11.11.14

Rückblick Oktober

Nachdem hier ein relativ gemütlicher Alltag eingekehrt ist geht es jetzt mit der liebgewonnenen Rückblick-Gewohnheit weiter, wie war denn der Oktober?

geputzt: Jetzt steht das hier als erstes, sowas. Ich bin eigentlich kein Ordnungsfanatiker und putze auch äusserst ungern. Trotzdem habe ich, jetzt wo wir zu fünft sind und mir alle Welt bescheinigt, daß das doch ein großes Chaos sein muss zuhause (ist es garnicht, stelle ich immer mehr fest) versucht meinen "Haushaltspflichten-Plan" mal einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Falls man überhaupt vom Vorhandensein eines Plans sprechen konnte.
Ich wundere mich selbst, daß mich das Thema im Moment so beschäftigt, noch vor einem halben Jahr wäre ich glücklich ins Nähzimmer geflüchtet sobald das Haus still ist. Putzen und Aufräumen ging mehr so nebenher und vor allem wenn die anderen da waren. Jetzt habe einfach Sorge daß mir alles über den Kopf wächst, wenn ich nicht eine Form von Routine reinbekomme. Die Zeiten in denen Konstantin schläft und ich wirklich freie Hand habe sind begrenzt (auch wenn es schon wieder etwas besser geworden ist, weil er nicht mehr solange trinkt und sich auch mal von Leopold bespassen lässt).
Es war hier nie wirklich superdreckig oder so, finde ich jedenfalls, aber es gab z.B. immer einen Berg von aufgestauten Aufgaben, wenn sich Besuch angekündigt hatte. Und das hat mich sehr genervt, alles auf einen Rutsch machen zu müssen (bzw. durchaus dann auch wollen). Was gleich zum ersten Punkt führt: (Ich schreibe hier übrigens nur der Einfachheit halber in der Ichform, natürlich mache ich nicht alles alleine. Aber erstens muss es ja einer koordinieren und zweitens mache ich solange ich in Elternzeit bin doch mehr als mein Mann.)

Problem 1: Ich habe keine Lust mir alle Aufgaben auf einen wöchentlichen "Putztag" zu legen der dann total dafür drauf geht, zumal es bei unserem musikertypischen unregelmässigen Wochenablauf auch garkeinen Wochentag gäbe der dafür immer geeignet ist. Ich bin mehr so der "jeden Tag ein bisschen"-Typ.

Problem 2: Ich bin damit schlicht überfordert zu entscheiden, was jetzt am dringendsten gemacht werden muss, das hab ich in letzter Zeit immer mehr festgestellt. Z.B. wenn ich sehe, in der Küche müsste der Boden gewischt werden, aber die Fenster sehen auch ganz schön dreckig aus. Auf dem Weg in den Keller zum Putzsachen holen stelle ich dann fest, die Treppe müsste mal wieder gesaugt werden. Und warum sieht das Esszimmer schon wieder aus wie vollgestellt? Das Bad wollte ich doch seit Tagen schon putzen...usw. usf. So komme ich von Pontius zu Pilatus und werde vor allem gefühlsmässig nie fertig weil ich immer an die anderen Baustellen auch noch denken muss. Ich brauche eine genaue Vorgabe was ich wann machen soll, und gleichzeitig einen Überblick, daß die anderen dreckigen Stellen in den nächsten Tagen auch dran kommen, damit ich mir darüber keine Gedanken machen muss. Und das so verteilt, daß ich jeden Tag eine Aufgabe habe, die etwa in einer halben bis ganzen Stunde erledigt ist.
Ich habe sowas ähnliches schonmal versucht, da hatte ich mir jeden Tag einen anderen Raum vorgenommen. Das Problem hierbei ist, daß nicht alle Räume gleich oft dran sein müssen und daß man dann jeden Tag alle nötigen Putzsachen rausholen und wieder verstauen muss, logistisch ist das nicht besonders sinnvoll.

Problem 3 ist also, daß das so verteilt werden muss, daß alle Räume in einer sinnvollen Frequenz geputzt werden bzw. Arbeiten zusammengefasst werden müssen, die das gleiche Werkzeug brauchen.

Angeregt hatte mich zu diesen Überlegungen dieser Post bei Apartment Therapy (ein Zeitfresser-Blog mit viel zu viel Output, aber ab und an gibt es wirklich lesenswerte Posts):

Das mit den 20 Minuten ist wahrscheinlich optimistisch, aber vom Ansatz her passt es. Ich habe zunächst den Plan im Post für mich übersetzt abgeschrieben und angefangen ihn abzuarbeiten. Das Gute daran ist finde ich, daß neben den regelmässigen Tätigkeiten wie Bad putzen und so auch Dinge die eher nicht in einer wöchentlichen Routine wären vorkommen, wie z.B. Kühlschrank ausmisten, Schränke aufräumen u.ä. So muss man nicht noch zusätzlich daran denken (bzw. es ewig vor sich herschieben, wie ich es bisher gemacht habe...)


Nach 14 Tagen habe ich den Plan das erste mal für unser Haus abgeändert, inzwischen ein weiteres Mal, ich sauge z.B. besser stockwerkeweise, einmal die Woche Bad putzen reicht uns aus, die Kaffeemaschine braucht einen monatlichen Extratag usw. Wenn der Plan mal gut gut passt schreib ich ihn in Schönschrift ab. Oder Sticken wäre auch gut, so wie die Spruchtücher von früher.
Grundsätzlich finde ich das schon sehr angenehm so. Das meiste ist in etwa einer halben Stunde erledigt, das kriegt man gut zwischendurch mal hin. Natürlich schafft man es nicht jede Aufgabe gleich lang zu halten, aber das macht ja nichts. Und so kann man auch gut zweidrei Aufgaben hintereinander machen, wenn man mal nicht dazu gekommen ist.


Der grösste Vorteil ist für mich, daß auf dem Zettel steht, was ich machen soll. Wenn ich jetzt die Krümel auf den Treppen sehe, vertraue ich, daß bestimmt bald auf dem Putzplan steht, daß die Treppen gesaugt werden müssen und es stresst mich nicht weiter.



weggefahren: In den Herbstferien hatten wir insgesamt 5 Tage frei, also als Schnittmenge von den Schulferien und freien Tagen des Mannes. Da wir ja im Sommer nicht wegfahren konnten haben wir uns da ein bisschen Luxus-Urlaub gegönnt.
Ich hatte überlegt was wir in 5 Tagen im Herbst machen könnten, weit weg ging nicht, wollte ich auch nicht bei so einer kurzen Dauer, es sollte Spaß für die großen Jungs garantieren (der zumindest theoretisch ohne mich und Baby stattfinden kann) und nicht vom Wetter beeinträchtigt sein, ganz wichtig Ende Oktober. Ausserdem sollte auch ein gewisser bis großer Erholungsfaktor für uns Erwachsene dabei sein. Nicht ganz so einfach das alles zu kombinieren, Ferienwohnung kam nicht infrage, Verwandten- oder Freundebesuch auch nicht. Gelandet sind wir schliesslich in einem 4-Sterne-Familienhotel im Kleinwalsertal, eine ziemliche Ausnahmevariante, sonst ist das nicht ganz unsere Preisklasse, ähem. Aber für die 5 Tage angesichts des ereignisreichen Sommers war es eine gute Lösung. Sehr gutes Essen, wunderbares Ambiente, absolute Familientauglichkeit in der Ausstattung und im Service, wirklich sehr gutes Essen (erwähnte ich das schon?) und die Jungs waren den ganzen Tag irgendwie beschäftigt, auch wenn sie durchaus mal an der Playstation spielten, naja. Wir haben zuhause keine, da konnte man das ausnahmsweise tolerieren.


Im letzten Moment kam dann leider noch ein Erkältungsvirus mit auf Reisen der uns nacheinander erwischt hat und zumindest verhinderte, daß wir Wander-Touren unternehmen konnten wie wir das eigentlich vorhatten. Aber dank der All-inclusive Wellnesshotelumgebung mit 24 Stunden Getränkeautomaten (Kaffee, Tee in Dauerschleife) und vier sehr leckeren Mahlzeiten pro Tag war das auch kein großes Problem. Und die malerische Kulisse bei abwechselnd Germknödel bzw. Topfenstrudelverzehr bestaunen zu dürfen hat schon gut getan. Meist sass ich mit meinem Strickzeug in der Lounge, das weite Bergpanorama im Blick, das Baby in der Wippe neben mir oder auch noch auf dem Arm, der Kaffee- und Teeautomat war ums Eck. Ab und an auf die Uhr gucken, wann es wieder was zu Essen gibt...Dekadenz pur! Hach.


Ich war wirklich gespannt auf diese Tage, weil ich noch nie in einem solchen Hotel länger als zum Übernachten gewesen war. Mein Fazit ist, daß man sich das durchaus mal gönnen kann wenn es das Budget hergibt, es reichen sicher auch schon 3-4 Tage. Die Möglichkeit, daß die großen Kinder völlig selbständig im Hotel rumrennen können (und angesichts der ausschliesslichen Präsenz von Familien auch niemanden Stören) und daß man sich um nichts weiter kümmern muss tut einfach gut.
Für das nächste Mal würde ich mir aber schon wünschen, die Bergwelt etwas besser nutzen zu können.



genäht: Zu viel bin ich nicht gekommen, wie einen Post zuvor erwähnt ist meine Peppernoot-Jacke fast fertig, so ein gefüttertes Stück ist ja schon einiges an Arbeit. Ausserdem habe ich einige Sächelchen für Konstantin genäht. Grundsätzlich werde ich nicht in einen Babysachen-Nährausch verfallen wie man das auf manchen Blogs verfolgen kann. Ich habe noch alle Sachen von den Großen und zu meiner Freude finde ich vieles davon auch immer noch schön. Die Lieblingshose war schon Lieblingshose bei Leopold vor 9 Jahren. Ich hatte damals das meiste second-hand erstanden, aber in den Minigrößen zu Beginn verschleissen die Sachen ja praktisch nicht. Wozu also selber nähen? Ist ja noch alles da. Nur einzelne Teile wollte ich ergänzen, so habe ich zwei Hosen nach dem Ras-Schnitt genäht, weil mir die Nicht-Jerseyhosen irgendwie zu steif waren. Und ein Pullileinchen (die Sachen sind so klein...) nach dem Schnitt aus der November-Burda gab es auch, da war mir danach. Praktisch ist, daß ich durchaus einiges an Resten habe, was nicht mehr für Shirts für die Großen reicht aber für Babysachen natürlich schon. Vielleicht krieg ich ja doch noch was weggenäht was zum Wegschmeissen zu schade war, da freut sich das sparsame Schneiderlein!


Den Elefanten-Overall habe ich nach einem sehr beliebten Gratis-Schnitt einer holländischen Kinderzeitschrift genäht. Den Stoff (mit meinen eigenen Elefanten) habe ich vor Jahren mal bei Spoonflower bestellt, leider wollten meine Jungs dann keine Schlafanzüge daraus, seitdem liegt er rum. Jetzt bin ich hochentzückt, daß er doch noch zu Ehren kommt. Die meisten meiner Babysachen sind eher hell und schlicht, da ist dieser Anzug echt der Knaller. Ich hab die Bündchen an den Beinen falsch gemacht, bzw. schlicht vergessen. Vielleicht nähe ich noch welche dran, wenn er zu kurz wird. Auf jeden Fall werde ich noch weitere Overalls nach dem Schnitt nähen, der ist echt Zucker!



gestrickt: Meine graue Something Silver Jacke ist schon eine Weile fertig, die trage ich immer zum Frühstück, ist aber noch nicht gebloggt, kommt noch. Angefangen habe ich Victoria von Amy Miller
in dunkelblauem Baby-Alpaca-Silk von Drops. Bisher strickt sie sich ganz gut, leider ist das Muster keins von denen, die man bald auswendig kann. 

Kommentare:

  1. Na, das klingt doch gut! Das mit einem Haushaltsplan find´ich eine Superidee....Und so einen Urlaub könnt ich jetzt gerade mal brauchen.
    Lasst es euch weiter gut gehen,
    herzliche Grüße
    Sabine

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  2. Ha, ich brauche auch so einen Plan. Oft denke ich so lange darüber nach, wo ich denn jetzt anfangen soll, bis es zu spät/zu dunkel/ich zu müde/(beliebige andere Ausrede) ist. Ich finde putzen so ineffektiv, weil man ständig wieder von vorn anfängt und es macht einfach auch überhaupt keinen Spaß. Diese Putz- und Aufräumaktionen, wenn sich Besuch anmeldet, kenne ich auch. Vielleicht ich so ein Plan die Lösung. Danke für die Anregung!
    Die Babyklamöttchen sind wirklich schön, besonders der Elefantenbody.
    Viele Grüße

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