30.9.14

7 Wochen mit Konstantin

Heute melde ich mich endlich mal aus der Versenkung. Hallo, ich lebe noch, ich nähe sogar ab und zu schon wieder!
Gefühlt die meiste Zeit liege ich aber gemütlich irgendwo und stille. Dabei kann man gut am Ipad surfen, wie man sieht.


Jetzt ist es schon sieben Wochen her, seit Konstantin auf die Welt gekommen ist. Schön ist es, nochmal ein Baby zu haben, einfach schön! Was für ein Wunder, so ein kleiner Mensch, auch beim dritten Mal.




Und meine kleinen Sorgen, daß irgendetwas in der Schwangerschaft schief gehen könnte waren total unbegründet.
Dafür bin ich wirklich dankbar, fast demütig. Völlig problemlos schwanger zu werden und zu sein ist ja nicht selbstverständlich und ich höre immer öfter von Frauen die es eben nicht so einfach hatten bzw. keine Kinder bekommen können.
Nur das mit dem Gebären klappt bei mir halt nicht so gut, tja. Diesmal war es wie schon erzählt ein geplanter Kaiserschnitt, nach zwei sekundären eine neue Erfahrung.
Und wie war es? Naja, ganz ok. Aufregend natürlich, wenn man halbwegs genau weiss wann es stattfinden wird, finde ich das schon ziemlich nervenaufreibend. Dafür haben sie uns an dem Tag dann solange warten lassen bis mein Adrenalin fast aufgebraucht war.
Leider hat auch diesmal die PDA nicht 100%ig gewirkt, das war im Vorfeld meine gößte Sorge, dafür bekam ich dann eine Portion Dormicum verabreicht die mich für eine Weile ins Land der Träume schickte. Als ich wieder aufwachte waren wir immer noch im OP, aber mein Söhnchen lag schon neben mir, guckte mich mit den neugeborenenkleinen Augen an, fast völlig eingewickelt in ein gelbes Handtuch. Den ersten Schrei habe ich also verpasst, dafür war die OP erträglich, damit kann ich gut leben.
Anders als bei den beiden Sectios zuvor blieb Konstantin die ganze Zeit bei mir, niemand brachte ihn weg und er wurde auch nicht angezogen oder gewaschen. So hatten wir diesmal eine gemütliche erste Kuschelzeit und der arme Kerl musste nach dem Geburts-Schreck nicht auch noch andere Quälereien über sich ergehen lassen.
Daß ein Wochenbett nach Kaiserschnitt kein Zuckerschlecken ist, wusste ich ja schon. Ätzend, mehr oder minder ans Bett gefesselt, bis man sich halbwegs fortbewegen kann dauert es Tage... Nach 4 Tagen konnte ich nach Hause, wollte dort aber auch nur im Bett bleiben.
Am ersten Tag an dem ich mich ein bisschen besser fühlte bekam ich abends hohes Fieber, das kam leider immer wieder und die Hebamme schickte mich dann noch mal ins Krankenhaus. Dort haben sie mich dann erwartungsgemäss gleich dabehalten. Sie haben mich von Kopf bis Fuss untersucht, Blut abgezapft und geschallt und geröntgt, so ganz genau wusste niemand woher das Fieber kommt. Zwar wurden irgendwann ein paar Keime gefunden gegen die mir eine Antibiose verabreicht wurde, aber so richtig besser wurde es davon auch nicht. Irgendwann saß ein Internist oder Chirurg bei mir und meinte, das Fieber könnte auch einfach eine Reaktion des Körpers auf die Operation sein, ohne daß da gleich eine  Entzündung oder sonstwas dahinter stecken muss. Ich vermute, daß es das gewesen ist.
Nach 10 Tagen war das Fieber weg und ich durfte endlich nach Hause. Und zwei Tage später ging die Schule für die zwei Großen wieder los und mein Mann musste wieder arbeiten. In solchen Momenten bin ich einfach nur froh hier inmitten meiner Familie zu wohnen.

Konstantin hat das alles tapfer mitgemacht, eigentlich glaube ich er hat die Ruhe im Krankenhaus sogar eher genossen. Beim zweiten Mal war ich zum Glück alleine (zeitweise mit meinem Mann) im Zimmer, da hatten wir es eigentlich ganz nett, vom Fieber und vom Essen mal abgesehen... (wie man von dieser Kost als stillende Mutter sich selbst und sein Kind satt kriegen soll weiss ich nicht, eins der Mittagessen hatte nur 180kcal (!!) , das ist bei der Brigitte Diät ein besserer Snack oder so).
Wieder zu Hause hat dann ein paar Tage die Narbe noch geschmerzt aber dann ging es mir gut.
Und ich kann kaum sagen wie toll es ist, wenn man nach so langer Zeit endlich wieder mobil das erste Mal mit Kinderwagen in die Stadt marschiert, fast eine Offenbarung!
Jetzt haben wir uns einigermassen eingelebt, Konstantin hat einen ungefähren Schlaf- und Trink-Rhythmus und ich bin garnicht so übernächtigt.
Seine Brüder lieben ihn nachwievor sehr. Beide stürzen sofort zu ihm, wenn er schreit, das ist sehr praktisch. Und sie versuchen auch ihn zu bespaßen, was er zumindest sehr aufmerksam verfolgt. Der große Große hat ihn sogar schon mehrfach in den Schlaf getragen, toll, oder? Mit rumlaufen und Lieder singen, wie aus dem Bilderbuch.
Nur alles was mit Windeln zu tun hat ist sehr iihh und bäh, soweit habe ich sie leider noch nicht, das wäre aber auch zu schön.

Kurz vor der Geburt haben wir endlich unser Equipment ausgepackt, es war ja alles aufbewahrt auf dem Speicher. Das meiste musste ich nur waschen, den Wickelauflagenbezug musste ich eine Weile suchen, das Regal über der Kommode hing noch bei den Jungs im Zimmer, der Kinderwagen stand in der Garage.
So sieht jetzt unsere Wickelecke aus, sie steht im Nähzimmer das direkt neben dem Schlafzimmer ist:




Genau diese Kombination hatten wir bei den Jungs auch schon. Ich fand es sehr lustig wie vertraut alles ist und freue mich daß es mir immer noch gefällt. Die Kommode heisst glaube ich Forhöja, die hatte ich vor 9 Jahren leicht weiss lasiert. Der Holzaufsatz ist von einer anderen Wickel-Kommode, den habe ich geerbt und ebenfalls weiss lasiert. Besonders stolz war ich auf das Regal, das habe ich nämlich selbstgebaut. Eine Weile habe ich auch gerne mal mit Holz gearbeitet, aber sehr dilettantisch...
Den A*gelcare Windeleimer hatten wir angeschafft als beide großen Jungs Wickelkinder waren und es im Kinderzimmer geruchstechnisch nicht mehr auszuhalten war, ähem. Da ist so ein Teil, teure Plastikfolienpacks hin oder her, echt ein Segen. Bei dem Modell wird nicht jede Windel einzeln "abgedreht", der Folienverbrauch hält sich also zumindest längenmässig in normalen Grenzen.

Ein eigenes Zimmer braucht so ein Säugling ja erstmal nicht, schlafen tut er im Schlafzimmer, in der Wickelkommode sind seine Sachen drin, ansonsten ist das Kind immer da wo die Familie ist. Dafür gibt es eine Wippe, den Stubenwagen für unten, einen Korb habe ich auch noch, darin liegt er wenn ich ihn mit ins Bad nehme. Leopold hatte bis zum Auszug aus der ersten Wohnung kein eigenes Zimmer, da war er zwei Jahre alt, das hat bis da auch niemand vermisst.
Zugegebenermassen planen wir aber für nächstes Jahr hier im Haus einen mittelgroßen Umbau.


Das ist die Wickelauflage von I*ea, den Bezug habe ich genäht, ich mag das Kind nicht mit nackter Haut auf Plastik legen. Das Mittelteil ist aus einem Handtuch, die Ränder aus Leinen und altem Bettwäschestoff. Die Rückseite ist einfarbig mit Klettverschluss. Damit es nicht so schnell dreckig wird legen wir ein Moltontuch drauf was ausgetauscht bzw. erstmal umgedreht wird, wenn Flecken drauf sind.

Für das untere Stockwerk haben wir aus Familienbestand diesen Stubenwagen bekommen. Im 70er Jahre lüla Blümchen-Original in krähm mit güldenen Knöpfen und schmiedeeisernen Details konnte ich ihn aber leider nicht ertragen.

vorher:

Mit geruchsarmen Sprühlack habe ich das ganze Gefährt weiss lackiert und meine Mutter hat dann netterweise die Gardinen erneuert, der Stoff ist aus meinem Stoffschrank und war vom Maybachufer.
Das süsse Häkelmobile war ein Geschenk.
nachher:



Jetzt hoffe ich auf ein bisschen Nähzeit nachher, vielleicht klappt es dann morgen mit dem ersten MMM-Beitrag in neuem Gewand, drückt mir die Daumen!

Kommentare:

  1. Ganz schön viel los war da bei dir/euch....aber das Wichtigste ist ja, dass es euch jetzt wieder gut geht und Konstantin heil und gesund angekommen ist. Ich finde auch jedes Mal wieder, dass Babies kleine große Wunder sind.
    Alles Gute weiterhin,
    herzliche Grüße
    Sabine

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  2. Ach wie schön, ich habe mich schon gefragt, was ihr so macht!! Und klein Konstantin ist sooo niedlich! So eine Wiege hatte ich auch für meinen Junior, da werden Erinnerungen wach.... bei uns war es ein echtes Familienerbstück, da hatte ich schon drin gelegen, mein Bruder, alle meine Cousinen (4 Stück), und jetzt die Tochter meiner Cousine.
    Genieß die Zeit!!! Mich macht es manchmal ein wenig traurig, das ich nur ein Kind (alles Jungs) habe.... aber es sollte halt nicht sein.
    Liebe Grüße
    Trudi

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  3. Süss wie ihr alles eingerichtet habt, das Bettchen ist sehr schön geworden mit euren Änderungen. Da hattest du aber eine ganz schöne Sache :(. Schön, dass es dir nun wieder gut geht.

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  4. Viel Glück für den kleinen Konstantin!
    Lauter gute Feen mögen ihr Füllhorn über ihm ausschütten. Ich habe deinen Bericht gerührt und mit einer gehörigen Portion Begeisterung gelesen...
    Lieben Gruß, Petra

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  5. Schön von dir zu lesen, alles Liebe im Nachhinein...

    Liebe Grüße
    Cornelia

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