurde gleich beim Ortseingang als ich die ersten Sachen gesehen habe schon ganz kribbelig. Meine Mutter hat die Haufen auch gesehen (nicht bei mir im Auto) und hat innerlich schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, hihi.
Natürlich bin ich noch vor der Probe mit dem Auto wieder zurückgedüst, das eigentlich anvisierte Objekt, ein hübscher Stuhl, war dann aber nichts, zu kaputt. Dafür gab es auf der anderen Strassenseite einen großen Holzschlitten. Evt. schon etwas zu sehr aus dem Leim, aber mindestens für Dekozwecke noch sehr gut zu gebrauchen.
Nach der Probe bin ich dann zu Fuss wieder los, mit dem kleineren Sohn, der sich auch gleich von meinem Schatzsuche-Fieber anstecken liess. Es hätte gerne alles mitgenomen, zumindest zum Spielen kann man ja seiner Meinung nach so einiges gebrauchen, hässliche Lampenschirme genauso wie Körperfettwaagen.
Gefunden und behalten hat er dann einen großen Holzpapagei (in lila...), so ein von der Zimmerdecke zu hängendes Ding. Das bräuchte er zum Kuckuck und der Esel spielen, er würde dann ein Theaterstück machen, der Papagei sei der Kuckuck und das Plüschsteckenpferd von Leopold sei der Esel. Großartige Idee.
Dann kamen wir allerdings an einen wirklich tollen Haufen, eine ganze Kiste voll alter Spielsachen. Zuerst ins Auge gestochen sind mir einige Spiele, z.T. von Haba. Darunter hat sich dann aber diese tolle Kindernähmaschine und ein Koffer voller 50er oder 60er Jahre Puppenkleider versteckt. Ausserdem ein Farbkasten, ein Buntstiftekasten und ein vollständiges Linolschnitzset (mit Farbwalze!), ausserdem zwei Blockflöten und eine uralte Schultafel, sogar noch in der Originalhülle.
Völlig überwältigt von soviel Finderglück haben wir alles zurück zum Auto getragen, Julius hat stolz die Nähmaschine festgehalten. Er fand es toll, daß ich jetzt endlich eine Nähmaschine in meiner Lieblingsfarbe habe (blau!) und war ganz aufgebracht, daß die Leute die tollen Sachen alle wegschmeissen wollten! Ganz die Mama!

Kommentare:

  1. Ui wie schön! Hier im Saarland gibt es keinen Sperrmüll mehr irgendwie... Schade.

    Ich habe das als Kind auch immer geliebt! :)

    LG, Kirsten

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  2. Interessant bei uns war gestern auch Sperrmüll nd sich ein Zufall oder Unglück haben wir zwei Stühle gefunden. wirklich schönes Holz nur der Stoff.war nicht mehr schön so hat mein liebster im neuen Stoff verpasst. und ich freu mich in doppeltem Sinn so musste ich es heute in meinem Blog schreiben. Gruß Eva

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  3. Früher haben wir auch manchmal tolle Sachen aus dem Sperrmüll gezogen (vor allem der Sperrmüll vor Kindergärten war sehr ergiebig), aber leider wird in den größeren Städten ja nur noch auf Abholschein eingesammelt, da muss man schon sehr zufällig am richtigen Ort sein. Schöne Schätze hast du gefunden, die Nähmaschine gefällt mir auch gut!

    Herzlich, Mona

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  4. Tolle Fundstücke!!
    Ich werde auch immer ganz kribbelig wenn irgendwo Sperrmüll ist, mein Mann hofft immer, dass ich es übersehe (wie könnte ich ;-)))
    Liebe Grüße, Jess

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  5. Herrlich Dein Post. Ich habe unsere ganze Famlie wiedererkannt. Oder so ähnlich ...
    Insgeheim bin ich auch ganz stolz, meinen Kindern etwas von diesen/ meinen Genen weitergegeben zu haben. Sind sie doch in der Lage, sich mit scheinbar Wertlosem stundenlang zu beschäftigen. Das ist heute wohl nicht mehr selbstverständlich.
    Liebe Grüsse, Birgit

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